Die Jahrhundertflut - 10 Jahre danach

Flutgeschichten: Betroffene erinnern sich : Dresden: Noch rechtzeitig rausgekommen

von Inge Höhr

Mit meiner Freundin Gitta Lißner habe ich eine Fahrt nach Hohenfriedeberg in Schlesien gemacht, um unseren Heimatort zu besuchen. Als wir wieder zurück waren, setzte in der Nacht der große Regen ein und ich musste meinen Besuch in Dresden abbrechen, um noch rechtzeitig rauszukommen. Gitta hat mich über die Auffahrt "Wilder Mann" rausgelotst, weil das Terassenufer schon überschwemmt war.

Es war das erste Mal, dass ich richtige Angst hatte, und auf der Autobahn hab' ich mich zwischen zwei Lkw geklemmt, weil man kaum etwas sehen konnte. Der Scheibenwischer konnte es kaum schaffen. Ich hatte die ganze Zeit das Autoradio an und hörte, was die Wassermassen anrichteten. Als ich wohlbehalten zu Hause in Werther/Westfalen ankam, war ich so voller Dankbarkeit, dass ich sofort das Spendenkonnto notiert habe, um am nächsten Tag meinen Beitrag zu überweisen. Vergessen werde ich den Tag in meinem ganzen Leben nicht.

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2012, 14:20 Uhr

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