FIGARINO Webchannel | 06. - 12.02.2012 : Die Gongs der Götter – Wie klingt ein Gamelan?
Gamelan - ist das ein Tier? Oder ein Schimpfwort? FIGARINO-Reporterin Grit Friedrich weiß es besser: Das Gamelan ist ein Instrument aus Indonesien. Wie es klingt und wieso der siebenjährige Andres so begeistert davon ist, das lest Ihr hier.
FIGARINO-Reporterin Grit Friedrich möchte mehr über das Gamelan herausfinden und reist sogar bis nach Frankreich. In Paris gibt es sogar ein ganzes Gamelanorchester für Kinder, und FIGARINO-Reporterin Grit Friedrich hat es für Euch besucht und den indonesischen Musiker Ismet Ruchimat getroffen, der die Band "Samba Sunda" leitet, außerdem die Kinder Romain und Andres, die auch Gamelan spielen.
Das Gamelan erklingt zum Tanz
Romain sitzt auf dem Fußboden, in beiden Händen hält er schmale Stäbe aus Holz. Damit entlockt er einem goldfarbenen Instrument ganz zarte Klänge. Romain spielt in einem Gamelanorchester. Das Gamelan ist eigentlich in Indonesien zu Hause. Das erste Gamelan soll dort der Gottkönig Sang Hyang Guru auf der Insel Java erschaffen haben. Um an den Glanz seiner Herrschaft zu erinnern, sind die hölzernen Teile der Instrumente mit roter und goldener Farbe bemalt. Heute erklingt das Gamelan meist zum Tanz oder beim traditionellen Schattentheater, erzählt der zehnjährige Andres. Er interessiert sich sehr für das Gamelan - auch, wenn es nicht ganz leicht zu spielen ist.
Musik für das Schattentheater
Zu einem Gamelanorchester gehören verschieden große Gongs, das sind riesige Metallscheiben, aber auch Sarons – das sind Xylophone aus Bronze. Besonders tiefe Töne entlockt man der Trommel Bedug. Bis zu 40 Personen können in einem Gamelanensemble spielen. An der Wand im Pariser Übungsraum hängt eine Figur aus dem Schattentheater. Sie wurde kunstvoll aus Papier geschnitten und sie erinnert die Kinder daran, wo diese Instrumente in Indonesien eingesetzt werden. Die junge Gamelan-Lehrerin Estelle spielt seit ihrer Kindheit auf den unterschiedlichen Instrumenten des Orchesters. Ein Gamelanorchester klingt besonders schön und warm, wenn sehr viele Musiker auf den Gongs, Xylofonen und Trommeln spielen
Probe vor dem großen Konzert
Heute schlägt Romain auf den großen Gong. Die Trommel Bedug, die den Rhythmus der Musik vorgibt, spielt Estelle, die Lehrerin. Es ist die letzte Probe vor einem großen Konzert und ein Lied sitzt noch nicht richtig. Andres erklärt, worum es in dem Lied geht: "Es erzählt von einem Pferd, das herumläuft und Tedij heißt. Auf seinem Rücken sitzt zufrieden ein junger Mann, Dorobei. Die beiden fliegen über die Steppe. Und wir machen mit den Instrumenten nach, wie das Pferd galoppiert", sagt er. Am Sonntag findet das große Gamelan-Konzert statt. Die Eltern von Andres, Mona und Romain werden dann ein Orchester hören, von dem man sagt, dass es die "Götter zum Tanzen" bringt. Das klingt so spannend, dass Andres und Mona mit ihrem Orchester sogar nach Indonesien reisen wollen, wo das Instrument herkommt.
Erfolgreiche Band aus Indonesien: "Samba Sunda"
Wenn Andres und Mona bei ihrer Reise auf die Insel Java kommen, treffen sie dort vielleicht die berühmteste Band Indonesiens: "Samba Sunda" war auch schon mal beim größten Weltmusikfestival hierzulande, dem TFF Rudolstadt. Die Musiker tragen die Botschaft der Trommeln, Gongs und Xylofone um die ganze Welt. Dabei hat Ismet Ruchimat einen ganz neuen Sound geschaffen: Er verbindet E-Gitarren mit dem Gamelanorchester und Trommeln unterschiedlicher Kulturen. Samba Sunda heisst die Band von Ismet Ruchimat. Und sie ist der erfolgreichste Musikexport des Inselreiches in Südostasien. Benannt haben sich die Musiker nach einer Figur aus dem Schattentheater: der Prinzessin Samba und nicht etwa wie viele meinen nach dem brasilianischen Tanz. Mit ihren riesigen Trommeln reisen die Musiker auch diesen Sommer wieder durch Europa. Dann kann man die Vermischung von Gamelan und westlichen Klängen live erleben.
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