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FIGARINO-Thema | ARD-Themenwoche "Leben mit dem Tod" : Wie Kinder trauern

Am 25. November ist Totensonntag. Ein ganzer Tag, an dem an die Verstorbenen gedacht werden soll. Im Alltag haben wir sonst mit dem Tod nicht viel zu tun. Trotzdem ist der Tod immer präsent - irgendwo. Wie gehen Kinder damit um? FIGARINO-Reporterin Anne Sailer hat sich schlau gemacht.

Ein Mädchen schaut traurig.

FIGARINO-Reporterin Anne Sailer hat Max getroffen. Er ist 10 Jahre alt, hat viele Freunde, ist manchmal ein bisschen unordentlich und auch ein bisschen faul in der Schule - ein ganz normaler Junge eben. Max musste aber schon erleben, wie es ist, wenn man jemanden verliert, den man sehr lieb hat. "Meine beiden Opas sind gestorben", erzählt er. Max' Lieblingsopa Thomas starb erst letztes Jahr an Krebs und der 10-Jährige erinnert sich noch genau, wie es ihm damals ging: "Das fühlte sich an wie Heimweh", erinnert er sich.

Jedes Kind trauert anders

Der Tod gehört zum Leben dazu, das weiß auch Kinderpsychologin Heidi Engesser. Egal, ob der Opa stirbt, der Hamster oder vielleicht sogar ein Elternteil oder ein Klassenkamerad: Immer ist es traurig. Wie man damit umgeht, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Und auch jedes Kind geht damit anders um. Manche Kinder lassen sich gar nicht viel anmerken, sind aber innerlich sehr traurig. Andere wollen sehr viel über den Tod wissen oder weinen oft. Heidi Engesser sagt, dass es da keine Regeln gibt - im Gegenteil: Bei der Trauer ist alles erlaubt und jeder darf so traurig sein, wie es für ihn am besten ist.

Rituale sind wichtig

Kind allein traurig auf einer Treppe sitzend.
Traurig sein ist in Ordnung - aber Kinder sollten damit nicht alleine bleiben.

Ganz wichtig ist es für Kinder, dass ihre Eltern sie dabei nicht allein lassen. Kinder haben viele Fragen zum Thema Sterben und Tod - und es ist wichtig, dass die Eltern diese Fragen auch beantworten. Hilfreich sind für Kinder vor allem Rituale, sagt Frau Engesser: eine Kerze anzünden, einen Abschiedsbrief schreiben, zum Beispiel. In der Zeit der Trauer wissen oder fühlen Kinder selbst am besten, was gut für sie ist und wie viel Traurigkeit sie aushalten, da ist sich die Psychologin sicher. Allerdings machen es gerade Erwachsene den Kindern extra schwer: Sie wollen sie vor der Traurigkeit beschützen. Manchmal auch, weil sie selbst mit dem Verlust nicht umgehen können oder der Tod ein Tabuthema für sie ist. Die Kinder deswegen zum Beispiel von einer Beerdingung fernzuhalten – das hält Psychologin Heidi Engesser für einen fatalen Fehler. "Je offener man damit umgeht, desto besser ist es", sagt sie.

Max denkt gern zuürck

Max denkt heute noch sehr oft an seinen Lieblingsopa Thomas. Vor allem wenn er seine Oma besucht und in Opas alte Werkstatt geht, um dort zu werkeln. Hier hat ihm sein Opa viel beigebracht - wie man sägt, feilt, einen Nagel ins Holz schlägt oder etwas richtig zusammenklebt. Wenn Max dann etwas gebastelt hat, – ein kleines Segelboot vielleicht, dann ist gar nicht mehr so traurig. Er ist dann richtig froh, dass es diesen Opa einmal gegeben hat.

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2010, 13:41 Uhr

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