FAKT

Zwickauer Terrorzelle : Offenbar Spur zu weiterem Unterstützer

Die Zwickauer Terrorzelle hatte offenbar einen weiteren Unterstützer. Nach Informationen des ARD-Politmagazins "Fakt" handelt es sich um den Thüringer Rechtsextremisten Thomas G. Er soll schon 2005 von der Existenz der Zwickauer Zelle gewusst haben.

Zschäpes Decknamen als Passwort benutzt

Computer
Schweizer Antifa-Aktivisten entdeckten G.s Namen in rechten Internet-Foren.

Internet-Spezialisten der Antifa Bern aus der Schweiz waren bei der Suche in rechtsextremen Foren nach Personen aus dem Umfeld der rechten Terrorgruppe auf seinen Namen gestoßen. Ihre nachvollziehbaren Datensätze ergeben, dass sich Thomas G. mit dem Passwort "struck-mandy" in den Foren anmeldet.

Mandy Struck aus Schwarzenberg im Erzgebirge gilt ebenfalls als mögliche Helferin des Terror-Trios. Ihren Namen hatte die inhaftierte mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe benutzt, um unerkannt im Untergrund leben zu können. Die Schweizer Antifa-Aktivisten sind sich sicher, dass den Decknamen nur jemand kennen konnte, der von der Terrorzelle gewusst hat.

Umtriebiger Rechter Aktivist

Der 32-jährige Thomas G. aus Meuselwitz bei Altenburg ist einer der bekanntesten Neonazis Thüringens und Aktivist der Freien Kameradschaftsszene. So soll er das rechtsextreme "Freie Netz" mitgegründet haben, aktiv im "Thüringer Heimatschutz" und Mitglied der verbotenen rechtsextremen Hilfsorganisation für Gefangene "HNG" gewesen sein.

Thomas G. hatte zudem engen Kontakt zu Schweizer Rechtsextremen und zum inzwischen inhaftierten ehemaligen NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Mit Wohlleben organisierte er das sogenannte "Fest der Völker" in Thüringen. Zu den rechtsextremen Musikfestivals, die bislang in Jena, Altenburg und Pößneck stattfanden, reisten Neonazis aus ganz Europa an.

Langes Strafregister

Seit 1998 war immer wieder gegen G. wegen Volksverhetzung und Verstoß gegen das Versammlungsgesetz ermittelt worden. Mehrfach wurde er zu Jugendstrafen verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Vom Landgericht Gera wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Aus dem Gefängnis heraus soll er den rechtsextremen Kameradschaftsbund für Thüringer Kriegsgefangene gegründet haben. Nach seiner Haftentlassung organisierte er mehrere Neonazi-Aufmärsche, darunter 2005 im sächsischen Delitzsch. Außerdem organisierte er den "Thüringentag der nationalen Jugend" 2006 in Altenburg.

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2011, 16:01 Uhr

10. Baldur:
Was hier mal wieder nicht gesagt wird: Die Schweizer "Antifa-Aktivisten" bedienen sich kriminell beschaffter gehackter Daten. In Deutschland gibt es ein Beweisverwertungsverbot von illegal erlangten Informationen. Wenn man sich schon krimineller Informationen bedienen muß, um hier eine Sau nach der anderen durchs Dorf zu treiben, ist das für einen Rechtsstaat schon sehr bedenklich.
06.12.2011
15:35 Uhr
9. mike vogelsberg:
Diejenigen welche schon immer sorgfältig ermittelt haben, die nachgewiesen haben, das sich schon Mitte der 90 ziger, die rechte Bewegung zur Finanzierung in der OK rumtreibt, diejenigen sind doch alle weggelobt wurden.Beste Beispiel der "Sachsensumpf", ist schon bedenklich das da eine MA des LfV niedergemacht wurde.Da wurde nichts aufgebauscht wie man es darzustellen versucht.ein Verbot der NPD bringt überhaupt nichts, die paar Prozent, welche die wählen sind die eine Seite der Medaillie, auf der andren denken viel mehr so als man sich das vorstellen kann. Es ist die Arroganz und Verlogenheit der Politiker welche sich über das Volk hinwegsetzen.Anstatt ehrlich zu erklären wird von oben einfach festgelegt.Das hatten wir im Osten lange genug, die rechte Bewegung wird meiner Meinung nach dadurch immer stärker und findet darum auch ihre Unterstützer in allen Schichten der Bevölkerung.
06.12.2011
08:32 Uhr
8. Freidenker:
Lieber MDR, es ist doch erstaunlich auf welche Quellen Ihr Beitrag beruht. Ihre Argumantation stützt sich auf Hinweise aus der linksradikalen Szene. War nicht auch das sogenannte Bekennervideo im Besitz der Antifa? Merkwürdig oder? Qualitativer Journalismus sieht anders aus.
06.12.2011
06:47 Uhr
7. MDR.DE-Redaktion:
@Kay: Lieber User, vielen Dank für den nochmaligen Hinweis. Auf der genannten Seite gab es einen eigenen Teasertext, der in der Tat noch diesen Fehler enthielt. Das hat uns sehr geärgert. Inzwischen ist das aber korrigiert worden. Mit freundlichen Grüßen MDR.DE_Redaktion
05.12.2011
23:04 Uhr
6. Kay:
Nachtrag: Falls Sie den Überblick verloren haben: Das Zitat: "Es gibt Hinweise auf einen weiteren Helfer der Neonazi-Terrorzelle aus Jena. Nach Informationen des ARD-Magazins FAKT soll es sich um ein einst führendes Mitglied des verbotenen "Thüringer Heimatschutzes" handeln." finden Sie auf dieser Seite: http://www.mdr.de/thueringen/index.html
05.12.2011
22:32 Uhr
5. Kay:
Liebe MDR-Redaktion, herzlichen Dank für Ihre Zitate aus dem Verfassungsschutzbericht. Sie belegen allerdings kein Verbot, wie von Ihnen weiterhin behauptet. Denn im Teaser schreiben Sie noch immer: "FAKT: Hinweise auf weiteren Unterstützer - Es gibt Hinweise auf einen weiteren Helfer der Neonazi-Terrorzelle aus Jena. Nach Informationen des ARD-Magazins FAKT soll es sich um ein einst führendes Mitglied des verbotenen 'Thüringer Heimatschutzes' handeln." Ich finde es schade, dass durch solche Unachtsamkeiten die Qualität Ihrer Berichterstattung zwangsläufig leidet. Mit freundlichen Grüßen
05.12.2011
22:27 Uhr
4. MDR.DE-Redaktion:
@Kay: Lieber User, vielen Dank für Ihren Hinweis. Den von Ihnen entdeckten Fehler haben wir allerdings nicht mehr gefunden – möglicherweise wurde er bereits korrigiert. Zum "Thüringer Heimatschutz" heißt es in einer Pressemitteilung des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz (8.11.2011): "Der THS war bis 2002 aktiv, danach wurden keine weiteren Aktivitäten der Gruppierung festgestellt. Später gab es mehrere Anzeichen für eine versuchte oder vorgetäuschte Wiederbelebung. So bestand 2004 eine Internetseite des THS, auf der auf eine Neustrukturierung hingewiesen wurde. Anfang 2011 gab es einen Internetblog unter der Bezeichnung ‚Thüringer Heimatschutz 2.0’. Bei einer rechtsextremistischen Demonstration am 19. Februar 2011 in Dresden wurde ein Transparent mit der Aufschrift ‚Thüringer Heimatschutz: Der Gott der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte.’ festgestellt. Eine tatsächliche Wiederbelebung bestätigte sich jedoch nicht." Mit freundlichen Grüßen MDR.DE_Redaktion
05.12.2011
21:47 Uhr
3. Kay:
In Ihrem "Teasertext" lese ich, dass der "Thüringer Heimatschutz" verboten sei. Tatsächlich? Ich habe bisher davon nichts gehört ...
05.12.2011
19:28 Uhr
2. MDR.DE-Redaktion:
@Robert Schmidt: Lieber Herr Schmidt, vielen Dank für Ihren Hinweis! Der Autor des Beitrags hat die Passage allerdings mitnichten bei Wikipedia kopiert, wie ein kurzer Blick zeigt. Dass es zu einer Übereinstimmung der Fakten kommt, sollte so sein - wenn unser Autor und Wikipedia richtig liegen! Mit besten Grüßen Ihre MDR.DE-Nachrichtenredaktion
05.12.2011
18:37 Uhr
1. Robert Schmidt:
Bei diesem Artikel hat mir wieder jemand fleißig von Wikipedia kopiert. Vor allem dieser Absatz ist nahezu eins zu eins von dort: "Der 32-jährige Thomas G. aus Meuselwitz bei Altenburg ist einer der bekanntesten Neonazis Thüringens und Aktivist der Freien Kameradschaftsszene. So soll er das rechtsextreme "Freie Netz" mitgegründet haben, aktiv im "Thüringer Heimatschutz" und Mitglied der verbotenen rechtsextremen Hilfsorganisation für Gefangene "HNG" gewesen sein." Lassen Sie das doch bitte! Die Leute sind nicht dumm. Und uns Nachwuchsjournalisten tun Sie damit auch keinen Gefallen.
05.12.2011
16:34 Uhr

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