mdr.de/forum

mdr.de/forum (http://www.mdr.de/forum/index.php)
-   FAKT (http://www.mdr.de/forum/forumdisplay.php?f=23)
-   -   Schwelender Antisemitismus in Deutschland? (http://www.mdr.de/forum/showthread.php?t=4412)

MDR_Conrad 18.09.2012 17:20

Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Nach dem Angriff auf einen Rabbiner in Berlin und der aktuellen Beschneidungsdebatte fragen sich viele Juden in Deutschland: Sind wir noch gewollt?

Wie antisemitisch sind die Deutschen? Und wird Antisemitisches heute leichter öffentlich formuliert als früher?

Dennis0235 18.09.2012 18:01

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=MDR_Conrad;148978]Nach dem Angriff auf einen Rabbiner in Berlin und der aktuellen Beschneidungsdebatte fragen sich viele Juden in Deutschland: Sind wir noch gewollt?
[/QUOTE]

Sie sind gewollt, wenn sie sich an deutsche Gesetze halten. Wenn Eltern belangt werden können, wenn sie ihre Kinder zu fest am Ärmelein ziehen, oder sie sich strafbar machen, wenn sie ihrem Kind ein Loch für einen Ohrring stechen lassen, dann ist es nicht einzusehen, dass Babys wegen irgendwelchen religiösen Krempel beschnitten werden dürfen. Der Vorwurf des Antisemitismus, ist sowieso Standard und nicht mehr erst zu nehmen.

XtraDry 18.09.2012 22:21

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Dieser Bericht ist eine schlichte Unverschämtheit. Es gibt wirklich gute Gründe, die israelische Politik zu kritisieren und auch die Existenz des Staates Israel in Frage zu stellen, ohne gleich antisemitisch zu sein. Aber wie es in Deutschland immer so ist, wird diese Kritik gleich mundtot gemacht, in dem man die Kritisierenden einfach in die antisemitische Ecke stellt und somit quasi zur Persona non grata erklärt. Von einem öffentlich rechtlichen Sender, für den ich meine Gebühren zahle, darf ich mehr erwarten, als billige Polemik...

hillus 18.09.2012 22:25

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Wenn, wie im Beitrag erwähnt, die Juden schon über 2000 Jahre verfolgt werden, muss man sich schon mal die Frage stellen, ob die nicht auch was zu der Abneigung gegen sie beigetragen haben ?

Citizen 18.09.2012 22:29

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Ich bin aus Zürich, wir haben hier eine grosse jüdische Gemeinschaft jeglichen Couleurs -von ultraorthodox bis liberal. Latenten Antisemitismus gibts auch hier und er nimmt tendenziell zu aber zu Übergriffen ist es bisher Gott sei dank nicht gekommen.

Allerdings habe ich persönlich manchmal Mühe, dass ich von liberaljüdischen Freunden immer wieder schief angeguckt werde, wenn ich Kritik an der Politik des Staates Israel übe. Ausdrücklich an der israelischen Politik, nicht an den Juden. Komischerweise mögen meine Freunde Netanjahu auch nicht.:) Aber die Kritik an der israelischen Politik scheint ein Exklusivrecht der Juden zu sein.

Der Vorwurf des Antisemitismus scheint mir ein "Totschlag"-Argument zu sein, um Kritiker der israelischen Politik zu diskreditieren oder mundtot zu machen.

Ps: Ich mag meine jüdischen Freunde trotzdem sehr...:)

Annett 18.09.2012 22:36

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Ein guter Beitrag, beschämend gleichzeitig. So sind die Deutschen in der Mehrzahl. Halt unbelehrbar. Und für alles Elend der Welt machen wir ja eh immer die anderen verantwortlich. Heute sind des Juden, morgen der Finanzkapitalismus, übermorgen das Wetter.

Respekt, Achtung und Toleranz gegenüber anderen hat noch nie zur Stärke der Deutschen gehört. Und der Antisemitismus ist auch keine Erfindung des deutschen Faschismus. Er hat dies pervertiert. Aber er schwelt schon immer.

Nathan der Weise - lesen bildet.

Tannenberg 18.09.2012 23:06

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Annett;149052]Ein guter Beitrag, beschämend gleichzeitig. So sind die Deutschen in der Mehrzahl. Halt unbelehrbar. Und für alles Elend der Welt machen wir ja eh immer die anderen verantwortlich. Heute sind des Juden, morgen der Finanzkapitalismus, übermorgen das Wetter.

Respekt, Achtung und Toleranz gegenüber anderen hat noch nie zur Stärke der Deutschen gehört. Und der Antisemitismus ist auch keine Erfindung des deutschen Faschismus. Er hat dies pervertiert. Aber er schwelt schon immer.

Nathan der Weise - lesen bildet.[/QUOTE]

Sowohl Ihr Beitrag, als auch der FAKT-Bericht haben mich wütend gemacht.
Es gibt keinen Grund, aus Bequemlichkeit und Feigheit auf die Deutschen herumzutrampeln. Da machen Sie es sich viel zu einfach.
Gerade die neuesten Vorfälle, speziell in Berlin, sind allein durch Muslime arabischer oder türkischer Herkunft entstanden - sie allein haben haben den im Bericht gezeigten Juden vor den Augen seiner Tochter zusammengeschlagen und auch in den Schulen werden jüdische Schüler hauptsächlich durch diese Gruppe mißhandelt.
Das dieses im Bericht verschwiegen oder nur versteckt angedeutet ist, ist der eigentliche Skandal und schürt den Antisemitismus auch unter Deutschen.
Und pervertiert ist folgendes: Bei einem antisemitschen Vorfall, der ganz klar muslimischen Hintergrund hat, wird nicht etwa gegen diese Leute demonstriert - nein man sucht aus Feigheit den Umweg über "den rechtsradikalen Hintergrund".
Gerade solche Beiträge sowohl des Fernsehens als auch "gutmenschlicher" Zuschauer bewirken das Gegenteil und schaffen Verbitterung bei der deutschen Bevölkerung, weil sie ständig aus politischer Korrektheit als Sündenböcke herhalten müssen.
Es ging in diesem Film nicht um Kritik am Judentum, sondern um Gewalt - und die geht fast immer eindeutig von Muslimen aus.
Vielleicht verinnern sich das einmal das Fernsehen und und die Moralisten, die ständig mit dem Zeigefinger ungerechtfertigter Weise auf die Deutschen zeigen.

Annett 18.09.2012 23:11

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Tannenberg;149067]Sowohl Ihr Beitrag, als auch der FAKT-Bericht haben mich wütend gemacht....[/QUOTE]
Das ist eine sehr verengte Sichtweise. Und Sie verstecken sich hinter Muslimen. Ich habe mich allerdings weniger auf diesen Vorfall bezogen, sondern auf das Problem an sich, das weit über diesen Beitrag hinausreicht.

Werner_1970 19.09.2012 00:58

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Sehr geehrte Fakt-Redaktion!

Es ist mir durchaus bekannt, dass in Zeiten massiven Quotendrucks eine polariserende Berichterstattung fast schon notwendig geworden ist.

Deshalb eignet sich aber noch längst nicht jedes Thema für eine derart polemische, einseitige und unsachliche "Reportage".

Antisemitismus, Zionismus/Antizionismus sowie Kritik an der Vorgehensweise der Regierung des Staates Israel sind drei voneinander nicht gänzlich aber trotzdem relativ unabhängige Themenkomplexe.
In ihrem Bericht werden diese Bereiche meiner Meinung nach in einer absolut oberflächlichen und unzulässigen Art und Weise vermischt.

Noch viel schlimmer jedoch finde ich, dass Sie unter dem Deckmantel der Objektivität schon fast inverse Meinungsbildung betreiben. Und dies derart offen, dass ich Ihnen hier schon beinahe Absicht unterstellen möchte.
Wenn Sie sich schon selbst nicht trauen, die Meinung einer einzigen(!) Passantin selbst auszusprechen, so nehmen Sie diese als repräsentativen Aufhänger für die Aussage, dass 20% der deutschen (tendentiell) antisemitisch sind.
Ich habe einen großen Freundes- und Bekanntenkreis. Und ich sehe, zumindest in meinem Umfeld, diese Gewichtung nicht bestätigt.

Trotzdem bin ich und sind viele Menschen in meinem Umfeld nicht mit der Politik des Staates Israel einverstanden. Angefangen bei der lange Zeit verleugneten atomaren Bewaffnung über die Siedlungspolitik bishin zum Bau von Mauern.
Dies heißt nicht, dass ich das Selbstverteidigungsrecht eines souveränen Staates in Frage stelle. Ich gebe nur zu bedenken, dass z.B. nach der Wiedervereinigung viele vormals Verantwortliche für vermeindlich "legitime" Handlungen zu recht zur Verantwortung gezogen wurden.
Menschenrechte gelten über Grenzen hinaus und sind universell.
Und dies heißt schon gar nicht, dass ich antisemitischen Tendenzen nachhänge, im Gegenteil. Ich schäme mich, wenn in Deutschland jemand aufgrund seines Glaubens, seiner politischen oder gesellschaftlichen Ausrichtung angefeindet wird - egal von wem!

Ich freue mich auf ihr nächstes Magazin, welches ich dann sicherlich zufrieden verpassen werde. Wenn ich mir nochmals eine derart plumpe Meinung Bild(en) möchte, gebe ich 50ct am Kiosk aus!

heinz 19.09.2012 09:20

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Werner_1970;149088]Wenn Sie sich schon selbst nicht trauen, die Meinung einer einzigen(!) Passantin selbst auszusprechen, so nehmen Sie diese als repräsentativen Aufhänger für die Aussage, dass 20% der deutschen (tendentiell) antisemitisch sind.
[/QUOTE]

Wenn Sie den Bericht noch einmal anschauen, werden Sie merken, dass die 20% latenter Antisemitismus in einer Studie ermittelt wurden und keine Erfindung der Autoren sind. Es wurde also nicht von dieser Frau auf den Rest der Bevölkerung geschlossen, sondern diese Frau wurde als Beispiel für eben diese 20% ausgewählt. Ganz nebenbei wurde in dem Bericht auch mehr als eine Passantin interviewt;)

Werner_1970 19.09.2012 17:33

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Hallo heinz!

Vielen Dank für Ihren Kommentar zu meiner Äußerung.

Sie haben recht, es wurden bei der Zusammenstellung dieser "Reportage" sicherlich mehr als eine Person um eine Stellungnahme gebeten. Ich finde es trotzdem bedenklich, in welcher Art und Weise bestimmte, einzelne Aussagen gezielt als [I][U]Aufhänger[/U][/I] benutzt werden. Eine derart tendenziöse Berichterstattung erwarte ich von gewissen kommerziellen Produzenten aber nicht von einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt.

"Studie" ist ein nicht geschützter Begriff. Und es dürfte Ihnen sicherlich auch bekannt sein, dass jeder eine "Studie" erstellen und veröffentlichen kann. Der größte Teil des Publikums hält allein den Begriff "Studie" per se für seriös und hinterfragt gar nicht erst die Hintergründe.

heinz 19.09.2012 18:24

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Werner_1970;149216]Hallo heinz!

Vielen Dank für Ihren Kommentar zu meiner Äußerung.

Sie haben recht, es wurden bei der Zusammenstellung dieser "Reportage" sicherlich mehr als eine Person um eine Stellungnahme gebeten. Ich finde es trotzdem bedenklich, in welcher Art und Weise bestimmte, einzelne Aussagen gezielt als [I][U]Aufhänger[/U][/I] benutzt werden. Eine derart tendenziöse Berichterstattung erwarte ich von gewissen kommerziellen Produzenten aber nicht von einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt.

"Studie" ist ein nicht geschützter Begriff. Und es dürfte Ihnen sicherlich auch bekannt sein, dass jeder eine "Studie" erstellen und veröffentlichen kann. Der größte Teil des Publikums hält allein den Begriff "Studie" per se für seriös und hinterfragt gar nicht erst die Hintergründe.[/QUOTE]

Wie gesagt, durch diese Aussagen sollte illustriert werden, wie diese 20% latenter Antisemitismus sich konkret äußern. Die besagte Studie wurde vom Innenmisterium herausgegeben und kann hier heruntergeladen werden: [...]
Ab Seite 55 kann man sich die Ergebnisse der Befragungen ansehen. Diese Studie gewährt sicher einen objektiveren Einblick in die Einstellungen der Bevölkerung als ein subjektiver Eindruck des eigenen Bekanntenkreises.

Löschung wegen eines externen Links MDR.DE_Redaktion

Bolivar 19.09.2012 18:49

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Annett;149052]Ein guter Beitrag, beschämend gleichzeitig. So sind die Deutschen in der Mehrzahl.[/quote]
Woher nimmst Du Dir das Recht, die Mehrzahl Deiner Mitbürger in die antisemitische Ecke zu stellen? Hast Du jeden einzelnen befragt?
[QUOTE=Annett;149052]
Halt unbelehrbar. Und für alles Elend der Welt machen wir ja eh immer die anderen verantwortlich. Heute sind des Juden, morgen der Finanzkapitalismus, übermorgen das Wetter. [/quote]
"WIR" machen niemand verantwortlich. Erklär Dich bitte genauer. "Die Juden" sind das Schreckgespenst der Kleinbürger, gestern, heute und morgen. "Die Deutschen" machen auch nicht "die Juden" für alles verantwortlich. Und wer gegen den Zionismus ist, ist noch lange nicht gegen "die Juden". Die sind nämlich Angehörige einer Glaubensgemeinschaft. Und wenn der israelische Staat meint, er sei der Staat der Juden, so irrt er. Es sollen schon ganz andere geirrt haben.
[QUOTE=Annett;149052]
Respekt, Achtung und Toleranz gegenüber anderen hat noch nie zur Stärke der Deutschen gehört. [/quote]
Ach nein? Schon mal was von Friedrich II. von Preußen gehört? Schon mal was von Heinrich Heine gehört? Von Karl Liebknecht? Von Ernst Thälmann? Nein? Nun auch Gotthold Ephraim Lessing ist ein Beispiel, das in diese Reihe gehört. Von dem hast Du ja offensichtlich schon mal was gehört.
[QUOTE=Annett;149052]
Nathan der Weise - lesen bildet.[/QUOTE]
Venceremos!
Bolivar

rotdorn 19.09.2012 20:53

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Annett;149052]
Respekt, Achtung und Toleranz gegenüber anderen hat noch nie zur Stärke der Deutschen gehört.

Nathan der Weise - lesen bildet.[/QUOTE]

da bin ich aber überascht, verehrte annett,
das ausgerechnet sie sich zu diesem heroischen urteil aufschwingen.
oder sind sie keine deutsche?
wenn doch ist meine wahrnehmung von ihrer toleranz ist eine ganz andere.
verbissener als auch sie sich hier gegen andersdenkende, kann doch niemand sein.
gruß
rotdorn

rotdorn 19.09.2012 21:10

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Citizen;149049]Ich bin aus Zürich, wir haben hier eine grosse jüdische Gemeinschaft jeglichen Couleurs -von ultraorthodox bis liberal. Latenten Antisemitismus gibts auch hier und er nimmt tendenziell zu aber zu Übergriffen ist es bisher Gott sei dank nicht gekommen.

Allerdings habe ich persönlich manchmal Mühe, dass ich von liberaljüdischen Freunden immer wieder schief angeguckt werde, wenn ich Kritik an der Politik des Staates Israel übe. Ausdrücklich an der israelischen Politik, nicht an den Juden. Komischerweise mögen meine Freunde Netanjahu auch nicht.:) Aber die Kritik an der israelischen Politik scheint ein Exklusivrecht der Juden zu sein.

Der Vorwurf des Antisemitismus scheint mir ein "Totschlag"-Argument zu sein, um Kritiker der israelischen Politik zu diskreditieren oder mundtot zu machen.

Ps: Ich mag meine jüdischen Freunde trotzdem sehr...:)[/QUOTE]
hallo citizen,
analog denke ich in dieser frage.
als bekennder atheist bin ich weder antisemitisch noch prosemitisch.
glauben ist für mich eine privatsache, die eine offene gesellschaft zu dulden hat, in staatsdoktin hat dies allerdings nichts verloren.
was ich freimütig bekenne, ist eine nicht sehr freundliche haltung zur politik des israelischen staates, welche sich mehrheitlich als ideologisch/religiöse speerspitze als eine versönliche auf friedliche koexistenz mit den arabischen staaten versteht.die niederhaltung der palästinensichen bevölkerung in der region verstehe ich mitnichten, denn sicher gäbe es enen wg, der beiden seiten gerecht würde.
gruß
rotdorn

Werner_1970 19.09.2012 21:18

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Sehr geehrter heinz,
geehrte Fakt-Redaktion!

Zu heinz:
Mir ist der Inhalt dieser "Studie" bekannt.
Die Ergebnisse dieser "Studie" lassen jedoch ausdrücklich keine Gleichsetzung von [I]latentem Antisemitismus in Deutschland[/I], [I]Antizionismus[/I] und [I]sachlicher Kritik an der Politik der Regierung des Staates Israel[/I] zu!

Wenn Sie Interesse haben lasse ich Ihnen kurzfristig 13 wissentschaftliche Studien zukommen, die "belegen", dass 70%-90% der deutschen Bevölkerung keinerlei antisemitischen Ressentiments pflegen oder, alternativ, 7 "Studien" welche "belegen", dass 47%-85% der deutschen Bevölkerung das "Weltjudentum" (Zitat!) als die Wurzel allen Übels, was immer dies bedeuten mag, betrachten.

Ich sage nochmals: Ich halte es für äußerst bedenklich, dass eine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt ihrem originären Auftrag durch derart verzerrte, unprofessionelle und manipulative Berichterstattung in meinen Augen absolut nicht gerecht wird!

An die Fakt-Redaktion:
Sie betreiben ein Forum um Kommentare zu Ihren Sendungen zu erhalten.
Falls Sie ausschließlich Meinungen sammeln möchten benutzen Sie bitte Internet-Suchmaschinen, wenn Sie jedoch einen Dialog führen möchten, dann beteiligen Sie sich bitte auch an Diskussionen!

heinz 20.09.2012 11:02

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Werner_1970;149363]

Wenn Sie Interesse haben lasse ich Ihnen kurzfristig 13 wissentschaftliche Studien zukommen, die "belegen", dass 70%-90% der deutschen Bevölkerung keinerlei antisemitischen Ressentiments pflegen oder, alternativ, 7 "Studien" welche "belegen", dass 47%-85% der deutschen Bevölkerung das "Weltjudentum" (Zitat!) als die Wurzel allen Übels, was immer dies bedeuten mag, betrachten.
[/QUOTE]
In der Sendung wird doch nur darauf hingewiesen, dass sich Antisemiten hinter einer Israelkritik verstecken und anschließend werden von der Professorin Beispiele vorgestellt. Oder wollen Sie behaupten, dass die vorgestellten Leserbriefe eine rationale Israelkritik darstellen? Nirgendwo wird behauptet, dass Antisemitismus und eine rationale Kritik an Israel dasselbe sind.
Haben Sie auch eine methodische Kritik an der Studie, oder passt ihnen nur das Ergebnis nicht? Ich würde trotzdem gerne die von Ihnen erwähnten Studien lesen;)
Von meiner Seite wars das. Noch viel Spaß bei der weiteren Diskussion.

Freigeist 07.10.2012 01:14

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=MDR_Conrad;148978]Nach dem Angriff auf einen Rabbiner in Berlin und der aktuellen Beschneidungsdebatte fragen sich viele Juden in Deutschland: Sind wir noch gewollt?

Wie antisemitisch sind die Deutschen? Und wird Antisemitisches heute leichter öffentlich formuliert als früher?[/QUOTE]
Etliche Beiträge zu diesem Thema hier im Forum bestätigen die Aussagen der Sendung. Leider.

Freigeist 07.10.2012 01:15

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=rotdorn;149360]hallo citizen,
analog denke ich in dieser frage.
als bekennder atheist bin ich weder antisemitisch noch prosemitisch.
glauben ist für mich eine privatsache, die eine offene gesellschaft zu dulden hat, in staatsdoktin hat dies allerdings nichts verloren.
was ich freimütig bekenne, ist eine nicht sehr freundliche haltung zur politik des israelischen staates, welche sich mehrheitlich als ideologisch/religiöse speerspitze als eine versönliche auf friedliche koexistenz mit den arabischen staaten versteht.die niederhaltung der palästinensichen bevölkerung in der region verstehe ich mitnichten, denn sicher gäbe es enen wg, der beiden seiten gerecht würde.
gruß
rotdorn[/QUOTE]
Welche Lösung schlagen Sie für den Palästinakonflikt vor?

JakobEr 07.10.2012 05:31

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
Warum den in die Ferne schweifen?
Das Ungute liegt so nah!


Es geht doch hier in Deutschland um die
Konflikte, bzw. Probleme, die wir hier
vor Ort haben und gelöst
werden müssen.


Einige dumme Politiker schimpfen auf die
Juden und die Ausländer. Als wenn
die an allem Schuld wären.

Doch das Problem bzw. der Konflikt
liegt aber ganz wo anders.

Aber das wollen blinde Menschen nicht
sehen und Dumme nicht verstehen.

Bungalow 29.11.2012 15:45

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Dennis0235;148992]Sie sind gewollt, wenn sie sich an deutsche Gesetze halten. Wenn Eltern belangt werden können, wenn sie ihre Kinder zu fest am Ärmelein ziehen, oder sie sich strafbar machen, wenn sie ihrem Kind ein Loch für einen Ohrring stechen lassen, dann ist es nicht einzusehen, dass Babys wegen irgendwelchen religiösen Krempel beschnitten werden dürfen. Der Vorwurf des Antisemitismus, ist sowieso Standard und nicht mehr erst zu nehmen.[/QUOTE]

Sehr Richtig!;)

Schnuffel 01.12.2012 15:58

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=MDR_Conrad;148978]Nach dem Angriff auf einen Rabbiner in Berlin und der aktuellen Beschneidungsdebatte fragen sich viele Juden in Deutschland: Sind wir noch gewollt?

Wie antisemitisch sind die Deutschen? Und wird Antisemitisches heute leichter öffentlich formuliert als früher?[/QUOTE]

Zwei verschiedene Schuhe,

Der Überfall auf den Rabbiner und seiner Tochter hat keinesfalls damit zutun, dieses den "Deutschen" als Antisemitismus verkaufen zu wollen.
Diese Täter kamen doch sehr wohl aus einem Muslimischen Kulturkreis, oder?

Beschneidungen, sowie auch das Ohrenstechen sind für mich persönlich sehr wohl Körperverletzungen.
Dies sollte ab einem gewissen Alter jeder Bürger für sich selbst entscheiden können und dies auch Privat bezahlen bzw. versichern und nicht die Religiösen Rituale der Mehrheit der Allgemeinen Gesetzlichen KV aufbürden.

:eek:

Robert Iswall 01.12.2012 17:32

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Schnuffel;159267]Zwei verschiedene Schuhe,

Der Überfall auf den Rabbiner und seiner Tochter hat keinesfalls damit zutun, dieses den "Deutschen" als Antisemitismus verkaufen zu wollen.
Diese Täter kamen doch sehr wohl aus einem Muslimischen Kulturkreis, oder?
[/QUOTE]

Zu dieser Frage gab es vergangene Woche einen interessanten Artikel von Jakob Augstein auf SPIEGEL-Online. Müsste dort noch verfügbar sein.

Nachgewiesen wird u.a., dass mittlerweile jede Kritik an der Politik Israels mit dem Vorwurf "[I]Antisemitismus[/I]!" gekontert wird. Gezeigt wird auch, wie ein solches Reaktionsmuster Wasser auf die Mühlen [U]wirklicher[/U] Antisemiten (NPD & Co.) leitet. Da kann man nur mit Theo Lingen sagen: [I]"Traurig, traurig, traurig!"[/I]:o

Schnuffel 01.12.2012 20:04

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Robert Iswall;159279]Zu dieser Frage gab es vergangene Woche einen interessanten Artikel von Jakob Augstein auf SPIEGEL-Online. Müsste dort noch verfügbar sein.

Nachgewiesen wird u.a., dass mittlerweile jede Kritik an der Politik Israels mit dem Vorwurf "[I]Antisemitismus[/I]!" gekontert wird. Gezeigt wird auch, wie ein solches Reaktionsmuster Wasser auf die Mühlen [U]wirklicher[/U] Antisemiten (NPD & Co.) leitet. Da kann man nur mit Theo Lingen sagen: [I]"Traurig, traurig, traurig!"[/I]:o[/QUOTE]


Nach diesem Strickmuster war die SED geführte DDR mehr als Antisemitisch.


Mehr als Antisemitisch ist bis heute und vor allem linksextremistisch sind die Gruppierungen und Ableger der Nachfolge SED/PDS.



Ich steh jedenfalls mehr auf der Seite der USA und der Israelis!

Ansonsten. Sollten die "Anderen" unter den Hamas die Oberhand gewinnen,

dann "Gute Nacht Marie" auch für uns hier in Europa.

Den Bericht von J.Augstein hab ich noch nicht gelesen. Er ist mit manchen seiner Meinungen sehr umstritten.

Robert Iswall 02.12.2012 09:42

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Schnuffel;159294] Den Bericht von J.Augstein hab ich noch nicht gelesen. Er ist mit manchen seiner Meinungen sehr umstritten.[/QUOTE]

Dann lesen Sie ruhig erst mal! Und übrigens: [I]Umstrittene[/I] Autoren sind nicht unbedingt die schlechtesten...;)

Freigeist 04.12.2012 11:37

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Robert Iswall;159322]Dann lesen Sie ruhig erst mal! Und übrigens: [I]Umstrittene[/I] Autoren sind nicht unbedingt die schlechtesten...;)[/QUOTE]
Augstein ist als Autor (besser Journalist) umstritten? Inwiefern?

Freigeist 04.12.2012 11:38

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Robert Iswall;159279]Zu dieser Frage gab es vergangene Woche einen interessanten Artikel von Jakob Augstein auf SPIEGEL-Online. Müsste dort noch verfügbar sein.

Nachgewiesen wird u.a., dass mittlerweile jede Kritik an der Politik Israels mit dem Vorwurf "[I]Antisemitismus[/I]!" gekontert wird. Gezeigt wird auch, wie ein solches Reaktionsmuster Wasser auf die Mühlen [U]wirklicher[/U] Antisemiten (NPD & Co.) leitet. Da kann man nur mit Theo Lingen sagen: [I]"Traurig, traurig, traurig!"[/I]:o[/QUOTE]

Nicht jeder Israelkritiker ist Antisemit, aber jeder Antisemit ist ein Feind von Israel. ;)

Schnuffel 04.12.2012 18:18

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Robert Iswall;159322]Dann lesen Sie ruhig erst mal! Und übrigens: [I]Umstrittene[/I] Autoren sind nicht unbedingt die schlechtesten...;)[/QUOTE]

Siehste, genauso einer war auch Sarrazin oder der Berliner Buschkowsky und andere, die den Finger in die Wunden legten.
Und das tut leider weh
Übrigens alles SPDer!!!

Nur mal so, ;):D

Bolivar 04.12.2012 18:28

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Freigeist;159477]... , aber jeder Antisemit ist ein Feind von Israel. ;)[/QUOTE]
Wie das? Auch die Araber sind Semiten.
Venceremos!
Bolivar

Gundel Gaukeley 04.12.2012 18:43

AW: Schwelender Antisemitismus in Deutschland?
 
[QUOTE=Schnuffel;159516]Siehste, genauso einer war auch Sarrazin oder der Berliner Buschkowsky und andere, die den Finger in die Wunden legten.
Und das tut leider weh
Übrigens alles SPDer!!![/QUOTE]
Ich halte Sarrazin für einen äußerst fähigen Mann und respektiere seine Meinungen. Und vor allem seinen Mut, diese in unserem Staat der freien Meinungsäußerung :D auch derart offen auszusprechen.

Dass er SPD-ler ist, tut einer gewissen Bewunderung meinerseits keinen Abbruch. ;)

Habe übrigens beide Bücher von ihm gelesen, beide sehr gut.

Grüße, GG


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 15:21 Uhr.

Powered by vBulletin® Version 3.8.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2013, Jelsoft Enterprises Ltd.