Strand auf der Halbinsel Varadero, Nordküste, Matanzas, Kuba
Reisende, die nach Kuba kommen, lieben die weißen Strände, die Palmen und das Meer. Bildrechte: dpa

Fremde Länder So leben Kinder auf der Insel Kuba

Wisst ihr eigentlich, dass es Länder gibt, in denen es nie schneit? Zum Beispiel in den Ländern der Karibik. Hier ist es das ganze Jahr über schön warm. Es gibt weiße Strände, blaues Meer und viele Palmen. Für viele Urlauber ist es das Paradies. Für die Leute, die da wohnen, ist es oft nicht so paradiesisch. Denn einige dieser Karibik-Länder sind ziemlich arm. Auch der Insel-Staat Kuba. Dort war FIGARINO-Reporterin Kathrin Knabe und hat die Kinder Maria-Carla und Mauricio getroffen.

Strand auf der Halbinsel Varadero, Nordküste, Matanzas, Kuba
Reisende, die nach Kuba kommen, lieben die weißen Strände, die Palmen und das Meer. Bildrechte: dpa

Mit einem selbst gebauten Kicker aus Holz und Nägeln spielen Maria-Carla und Mauricio. Die beiden sind Zwillinge, elf Jahre alt, und sie leben auf Kuba. Kuba ist ein ziemlich armes Land. Viel Geld haben die Eltern dort nicht, um ihren Kindern Spielzeug zu kaufen. Aber auch ohne Lego, Nintendo und Co. kann man tolle Sachen erleben. Man kann ja auch etwas selbst erfinden. Das hat Mauricio gemacht und heraus kam ein kleiner Kicker aus Holz. Mauricio ist sehr einfallsreich und denkt sich viele Sachen aus.

Spielzeug selbst erfinden

Kinder in Kuba
Maria-Carla und Mauricio mit ihrem selbst gebastelten Fußballspiel. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe

Als erstes braucht man ein Holzbrett, so groß wie ein A3-Papier. Rundherum sind Holzleisten als Begrenzung angebracht. Das ist dann das Fußballfeld. Das Ganze sieht aus wie ein Bilderrahmen. Nur, dass oben und unten in der Mitte noch ein Stück fehlt, etwa einen Finger lang. Dort sind die Tore. Über das Feld verstreut sind dicke Nägel eingeschlagen. Sie stehen für die Spieler.

Maria-Carla hält ein silbernes Geldstück in der Hand, ungefähr so groß wie bei uns ein Euro. Sie schnipst die Münze von der Mitte des Felds in Richtung Mauricio. Das Geldstück prallt an einem seiner Spieler ab. Jetzt versucht es Mauricio. Und dann wird wieder gewechselt. Wer als erster zehn Tore gemacht hat, der hat gewonnen.

Ein Geschwisterpaar aus Kuba sitzen Arm in Arm auf dem Bürgersteig.
Die kubanischen Zwillinge Maria-Carla und Mauricio. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe

Maria-Carla und Mauricio spielen auch gerne mit Murmeln und sie haben ein selbst gebasteltes Domino. Die Karten haben sie aus den Schachteln alter Zigarettenpackungen gebastelt. Den Kicker aus Holz finden sie aber am besten. Sie sind totale Fußballfans und kennen sich richtig gut aus. Natürlich haben sie auch Lieblingsclubs: den FC Barcelona aus Spanien, Bayern München und Borussia Dortmund. Und natürlich auch einen Lieblingsspieler: Lewandowski!

Auch kubanische Kinder haben Lieblingsserien

Landschaft auf Kuba
Kuba ist eine grüne Insel und mit etwa 8000 Pflanzenarten auch für karibische Verhältnisse sehr vielfältig. Bildrechte: colourbox

Warum sich die beiden so gut auskennen?: Sie gucken ziemlich viel Fernsehen. Neben Fußball und dem kubanischen Nationalsport Baseball schauen sie kubanische Abenteuerserien und vor allem viele amerikanische Trickfilme wie "Tom&Jerry",  "Scoobidoo", "Phineas & Ferb". Maria-Carla hat auch noch eine Schwäche für "H2O - plötzlich Meerjungfrau".

"Um fünf kommen wir zurück nach Hause. Wir machen die Hausaufgaben bis um sechs und um diese Uhrzeit beginnen die Sportnachrichten. Um 18:30 Uhr fangen die Serien an und um 19:30 Uhr beginnt H2O, die dritte Staffel. Wir spielen ganz viel draußen, aber ich gucke noch mehr Fernsehen, besonders die Trickfilme", erzählt sie begeistert.

Mit Schuluniform und Nationalhymne

Doch vor dem Fernsehen steht die Schule auf dem Programm. Auf Kuba muss jedes Kind zur Schule gehen, und zwar in Schuluniform. Mädchen tragen einen weinroten Rock mit Trägern, ein weißes Oberteil und ein Halstuch. Jungs haben statt des Rocks weinrote kurze Hosen an. Größere Schüler ziehen nicht mehr rote, sondern beigefarbene Uniformen an.

Ansicht Kuba, havanna, menschen. altes auto und kaputte häuser
Havanna wurde 1607 Hauptstadt der spanischen Kolonie Kuba. Bildrechte: colourbox

Auf Kuba beginnt jeder Schultag gleich: Alle Schüler singen gemeinsam die Nationalhymne. Dann geht's zum Unterricht. Die Fächer sind ähnlich wie bei uns. Nur statt Deutsch haben Maria-Carla und Mauricio ihre Muttersprache Spanisch als Fach. Nach der Schule tragen sie natürlich keine Uniform mehr. Auf Kuba ist es das ganze Jahr warum, deshalb können die beiden immer kurze Sommersachen anziehen.

Die Zwillinge wohnen in der Hauptstadt Havanna am Meer. Aber direkt in der Stadt gibt es keinen richtigen Strand, nur eine große Straße. Immerhin gibt es auch einen Bürgersteig und eine kleine Mauer. Dort kann man sitzen und aufs Meer schauen. Wenn Maria-Carla und Mauricio aber baden wollen, müssen sie aus der Stadt fahren. Doch ihre Eltern besitzen kein Auto und das Busnetz in Kuba ist ziemlich schlecht. Selbst für kurze Strecken braucht man sehr viel Zeit. Deshalb bleiben die Zwillinge meist in ihrem Wohnviertel und treffen sich dort mit ihren Freunden.

Nationalgericht Kubas

Kubanische Flagge
Die drei Streifen stehen für Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit. Bildrechte: Colourbox.de

Am Wochenende und in den Ferien sind die beiden fast immer draußen auf der Straße. Sie spielen Fußball, die kubanische Nationalsportart Baseball oder sie tanzen alle zusammen. Nach so einem Tag kommen Maria-Carla und Mauricio abends mit ziemlich viel Hunger nach Hause. Ihre Mutter kocht fast jeden Tag ihr Lieblingsessen: Congri, Kochbananen, Salat mit Tomaten und Schweinebraten.

Congri, das sind Reis und schwarze Bohnen, die zusammen gekocht werden. Dieses Essen ist das Nationalgericht Kubas. Am allerliebsten essen Maria-Carla und Mauricio natürlich Süßigkeiten, besonders Schokolade. Aber die ist auf Kuba sehr teuer, so dass die Zwillinge nur selten welche haben können. Dafür gibt's ab und zu ein Eis. Aber das ist eh viel besser, weil es immer so heiß ist. 

So leben Maria-Carla und Mauricio

Kinder in Kuba
Die kubanische Flagge am Innenministerium in der Hauptstadt Havanna. Der Mann an der Hauswand ist der Volksheld Che Guevara. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe
Kinder in Kuba
Die kubanische Flagge am Innenministerium in der Hauptstadt Havanna. Der Mann an der Hauswand ist der Volksheld Che Guevara. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe
Kuba
So schaut eine typischen Wohngegend im alten Havanna aus. Leider fehlt es an Geld und Baumaterial, um die schönen Häuser zu renovieren. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe
Ein grüner Oldtimer in eine Straße
Kuba ist berühmt für seine alten Autos. Bis Anfang dieses Jahres durften Kubaner keine neuen Autos aus dem Ausland kaufen. Jetzt dürfen sie es, aber die Autos sind sehr teuer. Also müssen die alten Fahrzeuge weiter durchhalten. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe
Ein Geschwisterpaar aus Kuba sitzen Arm in Arm auf dem Bürgersteig.
Die Beiden sind Zwillinge, aber zweieiige. Deshalb sehen sie nicht gleich aus. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe
Kinder in Kuba
Maria-Carla und Mauricio spielen vor ihrem Wohnhaus mit dem selbstgebauten Fußball-Kickspiel. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe
Kinder spielen zwischen Häusern auf einer Straße
Hier wohnen die Zwillinge. Weil es immer warm ist, spielen sie meist draußen wie ihre Freunde auch. Bildrechte: MDR/Kathrin Knabe
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Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2017, 14:52 Uhr

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Kuba
Kuba erhielt seinen Namen von Kolumbus, der die Insel 1492 auf seiner ersten Reise entdeckte. Bildrechte: colourbox.com

MDR KULTUR - Das Radio Fr 09.06.2017 14:45Uhr 05:54 min

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