FAKT

FAKT | Das Erste | 06.12.2011 | 21:45 Uhr : Polizei observierte Unterschlupf des Terror-Trios in Chemnitz

Die Polizei hat in Chemnitz mehrfach eine Wohnung observiert, die das rechte Terror-Trio lange Zeit als Versteck genutzt haben soll. Entsprechende Recherchen des ARD-Magazins FAKT hat das Landeskriminalamt Sachsen bestätigt. In einer schriftlichen Erklärung heißt es, dass das LKA im Jahr 2000 mehrere Observations- und Zielfahndungsmaßnahmen in Chemnitz durchgeführt hat. Sie hätten im Rahmen der Amtshilfe für das Landeskriminalamt Thüringen stattgefunden. Allerdings hätten die Observationen keine verwertbaren Ergebnisse gebracht. Deshalb seien sie in Absprache mit dem LKA Thüringen wieder beendet worden. Alle Einsatzdokumente und Videoaufzeichnungen seien ans LKA Thüringen übergeben worden.

Möglicher Unterstützer hatte Wohnung gemietet

Wie das vom MDR produzierte Magazin FAKT berichtet, hatte der inzwischen als Unterstützer der Terror-Zelle inhaftierte Rechtsextremist André E. von 1999 bis 2001 eine Zwei-Raum-Wohnung in Chemnitz angemietet, die von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe genutzt wurde. Nach FAKT-Informationen observierten Spezialeinheiten der Polizei die Wohnung unter anderem Ende September 2000, kurz nach dem Mord an einem türkischen Händler in Nürnberg. Die Tat wird dem Terror-Trio angelastet. FAKT zufolge wurden in Chemnitz drei Tage lang unter anderem alle Personen fotografiert, die in das Haus gingen oder es verließen. Es sei eine umfängliche Dokumentation angelegt worden.

Stadt Chemnitz stellte Mundlos Ausweis aus

Rechtsterrorismus: Nachrichten, Bilder und Hintergründe
In dem zerstörten Haus in Zwickau wurde ein legaler Ausweis entdeckt, der auf manipulierten Dokumenten beruhte.

Neuigkeiten gibt es auch im Fall eines "legalen illegalen Ausweises", der in dem explodierten Haus in Zwickau gefunden wurde, in dem das Trio lange Jahre gelebt hatte. Der Ausweis, der von den Meldebehörden der Stadt Chemnitz ausgestellt wurde, war offensichtlich für Uwe Mundlos bestimmt. Nach FAKT-Recherchen enthält der Ausweis nämlich sein Foto. Er ist allerdings auf den Namen Max Florian B. ausgestellt. Der Ausweis wurde mit einem anderen Ausweis beantragt, der manipuliert gewesen war, also ein gefälschtes Foto und eine gefälschte Unterschrift enthielt. Wie eine Sprecherin der Stadt Chemnitz FAKT bestätigte, wurde der gefälschte Ausweis von den Behörden nicht als solcher erkannt. Der Vorgang wurde inzwischen von den städtischen Behörden an das Bundeskriminalamt weitergeleitet.

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2011, 15:44 Uhr

5. resolut:
Gibt es irgendjemanden, der mittlerweile noch glaubt, dass diese "Fahndungspannen" nicht gewollt sind? Offensichtlich gibt es in Deutschland ganze Gegenden, in denen weit rechts außen in der Mitte liegt und in denen das auch noch dummdreist vom selbst ernannten "Otto-Normal-Bürger" verteidigt wird. Das scheint dazu zu führen, dass in diesen Gegenden auch die staatstragenden Behörden rechts so blind sind, dass sich die (gottseidank) überlebenden Opfer rechten Terrors aus Angst immer noch nicht offen vor die Kamera trauen. Besonders bemerkenswert ist dabei die Frechheit, mit denen die örtlichen Verwaltungen und Regierungsstellen verharmlosen und leugnen, was doch offen auf der Straße liegt. Zum Schluss noch der Hinweis auf die kurze Satire zum Thema: [externer Link gelöscht - MDR.DE_Redaktion]
07.12.2011
05:28 Uhr
4. Siggi40.de:
Macht den Vandalen keinen Vorwurf, die Täter tragen Uniform und Robe. Als ich gegenüber der ARAL-Tankstelle Blankenauer Strasse, ca. 500m von meinem Wohnsitz entfernt, ohne irgend einen ersichtlichen Grund von ca. 20 Paramilitärs (Sturm 34 aus Mittweida) umzingelt und dann schwerst zusammengeschlagen wurde, standen keine 50m entfernt an der Tankstelle 2 Grünuniformierte und schauten seelenruhig zu. Da fragt man sich, welches der größere Abschaum ist! Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, dass diese Jungs doch [...] Nachdruck verleihen sollten. nicht vergessen – nicht vergeben [Für die Redaktion nicht nachvollziehbare Behauptung gelöscht. MDR_Redaktion]
06.12.2011
22:38 Uhr
3. birgit müller:
Furchtbar. Aber ich finde es nicht klug, dass der MDR einen ehemaligen SED-Mann und als Experten ins Fernsehen holt. Da hätte es doch bestimmt geeignetere Fachleute gegeben. Schade.
06.12.2011
22:25 Uhr
2. Rene Despang:
Seien sie mir bitte nicht böse, aber die ganze Geschichte stinkt doch von hinten bis vorn!
06.12.2011
18:34 Uhr
1. Mario Lehmann:
Eine Polizei jsnn immer nur so gut sein, wie ihre Bürger und ihr Staatssystem es zulassen. Mehr geht einfach nicht. Wenn wir ein chaotisches, gewaltenteilendes, föderalistisches Staatssystem mut dutzenden, überflüssigen Innenministern, Justitzministern, Kultusminustern etc. haben, kann zun Schluß nur großer Mist herauskommen. Die innere Sichrrheit ist gebauso ein Witz eie unsere Bildhng und Erziehung. Alles nur, weil wir mal 12 Jahre lang einen Gefreiten aus Östereich hatten...
06.12.2011
16:28 Uhr

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