FIGARINO-Thema : Traumberuf Architekt
Architekten bauen Traumhäuser, riesige Wolkenkratzer, Schulen und Wohnhäuser. Aber wie baut man eigentlich ein Haus? Was muss man beachten, damit es nicht zusammenfällt? Und: Darf ein Architekt einfach das planen, was ihm selbst gefällt? Linus ist elf Jahre alt und will mehr über diesen Beruf wissen.
Wie gut, dass Linus' Nachbar Hauke Herberg selbst Architekt ist! Er nimmt Linus mit zu einer seiner Baustellen. Dort wird gerade ein Kindergarten fertig gestellt, der etwas ganz Besonderes ist: Da gibt's Fenster unter der Decke, verschiebbare Wände und einen riesig hohen Raum, den Hauke "Kinderforum" nennt. Linus darf sich alles ganz in Ruhe ansehen, noch vor der offiziellen Eröffnung!
Kletter-Podeste, Lichtpunkte und verschiebbare Wände: ein toller Kindergarten!
Der Kindergarten ist ein großer Neubau in Leipzig-Grünau mit vielen ungewöhnlichen Extras. Linus merkt gleich, dass es hier anders aussieht als in dem Kindergarten, den er früher besucht hat. Der größte Raum in der Mitte heißt "Kinderforum", und da gibt es Podeste zum Draufklettern und kleine Wände zum dahinter-Verstecken. Staunend sieht Linus sich um und wundert sich: Der Raum liegt in der Mitte des Gebäudes, und trotzdem ist es taghell darin. Wo sind denn hier die Fenster? Ach, da, ganz oben, fast an der Decke! Rundherum läuft ein sogenanntes Lichtband, und an der Decke sind noch einige Lichtpunkte eingesetzt, durch die das Tageslicht einfallen kann.
Ein ganzes Haus für Kinder
Und weiter geht's durch den großen Bau. Linus kann sich alles aus der Nähe anschauen und Hauke, der Architekt, erklärt jede Menge. So ruhig wie heute ist es hier nicht mehr lange – bald schon sollen hier über 100 Kinder toben. Und genau für die ist das Gebäude gemacht. Jede Tür, jedes Fenster und jeder Einbau ist von Hauke und seinen Kollegen für diejenigen geplant worden, die es benutzen sollen: die Kindergartenkinder. Sogar, wenn die mal pullern müssen, ist an alles gedacht, denn alles ist ganz niedrig eingebaut und klitzeklein: Kleine Klos, kleine Waschbecken und niedrige Handtuchhalter. Und schon erfährt Linus, dass der Gedanke an die späteren Bewohner oder Nutzer eines Hauses, für den Architekten ganz wichtig ist: Schließlich müssen sich die Menschen wohlfühlen und das Haus musszu ihrem Leben passen - nicht umgekehrt! Und wenn die Nutzer Kinder sind, dann müssen Hauke und seine Kollegen sich eben auch mal selbst ganz klein machen, um alles aus der richtigen Perspektive zu sehen!
Unser Rätsel zum Thema "Traumberuf Architekt":
Ein Architekt macht sich ganz klein ...
Hier können die Kinder bestimmt richtig gut spielen! Linus findet es aufregend, dass man sich einen Kindergarten so perfekt für Kinder ausdenken kann - mit niedrigen kleinen Waschbecken, Lichtpunkten an der Decke und Fenstern, die fast ganz oben an der Decke kleben. Linus wünscht sich auch so einen Beruf, in dem er seiner Phantasie freien Lauf lassen kann! Aber kann das der Architekt eigentlich? Nein, sagt Hauke. Denn der Architekt muss ganz vieles bedenken, bevor er ein Haus plant.
Es sind also viele Leute daran beteiligt, die Ideen, die der Architekt hat, umzusetzen. Und auch wenn dann losgebaut wird, muss der Architekt immer noch ein Auge auf alles haben, erfährt Linus von Hauke. Der ist nämlich nicht immer nur im Büro: "Ich fahre auch auf die Baustelle und schaue, ob alles so gebaut wird, wie es im Plan steht", sagt er.
Architekt - ein Traumberuf?
Ein Architekt muss also vieles berechnen, bedenken und einplanen. Und dann muss er auch in der Bauzeit noch jede Mange kontroliieren und überwachen. Das hört sich spannend an – ist aber auch ganz schön kompliziert. Doch Hauke gefällt es, für ihn ist sein Beruf ein echter Traumberuf.



