FIGARINO-Thema : Zu Besuch in der Taschengeldwerkstatt
Meist ist das Taschengeld zu schnell alle, stimmt's? Aus diesem Grund können in der Taschengeldwerkstatt in Dresden Kinder und Jugendliche ein bisschen was dazu verdienen. Sie bauen aus Holz zum Beispiel Vogelhäuschen oder Regale - alles unter Anleitung und gegen Bezahlung. FIGARINO-Reporterin Friederike Seeger hat sich bei den fleißigen Handwerkern umgesehen.
Im voll gestellten Raum der Taschengeldwerkstatt in Dresden fallen gerade mächtig Späne: Celina und ihre jüngere Schwester Clara feilen und schleifen konzentriert an einem Stück Holz. Später soll daraus mal eine Tulpe werden. Jede von Ihnen bekommt für die Mitarbeit ein bisschen Geld. Deshalb heißt die Werkstatt im Jugendhaus "Emmers" in Dresden auch Taschengeldwerkstatt. Kinder wie Celina und Clara haben nämlich selbst wenig oder gar kein Geld. In der Werkstatt können sie deshalb ein bisschen mithelfen und sich so ihr eigenes Geld verdienen. Für jede volle Stunde bekommen sie 50 Cent. Dirk Lange ist Sozialarbeiter und hatte die Idee zur Taschengeldwerkstatt.
Dirk, der gute Geist der Werkstatt
Alleine stehen die Kinder natürlich nicht in der Werkstatt. Das wäre bei den großen Maschinen auch viel zu gefährlich. Stattdessen hilft ihnen Christian Schröder – er ist der gute Geist in der Werkstatt. In seinem blauen Arbeitskittel erkennt ihn sofort jedes Kind hier im Stadtteilzentrum. Ob Fragen zu Sägen, Holzarten oder wie man zum Beispiel ein Puppenhaus baut, Christian Schröder hat auf alles eine Antwort. Celina und ihre Schwester Clara beugen sich über die frisch gesägten Holzblumen und bohren kleine Löcher hinein. Die Blumen sollen später als Geschenke an die Eltern verteilt werden. Beide Schwestern kommen fast jeden Nachmittag hierher. Die zwölfjährige Celina hilft gerne in der Taschengeldwerkstatt: "Na, wenn man Zuhause jetzt nicht gerade viel bekommt, erhofft man sich halt hier ein bisschen", sagt sie.
Das Geld kommt in die Sparmaschine!
Das Geld wird aber nicht einfach an jedes Kind ausgezahlt, sondern bis zum Ende des Monats gespart. Statt einzelner Münzen werden bunte Kugeln in eine Art Sparkonto gegeben. Das Ganze nennt sich "Sparmaschine" und wurde extra von Christian Schröder erfunden. Celina und Clara können so jedes Mal schauen, wie viel Geld sie schon angespart haben. Die ersten Aufträge der Taschengeldwerkstatt waren vor allem Regale und Vogelhäuschen. Inzwischen werden die Kundenwünsche aber schon aufwendiger, wie Christian Schröder erzählt, "wir hatten mal einen Kaninchenstall", erinnert sich Herr Schröder. Damit so ein Stall nicht schief wird, müssen erst einmal die Maße berechnet werden. Wie lang, hoch und breit das Ganze beispielsweise sein soll, wie Celina erklärt.
Auch bei den Holzblumen müssen Celina und Clara ganz genau darauf achten, dass alles stimmt und nichts abbricht. Passiert ist das bisher jedoch noch nicht. Celina und Clara schauen sich zufrieden an. Für heute haben sie in der Taschengeldwerkstatt genug geholfen!
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