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FIGARINO-Webradio | 30.01. - 05.02.2012 : Mmh! - Eierkuchenfest in Frankreich

Zu hören vom 30.1. bis 5.2.2012

Die Schülerin Marianne lebt in Südfrankreich, und auf einen Tag im Jahr freut sie sich ganz besonders: Am 2. Februar feiert man in Frankreich "La Chandeleur", den Tag der Eierkuchen! Einfach lecker, dieser Brauch! FIGARINO-Reporterin Anne-Christin Döhle war vor Ort und hat sich an Mariannes Fersen geheftet ....

Ein Junge wirft mit eine Pfanne einen Eierkuchen in die Luft, daneben ein Mädchen und eine Frau

Eierkuchen? Pfannkuchen? In Frankreich sagt man "Crêpes" - das ist fast das Gleiche, nur sind die echt französischen Crêpes etwas dünner und dafür größer als unsere Eierkuchen. Sehr viele Crêpes gibt es in Frankreich immer am 2. Februar – zu "La Chandeleur", dem Tag der Eierkuchen. Da wird gebrutzelt, gebraten und geschlemmert – in Restaurants, auf Festen und in der eigenen Küche. Aber warum eigentlich? Schülerin Marianne lebt in Frankreich, doch sie weiß es nicht. So einfach ist das auch nicht herauszufinden. Aber Père Etienne kann weiterhelfen. Er ist Pfarrer in Marseille und weiß, wie La Chandeleur zum Tag der Crêpes geworden ist: Auf Deutsch heißt La Chandeleur dasselbe wie Lichtmess, und diesen Feiertag feiern die Katholiken hier in Deutschland ja auch.

"'La Chandeleur' ist eine sehr alte Tradition. Sie markiert das Ende der Weihnachtszeit, und somit gewissermaßen auch das Ende des Winters. Ursprünglich war das ein heidnischer Brauch, ein Lichtfest. Aber später haben es sich die Christen zu eigen gemacht, um mit dem Licht Jesus zu ehren, der ja auch "Licht der Welt" genannt wird.

Père Etienne

Und was hat das Licht der Welt mit einem Eierkuchen zu tun? " Für das Mahl am Tag von La Chandeleur haben die Leute früher die Teigreste aus der Weihnachtszeit benutzt. Und sie haben daraus Crêpes hergestellt, die ja auch eine gold-gelbe Farbe haben", erklärt es Père Etienne. Klar, rund und gelb wie die Sonne! Ein Eierkuchen als Lichtzeichen. Mit den Crêpes wird am 2. Februar gefeiert, dass die Sonne den Winter vertreibt und das Licht über die Finsternis siegt. Und wer es schlau anstellt, der kann beim Eierkuchenbraten sogar reich werden: Denn wer ein Goldstück in der linken Hand hält, während er seine Crêpes in der Pfanne schwenkt, der wird im kommenden Jahr mit Wohlstand gesegnet, so heißt es. Der alte Papst Gelasius wusste das noch nicht. Aber angeblich soll er schon vor 1.500 Jahren Eierkuchen an die Pilger verteilt haben, die am Tag von La Chandeleur zu ihm gekommen sind. Sollen wir das glauben?

Eierkuchen für die Armen?

Ein Mädchen hat einen Teller mit Eierkuchen vor sich auf dem Tisch
Eierkuchen sind einfach köstlich!

Ein Papst der Eierkuchen an die Armen verteilt – eine komische Vorstellung. Verständlich, dass auch Marianne und Reporterin Anne-Christin skeptisch sind. Aber an der Legende ist tatsächlich was dran, erklärt der Pfarrer den beiden: "Im Januar und Februar war es oft sehr kalt und die Nahrungsvorräte gingen langsam zur Neige. Der Winter war damals eine sehr schwere Zeit für die Menschen. Der Papst als Oberhaupt der Kirche war ein mächtiger Mann und hatte die Möglichkeit, den Menschen zu helfen. Also hat er Nahrungsmittel verteilt. Aber wahrscheinlich waren das keine Crêpes, sondern eher Brote", sagt Père Etienne. Auch in Marseille, wo Marianne lebt, dreht sich zu la Chandeleur nicht alles nur um Crêpes: Hier isst man vor allem Navettes, das sind kleine Kekse in Form von Schiffchen, die an die Legende erinnern, dass Maria Magdalena mit einem Boot am Hafen von Marseille angekommen sein soll.

FIGARINO-Tipp: Rezept für Crêpes

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Mit dem Bischof zum Bäcker? Warum nicht!

Eierkuchen wurden in einer Pfanne zubereitet
Eierkuchen werden in einer Pfanne zubereitet, echte Crêpes dagegen auf einer heißen Platte.

Maria Magdalena ist eine katholische Heilige, die das Christentum nach Marseille gebracht haben soll. Und während in ganz Frankreich Pfannkuchen gegessen werden, gedenken ihr die Bewohner von Marseille mit Schiffchen-Keksen und einer ganz bestimmten Zeremonie: Früh morgens pilgert man los, der Weihbischof führt die Prozession an und dann geht man zur Bäckerei und zur Kirche Saint Victor. Früh um vier aufstehen, um daran teilzunehmen – davor haben sich Marianne und ihre Mutter bisher immer gedrückt. Aber die Navettes, die nach der Prozession verspeist werden, essen sie trotzdem sehr gern. Vom Bischof gesegnete Schiffchenkekse, ein "heiliger" Besuch beim Bäcker und Eierkuchen als Symbol für das Licht der Welt – das klingt alles ein bisschen verrückt. Aber egal, ob Crêpes oder Navettes – La Chandeleur ist ein wirklich ganz besonderer Feiertag.

Da bleibt Anne-Christin und Marianne eigentlich nur noch eins zu sagen: Mh, lecker!

Den ganzen Beitrag hört Ihr auch in unserem Webradio vom 30.1. bis 5.2.2012

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2012, 15:10 Uhr

Eierkuchen? Pfannkuchen? Was ist denn nun richtig?

Der Teig ist immer aus Eiern, Mehl, Milch oder Wasser - doch die Bezeichnungen sind innerhalb deutschlands, aber auch weltweit ganz unterschiedlich: Wir sagen Eierkuchen, Pfannkuchen, Flädle, Crêpes, Poffertjes oder Plinsen. Unterschiedlich ist oft auch die Dicke des Teigs und die Größe der runden Köstlichkeiten.

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