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MDR FIGARO | 01.01.2013 | 08:15 Uhr und im Webchannel : Traumberuf Pyrotechniker

Zu Silvester schauen alle staunend in den Himmel, wenn dort mit lautem Getöse und in bunten Farben ein riesiges Feuerwerk abbrennt. Um die professionelle Knallerei mit speziellen Effekten kümmern sich ausgebildete Pyrotechniker. Was in wenigen Minuten verpufft, wird oft sehr lange vorbereitet. So ein professionelles Feuerwerk ist nicht nur schwierig herzustellen, es ist auch brandgefährlich. Daher müssen die Spezialisten für ihre Arbeit viel lernen. Was Pyrotechniker alles können müssen, hat Figarino-Reporterin Vera Wolfskämpf herausgefunden.

Feuerwerk

Rund 50 Pyrotechniker gibt es allein in Leipzig. Uwe Bachmann ist einer von ihnen und er baut gerade ein Feuerwerk auf. Vor ihm steht ein Metallgestell mit vier großen Rohren. In diese Rohre kommen die Feuerwerksbomben. Sie heißen so, weil in ihnen so viel Sprengkraft steckt. Die "Bomben" werden untereinander verbunden und mit Verzögerungszündern versehen. Später muss Uwe Bachmann nur an einer Stelle die Zündschnur anbrennen und nacheinander gehen die Sprengkörper hoch.

Feuerwerk mit den Jahreszahlen 2013
Beeindruckend: ein Feuerwerk mit den Jahreszahlen.

80 Kilogramm Feuerwerk wird Uwe Bachmann am Abend in die Luft schießen. Das ist nur ein kleines Feuerwerk, mitunter ist es auch mal eine Tonne Sprengstoff, so viel wie ein Auto wiegt. Der Spaß ist natürlich sehr teuer, oft mehr als 1.000 Euro.

Uwe Bachmann ist seit zehn Jahren Pyrotechniker und er hat schon etwa 200 Feuerwerke veranstaltet. Er weiß genau, welchen Abstand die Raketen voneinander haben müssen, damit es nicht zu Unfällen kommt.

Bevor man als Pyrotechniker arbeiten darf, muss man praktische Erfahrung sammeln: Dafür musste Uwe Bachmann bei 27 Feuerwerken mithelfen, also unter Aufsicht üben. Wichtig ist, dass ein Pyrotechniker mindestens 21 Jahre alt ist. Böller und Raketen, die man im Handel kaufen kann, sind ja auch erst für 18-Jährige zugelassen. Pyrotechniker haben eine besondere Verantwortung.

"Der Pyrotechniker muss zuverlässig sein, d.h. er darf z.B. nicht alkholabhängig, nicht abhängig von Medikamenten oder anderen berauschenden Mitteln sein. In seinem Strafregister dürfen keine Eintragungen sein. Und er darf auch bestimmte Ordnungswidrigkeiten nicht begangen haben."

Martin Wagner, Landesdirektion Sachsen

Ehe man Pyrotechniker wird, muss man also viele Bestätigungen von Ärzten, der Polizei und Gerichten einholen und zahlreiche Formulare ausfüllen. Aber es ist auch klar, warum die Vorschriften so streng sind: Schließlich arbeiten Pyrotechniker mit hochexplosivem Sprengstoff. Damit können sie sich und andere schwer verletzen, wenn sie nicht vorsichtig sind.

Uwe Bachmann erfüllt alle Voraussetzungen. Und er findet noch ein paar andere Eigenschaften wichtig:

"Fingerfertigkeit sollte man haben, Feinmotorik. Manche Sachen kann man nicht einfach abschneiden oder draufhauen. Das sollte man schon ein bisschen vorsichtig machen. Keine Angst haben, sportlich sein – man muss auch mal rennen, wenn was explodiert. Ja, und halt Nerven haben."

Pyrotechniker Uwe Bachmann

Vom Selberbasteln rät der professionelle Pyrotechniker dringend ab, das kann gefährlich werden. Wichtig ist auch ein bisschen künstlerisches Verständnis:

"Man kann nicht alles kombinieren. Gold sieht immer schön aus, aber Gold kann man nicht mit Silber kombinieren. Silber ist zu hell, das überstrahlt alles. Und wenn man ein Tag-Feuerwerk macht, sollte man Rot nehmen, das sieht man gut."

Pyrotechniker Uwe Bachmann

Übrigens gibt es 900 verschiedene Effekte bei einem Profi-Feuerwerk. So viel bekommt man an einem Abend nur selten zu sehen, es sei denn, es ist Silvester. Das ist natürlich der Jahreshöhepunkt für einen Pyrotechniker.

Zuletzt aktualisiert: 25. Dezember 2012, 17:07 Uhr

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