riverboat

Nichts mit Rockerrente : Die Puhdys

1969 standen die Puhdys in Freiberg das erste Mal auf der Bühne. Den großen Durchbuch schaffte die Band 1973 mit der Musik zum DEFA-Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula".

1965 schließen sich vier junge Männer zur Udo-Wendel-Combo zusammen, doch als der namensgebende Sänger der Combo, Udo Wendel, die Band kurz nach der Gründung verlässt, sucht die Band nicht nur einen Ersatz für Wendel, sondern auch einen neuen Namen. Dieter Hertrampf steigt für ihn ein und so lauten 1965 die Vornamen der Bandmitglieder: P-eter (Meyer), U-do (Jacob), H-arry (Jeske) und D-ieter (Hertrampf). Hängt man an diese Anfangsbuchstaben der Vornamen noch ein -ys, ergibt das "Puhdys".

Die Puhdys, 1981 im DDR-Fernsehen
Die Puhdys, 1981 im DDR-Fernsehen

Am 19. November 1969 treten sie im Freiberger Klub "Tivoli" zum ersten Mal unter dem Namen "Puhdys" auf: Dieter Birr (Jahrgang 1944, Spitzname "Maschine"), Dieter Hertrampf (Jahrgang 1944, "Quaster"), Peter Meyer (Jahrgang 1940, "Eingehängt"), Gunther Wosylus (Jahrgang 1944) und Harry Jeske (Jahrgang 1937). Damals spielt die "Ur"-Band der Puhdys allerdings Coverversionen ihrer Vorbilder wie beispielsweise Uriah Heep, Deep Purple und Led Zeppelin. Um im Hörfunk gespielt zu werden und im Fernsehen der DDR auftreten zu können, braucht die Band deutsche Texte und Eigenkompositionen. So entsteht 1971 der erste Hit der Puhdys "Türen öffnen sich zur Stadt", dessen Text der Lyriker Wolfgang Tilgner schrieb.

1973 spielen die Puhdys das Lied "Wenn ein Mensch lebt" als Filmmusik zum DEFA-Kultfilm "Die Legende von Paul und Paula" ein und schaffen damit den absoluten Durchbruch. Das DDR-Schallplattenlabel Amiga veröffentlicht ein Jahr später die erste Puhdys-LP ("Die Puhdys"), die ein großer Erfolg wird. Und schon im darauffolgenden Jahr legt die Band mit einer weiteren Platte ("Puhdys") nach. Der riesige Erfolg der Puhdys, die mit lyrischen Texten und musikalischen Anleihen internationaler Bands den richtigen Ton treffen, zieht sich bis zum Beginn der 80er-Jahre. Die Puhdys treten in Ländern auf, die anderen Ostbands verwehrt bleiben. So stehen sie 1979 mit der Gruppe "Wir" und Udo Lindenberg im Westberliner Rockpalast auf der Bühne.

Die Puhdys bekommen 1982 als erste DDR-Rockband von Erich Honecker den Nationalpreis II. Klasse verliehen.
Erich Honecker überreicht den Puhdys 1982 als erster DDR-Rockband den Nationalpreis II. Klasse.

1979, die Puhdys haben gerade ihr Jubiläums-Live-Doppelalbum veröffentlicht, verlässt Gunther Wosylus die Band. Neuer Schlagzeuger wird Klaus Scharfschwerdt (Jahrgang 1954), der für frischen Wind in der Band sorgt. 1980 nehmen die Puhdys in London ihr zweites englischsprachiges Album auf. Ein Jahr später geben sie ein Konzert auf der Waldbühne in West-Berlin vor 12.000 Besuchern und machen eine Promo-Tour durch die USA. 1982 erhalten sie als erste Rockband den Nationalpreis der DDR. Die Erfolgsgeschichte der DDR-Kultband spiegelt sich in den Verkaufszahlen ihrer Platten wider. Bis zur Wende 1989 erscheinen 17 Puhdys-LPs, weltweit 20 Millionen Tonträger werden verkauft.

Dennoch planen die Puhdys 1988, die Band nach 20-jährigem Bestehen 1989 aufzulösen. Mit einer großen Good-Bye-Tour durch die DDR und die Bundesrepublik verabschieden sie sich von ihren Fans in die "Rockerrente". Doch 1992 kommt es zur Wiedervereinigung der Band. 1997 verlässt Bassist Harry Jeske die Band und wird durch Peter Rasym (Spitzname "Bimbo", spielte bei "Stern Meißen") ersetzt. Am 19. Juni 1999 feiern die Puhdys ihr 30. Jubiläum mit einem Konzert in der ausverkauften Berliner Waldbühne gemeinsam mit 22.000 Fans. Die ehemalige DDR-Rockband ist im Westen angekommen. Von 1992 bis 2009 veröffentlichen sie 17 LPs, schreiben u.a. die Vereinshymne für den FC Hansa Rostock und einen Song für den Berliner Eishockey-Verein Eisbären.

Am 1. Januar 2009 starten die Puhdys in Berlin mit ihrer Jubiläumstour durch die Bundesrepublik in der O2 -World-Arena vor 13.000 Fans. Am Tag darauf erscheint ihr neues Album "Abenteuer", auf dem sie auch an alte Zeiten erinnern (Lied "Im Tivoli"). Ein Muss für alle Fans ist das im Februar 2009 erschienene Buch zur Bandgeschichte. In "Abenteuer Puhdys" (Verlag Neues Leben) erzählen die Ostrocker sehr persönlich aus ihrem Leben und berichten von den Höhen und Tiefen ihrer Karriere.

Erstellt am: 19. März 2009

Zuletzt aktualisiert: 23. März 2009, 14:21 Uhr

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK