FIGARINO Thema : Märchenhaft: "Schneeweißchen und Rosenrot"
Hinter den Kulissen beim Märchendreh
Im vergangenen Sommer wurde in Sachsen ein sehr bekanntes Märchen verfilmt: "Schneeweißchen und Rosenrot": Zwei bettelarme Schwestern erlösen im Kampf gegen einen bösen Zwerg den schönen Prinzen, der in einen Bären verwandelt war. Das Team,das im Auftrag des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS dieses Märchen verfilmte, hat dafür ein 600 Jahre altes Schloss gefunden: Schloss Kuckuckstein. FIGARINO hat sich die Dreharbeiten angeschaut ...
Der Aufnahmeleiter steht im kleinen Burghof von Schloss Kuckuckstein und schaut abwechselnd zum Himmel und auf die Schar der Schauspieler. Es ist ein regnerischer Junitag. Gerade ging ein kräftiger Guss runter. Und Regen passt nicht zu dieser Szene, denn heute wird die Hochzeit von Schneeweißchen mit ihrem Prinzen Jakob gedreht. Die Männer tragen Hüte mit Fasanenfedern, die Frauen selbstgeflochtene Blumenkränze. In diesem Augenblick lugt die Sonne hervor. Die Hauptdarsteller gehen an ihren Platz. Auch die Komparsen kommen in den Burghof. Komparsen sind Nebendarsteller, also keine echten Schauspieler, sondern Leute, die nebenbei mal bei einem Film mitspielen wollen. Zum Beispiel die beiden Jungs Tobias und Dominik. Sie durften Gänse streicheln und Säcke tragen. Eine gute Gelegenheit, mal ein bisschen Filmluft zu schnuppern!
Märchen-Drehs sind aufwendig
Während die Filmcrew die Sonnen-Momente nutzt, um weitere Märchenfilmminuten zu drehen, hat Produzent Jan Kruse Zeit für ein Gespräch. Der Leipziger ist neben dem Regisseur der wichtigste Organisator hinter der Kamera. Und weil Märchen in längst vergangnen Zeiten und Moden spielen, ist so ein Film meist aufwändiger als eine Kindergeschichte im Hier und Jetzt, erzählt der Regisseur. Das Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot" ist im Original nur ein paar Seiten lang. Fürs Fernsehen soll der Film aber eine Stunde dauern. Deshalb haben der Drehbuchautor und der Regisseur die Geschichte der Gebrüder Grimm ausgeschmückt. Wie im Original-Märchen geht die Geschichte von Schneeweißchen und Rosenrot auch im Film gut aus: Wegen ihrer hilfsbereiten und arglosen Art siegen Schneeweißchen und Rosenrot über die dunklen Zwergenmächte.
Auch Tiertrainer sind vor Ort
Wer übrigens die Grimm'sche Geschichte liest, stößt auf zahlreiche Tiere, die beschrieben werden: Hase, Reh und Hirsch zum Beispiel. Dafür gibt es einen eigenen Fachmann beim Film, den Tiertrainer. Beim Dreh auf Schloss Kuckuckstein ist das Dietmar Telligmann aus Eilenburg, der die Tiere von seinem Hof im Spezialhänger mitbringt. Nur der Braunbär, von dem die Brüder Grimm in ihrem Märchen erzählen, der ist im Film kein wildes Tier. das wäre für die Crew, die aus bis zu 100 Leuten am Drehort besteht, zu gefährlich. Filmproduzent Jan Kruse erklärt, "im Bärenfell steckt ein Stuntman"!
Detlev Buck spielt den fiesen Zwerg
Es gibt in der Filmfassung nicht mehr nur einen Zwerg wie im Original, sondern gleich sechs. Der Hauptbösewicht wird von dem Schauspieler Detlev Buck dargestellt. Er ist selbst auch Film-Regisseur, hat beispielsweise "Hände weg von Mississippi" gedreht. Detlev Buck ist in Wirklichkeit ziemlich groß. Trotzdem liebt er seine Rolle als Zwerg: "Zwerg sein ist eine Frage der Einstellung", sagt er. Gut zwei Wochen dauert es, einen einstündigen Film zu drehen. Fertig ist er dann noch längst nicht: Nun müssen die Szenen geschnitten, eine Musik komponiert und auch ein paar Computertricks eingebaut werden. Ende 2012 ist das Ergebnis dann für alle zu sehen: "Schneeweißchen und Rosenrot" läuft Weihnachten im Ersten.
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