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  #1  
Alt 30.08.2012, 14:44
MDR_Sophie
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Standard Neues Schuljahr - neues Glück?

Das neue Schuljahr beginnt und Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth sieht positiv in die Zukunft. Nach den Schwierigkeiten im vergangenen Jahr hat sie schon einige Neuerungen angeschoben. So wurden beispielsweise 650 neue Lehrer eingestellt. Außerdem gibt es ein neues Budget in Millionenhöhe für Krankheitsvertretungen. Wird nun in diesem Schuljahr alles besser? Diskutieren Sie mit!

Programmtipp:
Am Montag diskutiert "Fakt ist...!" im MDR FERNSEHEN, wie gut Sachsens Schulen wirklich sind. Bei MDR 1 RADIO SACHSEN geht es in der Sendung "Dienstags direkt" darum, woran sich Bildung bzw. Ausbildung orientieren sollte.

Mehr Infos zum Thema:
http://www.mdr.de/sachsen/schule-und-bildung100.html
  #2  
Alt 31.08.2012, 19:26
Fairness
Gast
 
Beiträge: n/a
Frage AW: Neues Schuljahr - neues Glück?

Was bringen uns die Zensuren in Musik / Kunst / Sport?

Zuerst einmal zu meiner Person: Ich bin Mutter von 2 Kindern (7. / 10. Kl. Gym) und habe ca. 25 Neffen / Nichten im Alter zwischen 0 und 30 Jahren. Ich habe also reichlich "Anschauungsmaterial" zum Thema Schule / Pädagogik / ..


Generell zweifle ich die Sinnhaftigkeit der Zensuren in den o.g. Fächern an.
Wer nicht gerne singt, wird auch nicht davon zu begeistern sein, wenn er es (mit hochrotem Kopf) vor der ganzen Klasse tun soll.
Wer sich - trotz Anstrengung - immer wieder den spöttischen Bemerkungen der Mitschüler ausgesetzt fühlt, weil er ungeschickt oder eben wieder der Letzte ist, wird sich schwerlich für einen "bewegten" Lebensstil entscheiden.
Und wer sich - auch mit "2 linken Händen" - abgemüht und etwas Kreatives geschaffen hat, will dafür Anerkennung.
Statt dessen ernten diese Schüler obendrauf noch schlechte Zensuren.

Warum überlassen wir die Zensuren in diesen Bereichen nicht den Spezialschulen, an denen sich die späteren Profis treffen?
Warum werden Bewegungsfreude und Kreativität gerade dort torpediert, wo sie gelehrt werden sollen?
Was könnte man dagegen tun?

Im Musikunterricht der 5./6. Klassen einer Schule wird beisielsweise Flöte unterrichtet. Alle spielen zusammen. Dazu könnte mann noch eine Gruppe singen lassen und eine Gruppe mit Rhythmik-Instrumenten begleiten lassen. So haben alle Freude dran, wenn es gut klingt.

Sport- und Bewegungsspiele sind für die allgemeine Fitness gut geeignet. Wichtig ist, dass alle mitmachen, und nicht die Ungeschickten oder Langsamen am Rand sitzen (weil sie ausgeschieden sind). Weiterhin finde ich wichtig, dass es nicht 1-2 Sport(doppel)stunden pro Woche gibt, sondern - möglichst täglich!- kleinere Sporteinheiten. Wäre es nicht toll, wenn unsere Kinder merken, dass ein "bewegtes" Leben einfach lebenswerter ist?

Im Kunstunterricht könnte - wenn verschiedene Techniken gelehrt wurden- jeder Schüler das aktuelle Thema in "seiner" Technik umsetzen. Dann würden auch die weniger Begabten eine deutliche Verbesserung feststellen können. Wir alle wünschen uns doch, dass unsere Kinder erfahren, wieviel Freude es bereitet, selbst etwas zu gestalten. Dafür braucht es Freiraum - Zeit. Es könnte (generell als Doppelstunde) im Wechsel mit einem anderen "Gruppenfach" wie z.B. Informatik unterrichtet werden.

Unsere Lehrer sollten mehr Ermutiger als Kritiker sein!
Dazu sind aber im Bildungsministerium die Weichen zu stellen - mit (Weiter)Bildung im pädagigischen Bereich und mit den Lehrplänen. So könnte es möglich werden, wieder mehr dem einzelnen Schüler und so dem umfassenden Bildungsauftrag gerecht zu werden.
  #3  
Alt 02.09.2012, 10:13
Humorist Humorist ist offline
Teilnehmer
 
Registriert seit: 30.04.2009
Beiträge: 117
Standard AW: Neues Schuljahr - neues Glück?

Zitat:
Zitat von MDR_Sophie Beitrag anzeigen
Das neue Schuljahr beginnt und Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth sieht positiv in die Zukunft. Nach den Schwierigkeiten im vergangenen Jahr hat sie schon einige Neuerungen angeschoben. So wurden beispielsweise 650 neue Lehrer eingestellt. Außerdem gibt es ein neues Budget in Millionenhöhe für Krankheitsvertretungen. ...

100.html
Sie als Journalisten haben die ethisch-moralische Pflicht, von der Obrigkeit (oder wem auch immer) aufgestellte Behauptungen auf Wahrhaftigkeit zu überprüfen. Tun Sie dies nicht, begeben Sie sich auf das Niveau der Schreiberlinge der DDR-Presse.
Jedes seriöse Unternehmen der Wirtschaft ist bilanzierungspflichtig. Dazu gibt es Regelwerke. Ich verlange dies auch von einem Ministerium. Mauscheleien bei Kenngrößen wie Ausfallstunden, Krankenausfalltage der Lehrer, Kompensation der Abgänge durch Neueinstellungen, "sortimentsgerechtes" Angebot von Lerninhalten, Nachweis von Lerninhalten gemessen an nationalem Niveau, Kostenspiegel für Lernmittel nach Klassenstufen geordnet, Kostenspiegel und Nachweis des Zeitaufwandes für Schulwege pro Schule und deren Entwicklung in den letzten 10 Jahren ... sind nur die wichtigsten Stichworte, die mir da einfallen. Wenn der Sprecher (=Sachverständige) für Bildungspolitik der CDU aus Verzweiflung zurück tritt, ist dies für mich der Beleg für eine verantwortungslose Bildungspolitik und für Scharlatanerie zugunsten der Profithaie bei Banken, Bau und Ausrüstung, denen das Hinterteil seit Jahrzehnten vergoldet wird, und nicht nur mit Blattgold! Das Parlament wird permanent mißachtet, und damit die Demokratie zur Farce gemacht. Da hilft dann nur Beten vor höchstem Stuhl.
  #4  
Alt 03.09.2012, 11:31
Peter Lorenz
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Standard AW: Neues Schuljahr - neues Glück?

Ich freue mich als Mitglied im Kreis - Landes -und Bundeselternrat, dass in den vergangenen Monaten viele nötige Verbesserungen und Erleichterungen in das sächs. Schulsystem eingeflossen sind. Es ist aber nicht nur die Arbeit der Ministerien, Schulleiter und Lehrer, die zu einem nevauvollem Bildungssystem beitragen, sondern auch Arbeit der Eltern, mögliche Angebote und Chancen effektiv zu nutzen. In der Grundschulzeit nehmen fast 90 % aller Kinder mit völliger Selbstverständlichkeit am Ganztagesunterricht teil und lernen gewissenhaft das Lernen. Vor allem in Mittelschulen nimmt sowohl das Interesse, als auch die Beteiligung massiv ab. Hier sehe ich das größte Potential, unsere Kinder und Jugendlichen fit für die Berufsausbildung zu machen. Den wenigsten Eltern sind überhaupt Programme Schule - Wirtschaft, Berufsberatung oder gar das Qualitätssiegel und seine Bedeutung bekannt. Die Schule gehört in den Mittelpunkt einer Gemeinde, denn eine gute Schule macht eine gute Gemeinde aus. Das beginnt bei der Schülerbeförderung, beim zuverlässigem Unterricht und endet bei der effektiven Gestaltung der Ganztagesangebote. Hier hilft kein Meckern, hier hilft nur das Zupacken aller Beteiligten, auch und vor allem der Eltern. Es sind unsere Kinder und es ist unsere Zukunft.
Peter Lorenz
  #5  
Alt 03.09.2012, 17:46
Kris
Gast
 
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Standard AW: Neues Schuljahr - neues Glück?

Wo sind sie denn, die 650 neu eingestellten Lehrer? An den Mittelschulen in Westsachsen kann keiner angekommen sein. Dort „optimiert“ man die Klassen, d.h. Kinder und Lehrer werden so lange herumgeschubst bis die Zahlen passen.
Die konkreten Bedingungen vor Ort interessieren dabei nicht. So sind 28 Schüler auf ca. 50qm eingepfercht, das sind 1,78qm pro Kind. Für einen großen Hund sind in Deutschland 10qm vorgeschrieben! Man muss halt Prioritäten setzen.
Fast alle Schüler müssen den Bus benutzen, um ihre Schule zu erreichen. Dabei ist es fast schon normal, dass Schüler mancher Linien zu spät kommen und eher gehen müssen. Aber zumindest können die sächsischen Absolventen dann Bus fahren. Man muss halt Prioritäten setzen.
Es gibt so viele Probleme; jedes Schuljahr denkt man, schlimmer könne es nicht mehr werden, aber da hat man die Rechnung ohne die Politik gemacht. Die Herrschaften, die ohne Sinn und Verstand selbst frisch sanierte Schulen geschlossen und letztendlich die Weichen dafür gestellt haben, dass jetzt „plötzlich und unerwartet“ Lehrermangel herrscht, sind heute Landtagspräsident und Fraktionsvorsitzender der CDU. Sie haben Prioritäten gesetzt.
Es ist mir ein Rätsel, wieso Sachsen es immer wieder auf vordere Plätze bei verschiedenen Rankings schafft. Das kann eigentlich nur daran liegen, dass die überalterte Lehrerschaft trotz vergleichsweise mieser Bezahlung immer noch und immer wieder an die Grenzen ihrer Belastbarkeit- und wie viele Langzeitkranke zeigen- darüber hinaus geht. Kollegen, die sich ihrer Gesundheit zuliebeTeilzeitstellen teuer erkauft haben, verbringen diese "frei" gewordenen Stunden nach Abordnungen nun auf den Landstraßen dieses Bundeslandes. Vielleicht sollten wir endlich lernen, Prioritäten zu setzen? Bildung und Erziehung brauchen angemessene Voraussetzungen!
  #6  
Alt 05.09.2012, 14:05
MDR_Gerrit MDR_Gerrit ist offline
Moderator
 
Registriert seit: 29.09.2011
Beiträge: 132
Standard Neues Schuljahr - neues Glück?

Schulbeginn in Sachsen und Sachsen-Anhalt - und noch immer sind zahlreiche Lehrerstellen nicht besetzt. Die sächsischen Lehrer haben heute eine Mahnwache vor dem Kultus- und Finanzministerium in Dresden begonnen, ab Freitag soll in Sachsen sogar gestreikt werden. Halten Sie einen solchen Streik für sinnvoll und angemessen?

Die neuesten Informationen dazu finden Sie auf den Nachrichtenseiten von MDR.DE:
http://www.mdr.de/nachrichten/index.html

Wie bewerten Sie das sächsische Schulsystem? Machen Sie mit bei unserem Voting:
http://www.mdr.de/mscg/frage.php?id=876
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