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MDR FIGARO | 05.07.2014 | 18:05 Uhr : Rund ums Angeln

Wenn von Sport die Rede ist, denkt ihr sicher an Bewegung, an Anstrengung und daran, ins Schwitzen zu kommen. Aber das, was viele Menschen zwischen April und Oktober still sitzend an den verschiedensten Gewässern betreiben, sieht ganz und gar nicht so aus. Dennoch - Angeln ist ein Sport. Mehr dazu erfahrt ihr von FIGARINO-Reporterin Christine Färber und Theo, Tom und Max!

Kinder angeln

Mittwochnachmittag am Anton-Bruckner-Bassin in Leipzig: Hier treffen sich rund 20 Kinder und Jugendliche, und sie begrüßen sich mit merkwürdigen Aussprüchen wie "Petri heil!" und "Petri Dank". Gleich kommt auch die Erklärung von Theo, Tom und Max: "'Petri Heil' heißt soviel wie 'Hallo' unter Anglern!"

Ganz ruhig - sonst klappt's nicht!

Theo, Tom und Max schauen ganz ruhig aufs Wasser und halten ihre Angel so still wie möglich. Denn sie alle wollen heute noch was Großes aus dem Wasser ziehen. Denn beim Angeln, so erklärt Theo, geht es darum: "dass man dann am Ende einen Fisch hat. Es geht aber auch darum, die Ruhe zu finden beim Angeln. Wenn man einen Fisch fängt, dann wird man immer ehrgeiziger, und möchte noch einen fangen und noch einen."

Essen oder wieder freilassen?

Die drei Jungs angeln schon seit mehreren Jahren im Angelverein Leipzig. Theo hat schon einen Fisch im Eimer neben sich, einen Karpfen. Den nimmt er heute mit nach Hause. Dort kommt er dann auf den Tisch. Tom dagegen hakt seine Fische grundsätzlich wieder ab und wirft sie zurück ins Wasser. Auch, wenn er ein sehr guter Angler ist, essen will er den Fisch nicht: "Mir geht's nur um den Kampf mit den Fischen", sagt er.

Wichtig: die Angel-Regeln!

Wie bei jedem fairen Kampf gibt es aber auch beim Angeln bestimmte Regeln, die eingehalten werden müssen. In Deutschland darf auch nur derjenige angeln, der diese Regeln alle kennt. Friedrich Richter ist der Chef des sächsischen Angerverbandes und dafür verantwortlich, dass es fair zugeht an den sächsischen Gewässern.

"Es gibt sehr seltene Fische und die sind geschützt. Die bleiben immer im Gewässer drin. Zum Beispiel der Bitterling ist eine geschützte Art, die fängt man manchmal, aber die muss man immer wieder zurücksetzen. Und dann gibt's natürlich auch noch Fischarten, die haben ein Mindestmaß, wie der Karpfen. Der hat ein Mindestmaß von 40 cm. Und wenn der 38 cm hat, dann muss man den wieder zurücksetzen, obwohl das den Kindern sicherlich sehr schwer fällt"

Friedrich Richter, Chef des sächsischen Angerverbandes

Tom, Theo und Max haben schon eine Prüfung gemacht

Angeln
Hat einer angebissen? Na , dann schnell die Angel einziehen!

Nicht jeder darf in Deutschland angeln. Dazu braucht man nämlich einen so genannten Angelschein. Das bedeutet, man muss eine Prüfung in einer Angelschule ablegen. Kinder unter neun Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen mit Angelschein angeln gehen. Ab neun Jahren braucht man dann einen so genannten Jugendfischereischein. Auch Tom, Theo und Max mussten für den Jugendfischerschein vor dem Anglerverband Leipzig beweisen, dass sie einiges über die Fische wissen.

Wenn die drei dann 16 Jahre alt sind, müssen sie für 30 Stunden in die Angelschule, um den richtigen Fischereischein zu machen. Dann heißt's pauklen: Die Fächer dort sind Gewässerkunde, Fischkunde, Gerätekunde und Angelrecht. Wer dann weiß, welche Fische, wann, mit welcher Angel gefangen werden dürfen, der kann ein guter Angler werden. Doch was macht denn einen guten Angler aus? Auf jeden Fall muss er sich nicht nur mit Fischen auskennen, sondern auch mit dem Wetter und dem Gewässer, erklärt Friedrich Richter.

"Man muss sich genau mit dem Gewässer beschäftigen, muss wissen, wie tief es ist, wo Kanten sind, wo Krautbewuchs ist und wo sich die Fische aufhalten."

Friedrich Richter, Chef des sächsischen Angerverbandes

Was essen die Fische am liebsten?

Max, Theo und Tom wissen jedenfalls schon ganz gut Bescheid. "Maden und Mais" schmecken Fischen besonders gut. Deshalb steckt Tom gleich mal beides auf den Haken. Einen weißen Wurm und ein gelbes Maiskorn. In seiner dreijährigen Angelzeit war sein größter Fang ein Schuppenkarpfen. Der wog fünf Kilo. Den hat er gefangen, weil er ganz ruhig am Wasser stand. Denn wie gesagt, Fische mögen keinen Lärm. Nur, warum? "Die Fische nehmen die Erschütterungen wahr. Und deshalb merken sie auch, wenn da einer laut rumschreit, weil das ja auch gewisse Schwingungen auslöst", erklärt Friedrich Richter.

Fische ausnehmen - eklig?

Und wenn man einen Fisch gefangen hat? Vom Fisch am Haken zum Fisch auf dem Teller muss schließlich noch einiges erledigt werden. Auch das gehört zum Angeln dazu: Fische töten und ausnehmen, also aufschneiden und alles das aus dem Fischbauch rausholen, was nicht mit auf den Teller soll. "Eklig ist das nicht", sagt Max. "Wenn man richtig gerne angelt, dann muss man die Fische auch ausnehmen können", findet er.


Seid ihr neugierig geworden? Dann probiert das Angeln doch einmal mal aus und fragt in eurer Stadt beim Angelverein nach. Die meisten Vereine haben auch spezielle Angebote für Kinder. Oft kann man sich am Anfang eine Angel mit Schnur und Haken zum "Geduldstest" auch erst einmal ausleihen. Also dann, Petri Heil!


Zuletzt aktualisiert: 30. Juni 2014, 16:54 Uhr

FIGARINO-Geschichte

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