Lesung im Webradio Rudyard Kiplings Geschichten aus dem "Dschungelbuch"

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Rudyard Kipling wurde am 30. Dezember 1865 in Bombay, Indien, geboren. Sein Vorname wird wie "Radjard" ausgesprochen - das ist der Name eines Sees, an dem sich seine Eltern verlobten. Aus Liebe zueinander gaben sie ihrem Sohn den Namen des Sees, an dem sie sich ewige Treue schworen - romantisch, was!

Der Waisenjunge Mogli mit dem Bären Baloo und dem weisen Panther Bagheera
Der Waisenjunge Mogli mit dem Bären Baloo und dem weisen Panther Bagheera - Szene aus dem Walt-Disney-Film Bildrechte: dpa

Rudyard Kipling wuchs die ersten Lebensjahre in Indien auf. Viele aus seiner Generation wuchsen damals in fernen Ländern auf, weil ihre Eltern aus Großbritannien in die Kolonien gingen, die England auf der ganzen Welt hatte, um dort zu arbeiten. Ihre Kinder schickten sie dann etwa im Alter von 5 Jahren zurück nach England, wo sie zur Schule gingen und bei Pflegeeltern lebten. Das war nicht so schön für die Kinder: Weil sie England bis dahin überhaupt nicht kannten, kam ihnen ihr eigentliches Heimatland ganz fremd vor. Und so weit weg von seinen Eltern zu sein, das mochte auch Rudyard Kipling als Kind nicht. Die Pflegefamilie behandelte ihn auch nicht so gut, das war bestimmt schlimm für ihn.

Wegen seiner Jahre in Indien kannte sich Kipling auch so gut im Dschungel aus, wo der kleine Mowgli lebt - das "Dschungelbuch" ist wohl sein bekanntestes Kinderbuch. Die Geschichten über Mowgli und seine Freunde schrieb Kipling für seine Tochter Josephine. Zum Dschungelbuch gehören auch die Geschichten von "Rikki-Tikki-Tavi" oder dem "Elefanten-Toomai".

Ein Mungo war Rikki – nach Pelz und buschiger Rute glich er fast einer Katze, doch Kopf und Art waren die eines Wiesels. Seine Augen und die immer bewegliche Nase schimmerten rosig; leicht konnte er sich am ganzen Körper kratzen und putzen und dabei ganz nach Belieben einen seiner Läufe benutzen. Seine Rute konnte er aufplustern, dass sie wie eine Flaschenbürste aussah; und wenn er durch das hohe Gras schnürte, ließ er seinen pfeifenden Schlachtruf ertönen: Rikki-Tikki-Tikki-Tschick!

Aus "Rikki-Tikki-Tavi"

Rudyard Kipling schrieb aber auch Bücher für Erwachsene und Reiseberichte, weil er viel in der Welt unterwegs war. Und in England kennt jedes Schulkind seine Gedichte. 1907 erhielt er als erster Engländer den Nobelpreis für Literatur. Da war er 42 Jahre alt: Und er ist bis heute der jüngste Literaturnobelpreisträger der Geschichte geblieben! Rudyard Kipling starb 1936 in London.

Rudyard Kipling
So sah es aus, wenn Rudyard Kipling schrieb. Bildrechte: IMAGO

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2017, 13:50 Uhr