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FIGARINO-Thema : Angeln - wie geht das?

Wenn von Sport die Rede ist, denkt man an viel Bewegung, an Anstrengung und daran, ins Schwitzen zu kommen. Aber das, was viele Menschen zwischen April und Oktober still sitzend an den verschiedensten Gewässern betreiben, sieht ganz und gar nicht so aus. Dennoch - Angeln ist ein Sport. Mehr dazu erfährt FIGARINO-Reporterin Christine von Theo, Tom und Max!

Kinder angeln

Es ist Mittwoch Nachmittag am Anton-Bruckner-Bassin in Leipzig. Hier treffen sich rund 20 Kinder und Jugendliche, und sie begrüßen sich mit merkwürdigen Aussprüchen wie "Petri heil!" und "Petri Dank". FIGARINO-Reporterin Christine Färber ist mit dem Mikro dabei und bekommt auch gleich die Erklärung von Theo, Tom und Max. Die drei sind auch unter den Kindern am Anton-Bruckner-Bassin und erklären Christine: "'Petri Heil' heißt soviel wie 'Hallo' unter Anglern!"

Macht mit bei unserem Angel-Quiz:

Ganz ruhig - sonst klappt's nicht!

Doch genug geredet, finden Theo, Tom und Max. Alle drei schauen ganz ruhig aufs Wasser vor ihnen und halten ihre Angel so still wie möglich. Denn sie alle wollen heute noch was Großes aus dem Wasser ziehen.

"Dass man dann am Ende einen Fisch hat, es geht aber auch darum, die Ruhe zu finden beim Angeln. Wenn man einen Fisch fängt, dann wird man immer ehrgeiziger, und möchte noch einen fangen und noch einen."

Theo, junger Angler

Essen oder wieder freilassen?

Angeln
Hat einer angebissen? Na , dann schnell die Angel einziehen!

Theo hat schon einen Fisch im Eimer neben sich, einen Karpfen. Den nimmt er heute mit nach Hause. Die drei Jungs angeln schon seit mehreren Jahren im Angelverein Leipzig. Max und Theo nehmen ihren Fang meistens mit nach Hause. Dort kommt er dann auf den Tisch. Tom dagegen hakt seine Fische grundsätzlich wieder ab und wirft sie zurück ins Wasser. Auch, wenn er ein sehr guter Angler ist, essen will er den Fisch nicht: "Mir geht's nur um den Kampf mit den Fischen", sagt er.

Wichtig: die Angel-Regeln!

Wie bei jedem fairen Kampf gibt es aber auch beim Angeln bestimmte Regeln, die eingehalten werden müssen. In Deutschland darf auch nur derjenige angeln, der diese Regeln alle kennt. Friedrich Richter kennt sie alle. Er ist der Chef des sächsischen Angerverbandes und dafür verantwortlich, dass es fair zugeht an den sächsischen Gewässern.

"Es gibt sehr seltene Fische und die sind geschützt, die bleiben immer im Gewässer drin. Zum Beispiel der Bitterling ist eine geschützte Art, die fängt man manchmal, aber die muss man immer wieder zurücksetzen. Und dann gibts natürlich auch noch Fischarten, die haben ein Mindestmaß, wie der Karpfen. Der hat ein Mindestmaß von 40 cm. Und wenn der 38 cm hat, dann muss man den wieder zurücksetzen, obwohl das den Kindern sicherlich sehr schwer fällt"

Friedrich Richter, Chef des sächsischen Angerverbandes

Kinder unter neun Jahren dürfen nur in Begleitung eines Erwachsenen mit Angelschein angeln gehen. Mit neun Jahren braucht man dann einen sogenannten Jugendfischereischein.

Tom, Theo und Max haben schon eine Prüfung gemacht

Auch Tom, Theo und Max mussten dem Anglerverband Leipzig beweisen, dass sie zum Beispiel wissen, wie groß der Fisch am Haken sein darf, damit er auf den Tisch kommen kann. Wenn die drei dann 16 Jahre alt sind, müssen sie 30 Stunden in die Angelschule, um den richtigen Fischereischein zu machen. Dann heißt's pauklen: Die Fächer dort sind Gewässerkunde, Fischkunde, Gerätekunde und Angelrecht. Wer dann weiß, welche Fische wann mit welcher Angel gefangen werden dürfen, der kann ein guter Angler werden. Was macht denn einen guten Angler aus, will Christine wissen? Auf jeden Fall muss er sich nicht nur mit Fischen auskennen, sondern auch mit dem Wetter und dem Gewässer, erklärt ihr Friedrich Richter.

"Man muss sich genau mit dem Gewässer beschäftigen, muss wissen, wie tief es ist, wo Kanten sind, wo Krautbewuchs ist und wo sich die Fische aufhalten."

Friedrich Richter, Chef des sächsischen Angerverbandes

Was essen die Fische am liebsten?

Max, Theo und Tom wissen jedenfalls schon ganz gut Bescheid - "Maden und Mais", schmecken Fischen besonders gut, berichten sie Christine. Deshalb steckt Tom heute gleich mal beides auf den Haken. Einen weißen Wurm und ein gelbes Maiskorn. Er ist jetzt zehn Jahre alt und angelt schon seit drei Jahren. Sein größter Fang war ein Schuppenkarpfen, der wog fünf Kilo. Den hat er gefangen, weil er ganz ruhig am Wasser stand. Denn wie gesagt, Fisch mögen keinen Lärm. Nur: warum? "Die Fische nehmen die Erschütterungen wahr. Und deshalb merken sie auch, wenn da einer laut rumschreit, weil das ja auch gewisse Schwingungen auslöst", erklärt Herr Richter.

Fische ausnehmen - eklig?

Und wenn man dann einen Fisch gefangen hat? Vom Fisch am Haken zum Fisch auf dem Teller muss schließlich noch einiges erledigt werden. Auch das gehört zum Angeln dazu: Fische töten und ausnehmen, also aufschneiden und alles das aus dem Fischbauch rausholen, was nicht mit auf den Teller soll. "Eklig ist das nicht", sagt Max."Wenn man richtig gerne angelt, dann muss man die Fische auch ausnehmen können", findet er.


Seid ihr neugierig geworden? Dann probiert das Angeln doch einmal mal aus und fragt in eurer Stadt beim Angelverein nach! Die meisten Vereine haben auch spezielle Angebote für Kinder. Oft kann man sich am Anfang eine Angel mit Schnur und Haken zum "Geduldstest" auch erst einmal ausleihen. Also dann, Petri Heil!

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2012, 14:19 Uhr

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