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MDR FIGARINO-Webchannel : Der Mann, der im Dschungel das Licht anknipst

Hinter den Kulissen des Gondwanalandes

Im Leipziger Zoo gibt es die berühmte Tropenhalle "Gondwanaland". Rund 40 exotische Tierarten leben in diesem künstlich angelegten, riesigen Regenwald unter einem Dach. Linus und Julian durften dort mal hinter die Kulissen schauen ...

Julian und Linus sind zu Besuch im Gondwanaland im Zoo Leipzig.

Nachmittags, 17 Uhr, an einem ganz normalen Tag im Herbst. Es ist ganz schön warm hier, die Luftfeuchtigkeit ist sehr hoch, durch die Zweige huschen kleine Äffchen, tropische Vögel flattern umher, exotische Pflanzen mit bunten Blüten wachsen am Wegesrand. Julian und Linus, beide elf Jahre alt, schauen sich fasziniert um ...

Abenteuer-Expedition mitten in Leipzig

Julian und Linus sind zu Besuch im Gondwanaland im Zoo Leipzig.
Eine riesige Kuppelhalle mit rund 300 exotischen Tieren und 17.000 tropische Pflanzen.

Sind die beiden irgendwo im Dschungel? Auf einer Abenteuer-Expedition? Nein: Julian und Linus sind mitten in Leipzig! Im dortigen Zoo gibt es die berühmte Tropenwelt "Gondwanaland". Die riesige Kuppelhalle ist so groß wie zwei Fußballfelder. Hier leben rund 300 exotische Tiere und es gibt unzählige tropische Pflanzen – so, wie es vielleicht vor über 13 Milliarden Jahren mal im echten "Gondwanaland" war. Den so nannte man den südlichen Urkontinent. Als Gondwana auseinanderbrach und die Landmassen sich verschoben, entstanden die heutigen Erdteile Südamerika, Afrika, Antarktika, Australien, Madagaskar und Indien.

Ein Blick hinter die Kulissen

Frank Osterloh zeigt  den Lüftungskanal im Baumriesen im Gondwanaland
Das ist ja gar kein Baum: Frank Osterloh zeigt den Lüftungskanal im Baumriesen im Gondwanaland.

Linus und Julian sind schon aufgeregt: Sie dürfen hinter die Kulissen der Tropenhalle schauen! Frank Osterloh ist Julians Vater, und er arbeitet hier als Techniker. Er hat versprochen, Julian und Linus etwas über seine Arbeit zu erzählen, und sie sogar in die "Eingeweide" des Gondwanalands mitzunehmen, in die Gänge und Räume hinter den Tierbecken und Gehegen. Herr Osterloh ist verantwortlich für die Beleuchtung, die Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und alles rund um die Technik der Tropenhalle. Herr Osterloh verrät den Jungs gleich zu Beginn der Tour ein Geheimnis. Denn in der Mitte der Tropenhalle steht ein riesiger Baum. Ein Baum? Weit gefehlt: Frank Osterloh erklärt Linus und Julian, dass der Baum in Wirklichkeit aus Beton ist, und sich in seinem Inneren eine Abluft-Anlage verbirgt! "Von dort oben wird von einem riesigen Rohr die Luft aus unserer Halle hier abgesaugt", erklärt Herr Osterloh den staunenden Kindern. 

Tropische Luftfeuchtigkeit dank der Techink

Julian und Linus sind zu Besuch im Gondwanaland im Zoo Leipzig.
Julian zeigt auf die Düsen, die für Luftfeuchtigkeit sorgen.

Weiter geht's durchs Gondwanaland, vorbei an Zwergflusspferden, zum gefährlich aussehenden Komodo-Waran, vorbei an den Holzbooten die über den Urwaldfluss Gamanil gleiten, an den frechen Totenkopfäffchen und den süßen Tapiren mit ihren langen Nasen. Herr Osterloh macht die Jungs zwischendurch nicht nur auf Tiere, sondern auch immer wieder auf kleine Gitter oder Kästen zwischen den Pflanzen aufmerksam, die die normalen Besucher gar nicht  so bemerken – das ist alles Technik, die dabei hilft, die große Halle warm und feucht zu halten. Dabei achtet der Zoo darauf, möglichst wenig Strom und Wasser zu verbrauchen – sogar das ganz normale Leipziger Regenwasser wird dadurch irgendwie tropisch!

"Wenn es draußen regnet, dann fangen wir unser Regenwasser auf, das auf dem Dach zusammenfließt. Das kommt hier unten im Keller in riesengroßen Betonbehältern an, und dieses Wasser wird dann in der Nacht verregnet. Das heißt, wir machen dann in der Nacht einen richtig schönen tropischen Regen, damit die Pflanzen wachsen und damit wir eine schöne Luftfeuchtigkeit hier haben."

Frank Osterloh, Techniker im Gondwanaland

Die kleine Experten-Exkursion erreicht das Becken der Riesenotter. Entspannt schwimmen die Tiere durch einen fast glasklaren See, bei dem man von oben durch das Wasser bis zum Grund schauen kann. Und dann dürfen Julian und Linus mit Herrn Osterloh dorthin, wo sonst fast keiner hinkommt: In den Kellergang hinter dem Becken der Riesenotter! Hier wird das Wasser der Riesenotter gereinigt und wieder zurückgepumpt.

1.000 Badewannen voll Wasser - nur für die Riesenotter!

Julian und Linus sind zu Besuch im Gondwanaland im Zoo Leipzig.
Aha, so sieht das also aus. Linus und Julian studieren Informationen zum Gondwanaland.

Puh, ganz schön laut hier! Kein Wunder: Rund 1.000 Badewannen voll Wasser werden hier  pro Stunde gereinigt – und die müssen natürlich wieder zurück ins Becken. Diese komplizierten technischen Vorgänge hat Julians Papa richtig gut im Griff- und erklären kann er sie auch! Er erzählt den beiden Jungs, dass viele verschiedene Filter das Wasser Stück für Stück reinigen, bis es fast so klar ist, dass man daraus trinken kann! Wenn ein Filter mal verstopft ist oder es ein Problem gibt, wird das sofort per Computer an Herrn Osterloh gemeldet.

Ein ganz schöner Aufwand hinter den Kulissen

Ein ganz schöner Aufwand, der für das Schwimmbad der Otter betrieben wird! Julian und Linus merken, dass das, was für die Besucher des Gondwanalands so selbstverständlich aussieht, mit richtig viel Arbeit verbunden ist. Herr Osterloh muss sich um die Wasserreinigung, die Lüftung, die Befeuchtung der Halle und vieles mehr kümmern.– gerade das findet er spannend!

Linus und Julian sind schwer beeindruckt. Besonders Julian, der schon oft hier war und seinen Papa besucht hat. Durch die Extra-Sonderführung weiß er jetzt ganz genau, was sein Vater macht ...

Zuletzt aktualisiert: 01. November 2012, 14:25 Uhr

Zoo Leipzig

Zoo Leipzig
Pfaffendorfer Str. 29
04105 Leipzig

Der Eintritt ins Gondwanaland ist in einem regulären Zoo-Ticket inklusive!

Öffnungszeiten:
Bis 31.10.: 9-18 Uhr
Von 1.11. bis 20.03: 9 -17 Uhr

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