Ferientipps : Skifahren im Sommer
Es sind Sommerferien. Wahrscheinlich vertreibt ihr euch gerade die Zeit auf dem Spielplatz, im Freibad oder am See. Einen Sommertag im Schnee zu verbringen, wäre ja auch ziemlich seltsam. Oder? FIGARINO-Reporterin Uta Burkhardt hat einen Ort entdeckt, wo man auch bei Augusthitze Skilaufen kann.
Mitten im Sommer liegt hier Schnee! - in Oberhof im Thüringer Wald ist das wirklich so. Allerdings nicht draußen, sondern in einer Ski-Halle. Hier sind es immer minus vier Grad Celsius, auch wenn es draußen heiße 30 Grad sind. Auf gut 1.000 qm ist alles schneeweiß! Woher der Schnee kommt, weiß Heiko Schacht: Er ist Techniker in der Skihalle.
Hier trainieren die Profis
Diesem Kunstschnee ist es zu verdanken, dass die Oberhofer Skihalle sehr beliebt ist. Überall aus Europa kommen Wintersportler, um hier auch im Sommer bei winterlichen Bedingungen trainieren zu können. "Derzeit trainiert hier die russische Nationalmannschaft im Biathlon, nächste Woche kommt dann die slowakische Mannschaft her", erzählt Heiko Schach.
Lauter Profis hier? Nein, die Skihalle kann jeder benutzen. Also auch alle, die Skilaufen als Hobby betreiben. Jetzt im Sommer probieren das zum Beispiel viele Urlauber aus. So wie Lisa und Max aus Leipzig. Die beiden sind mit ihren Eltern in Oberhof, und neugierig, wie es in der Skihalle aussieht. Max hat sogar kurze Hosen an. Er ist nur für ein paar Minuten in die Halle gekommen, um mitten im Sommer mal den Winter zu spüren: "Im Vergleich zu draußen ist es schon sehr kalt, aber wenn man dann 'ne Weile drin ist, hält man's schon aus", lacht Max.
Echt "cool" mitten im Sommer!
Heute haben die beiden zwar keine Skier dabei, aber sie beschließen, noch einmal wiederzukommen, denn ihnen gefällt die Strecke. Und "zu wissen, draußen ist es so warm und hier drin eisig kalt – das ist schon cool", finden die Geschwister. "Cool" - das ist wohl das richtige Wort für eine minus vier Grad kalte Halle voller Schnee. Schließlich heißt "cool" ja kühl. Heiko, der Hallentechniker und Schneeproduzent, weiß, dass man sich deshalb leicht erkälten kann. Die Profi-Sportler sind deshlab auch ganz besonders vorsichtig und bleiben nach dem Training noch länger in der Halle.
Anziehen wie die Profis: Nicht zu warm!
Drei Nachwuchssportler, die das auch genauso machen, sind Luca, Lisa und Anna-Maria vom Wintersportverein Oberhof. Lisa ist elf Jahre alt und eine Ski-Langläuferin. Der elfjährige Luca und die 12-jährige Anna-Maria trainieren Biathlon. Das ist die Sportart, bei der man Skilanglauf und Schießen kombiniert. Alle drei trainieren regelmäßig in der Halle. Um den Temperaturunterschied gut zu vertragen und sich gegen Erkältungen zu schützen, ist es wichtig, dass man sich richtig anzieht, erklärt Luca: "Man sollte leicht frösteln in der Halle, so dass man dann auch richtig gut schwitzen kann, dass man nicht übermäßig schwitzt und dann kann man nicht mehr." Aha, also gar nicht so warm einpacken!
Technik-Training geht nur im echten Schnee
Jetzt im Sommer findet das Training der Profis aber oft draußen statt, dann natürlich auf Inlineskates oder auf Skirollern, für die man keinen Schnee braucht. Um die eigene Technik zu verbessern und auch ein bisschen Spaß zu haben, ist es dennoch wichtig,ab und an auf "echtem" Schnee in der Ski-Sport-Halle zu trainieren, erzählt Lisa. Weil das Wegrutschen zum Skifahren dazu gehört, kann es auch während eines Wettkampfs passieren. Deshalb ist es gut, wenn Lisa dieses Wegrutschen übt – umso besser ist sie auf die Winterwettkämpfe vorbereitet.
Im Moment läuft es jedenfalls für alle drei sehr gut: Luca und Anna-Maria sind in ihrer Altersklasse Thüringer Landesmeister im Biathlon, und Lisa hat sich bereits einige Siege im Langlauf erkämpft. Dazu hat das Training im Kunstschnee bestimmt ein bisschen beigetragen!
Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, auch mal im Sommer Ski zu fahren und den Oberhofer Kunstschnee zu testen, dann bietet sich ein Besuch in den Sommerferien an.
FIGARINOS Ferientipps
Sechs Wochen Ferien - und so viele Ideen! FIGARINOS Ferientipps gibt es ab jetzt jede Woche für euch im Webradio. Nächstes Mal berichten wir über das Dormuseum Markersdorf. Regine Förster war dort.
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