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FIGARINO musikalisch : Kindermusiker – auf dem Weg zum Profi?

Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Den Spruch habt ihr bestimmt schon mal gehört. Vor allem, wer ein Musiker werden will, sollte früh mit dem Üben anfangen. Diejenigen unter euch, die ein Instrument lernen, wissen das. In Dresden gibt es einen Musikunterricht, bei dem schon ganz kleine Kinder besonders gefördert werden: Die Kinderklasse der Musikhochschule. Hier können Kinder ab drei Jahren spielerisch die Welt der Musik erkunden.

Musizierende Kinder

In einem großen, hellen Raum der Musikhochschule Dresden trifft sich regelmäßig eine kleine Gruppe Kinder: Nele, Christoph, Jasper, Jonathan, Ludwig, Lina. Sie sind alle zwischen sechs und sieben Jahre alt. Die Sechs sind hier, weil sie besonderen Spaß am Musikmachen haben. Deshalb gehen sie nach dem normalen Schulunterricht noch einmal zum Unterricht: In die Kinderklasse der Musikhochschule Dresden.

"Die Quint kennt jedes Kind" - naja, jedenfalls bald!

Mehrere Kinder musizieren zusammen
Rhythmusgefühl ist sehr wichtig beim Musizieren.

Heute steht das Fach Rhythmik auf dem Stundenplan, dabei darf man sich viel bewegen. Zur Begrüßung bilden die Kinder gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christine Straumer einen Kreis und singen. Bei diesem Lied geht es aber nicht nur darum, einander zu begrüßen – nein, man muss aufmerksam zuhören, den richtigen Rhythmus klopfen und Töne und Tonsprünge erkennen: "Die Quint, die Quint, die kennt ein jedes Kind", singen sie. Auf diese Art und Weise lernen die Kinder spielerisch, was Musik eigentlich ist. Welchen Takt hat das Lied? Ist der Ton hoch oder tief? Muss ich kürzer oder länger klatschen, um die Pausen zu füllen?

Stolz auf das eigene Können

Noch schwieriger ist es, passend zur Klaviermusik zu tanzen und trotzdem an der richtigen Stelle zu klatschen. Puh, die 60 Minuten Rhythmik-Unterricht sind ganz schön intensiv. Die Kinder mögen die Übungen trotzdem sehr. Auch vor Publikum durften sie schon zeigen, was sie können, erzählt Nele.

"Ich kann mich noch erinnern an den Tag, als wir eine Aufführung gemacht haben. Da waren auch andere Kinder von anderen Gruppen dabei, und das hat richtig Spaß gemacht. Da haben wir so Schritte und so gemacht. Da waren am Ende auch viele Leute, die am Klavier und so gespielt haben. Das hat mir so gefallen, dass ich auch angefangen habe, Klavier zu spielen."

Nele, 6 Jahre

Keine Knickfinger für Christoph

Seit einer Woche geht Nele nun zum Klavierunterricht. Ihr Freund Christoph geht schon etwas länger hin, und ist ganz begeistert: "Ich liebe das Klavierspielen", schwärmt er. Zuhause übt Christoph abwechselnd mit Papa oder Oma, und in der Kinderklasse übt er mit Christine Schindler – seiner Klavierlehrerin. Die kann sehr lieb, aber auch sehr streng sein, wenn sie ihn ermahnt, "keine Knickfinger" zu machen, und mit der linken Hand so zart "wie Watte" zu spielen. Obwohl Frau Schindler oft korrigiert, ist sie meistens sehr zufrieden mit ihrem sechsjährigen Schüler, denn Christoph hat ein gutes Gehör und ein gutes Rhythmusgefühl.

"Christoph hat viel Fantasie. Er kann sich viel vorstellen. Wenn man die Musik in Bilder umsetzt, da hat er Vorstellungen. Das ist das A und O für die Ausbildung, dass das Gehör stimmt."

Christine Schindler, Musikhochschule Dresden

Mit diesen Voraussetzungen hat Christoph gute Chancen, später auf das Sächsische Landesgymnasium für Musik gehen zu dürfen. Das ist die Schule für begabte Kinder, die vielleicht mal die Musik zum Beruf machen wollen. Ob sie später mal berühmte Musiker werden oder nicht, wissen Christoph, Jasper, Lina, Jonathan, Nele und Ludwig noch nicht. Ihnen ist im Moment nur eins wichtig: Der Unterricht in der Kinderklasse macht großen Spaß –  weil man hier Tanzen und Singen und auch mal Quatsch machen darf.    

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2012, 12:37 Uhr

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