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![]() Wir haben etliche Jahre in der Platte gelebt und ich kann Ihre Aussage in keiner Weise bestätigen. |
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Wir wohnen auch in einem "Platten"-baugebiet und haben ebenso eine herrliche Wohnlage in der Nähe eines Naturschutzgebietes. Ich möchte hier nicht wegziehen, warum auch - wir haben fast alles, was wir brauchen, vor der Nase.
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#63
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Vor allem unter Kollegen, so ein intimes GeplänkelUiuiuiui ![]() |
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#65
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Nicht jeder Mehrstocker wurde in Plattenbauweise gebaut. Wir haben hier Blöcke 3-4 Stockwerke mit bis zu 18 Wohneinheiten.
Diese wurden um 1960 erbaut und das noch mit richtigen Steinen.Aber die Fussböden sind so eine komische Holzkunstruktion.Die Oberfläche ist rötlich und färbt weiße Socken. Aber hellhörig sind sie schon.Besonders im Bad der Schacht für die Wasserleitungen trägt dazu bei. Wenn meine Nachbarin telefoniert kann ich mithören ohne mit dem Ohr an der Wand zu kleben. Kleine Episode bezüglich Orgasmus. Eine Kollegin wohnte auch im Neubau und war von dem jungen Paar eine Etage höher total genervt.Da ging es jede Nacht rund.Also räumte meine Kollegin um und es war endlich Ruhe. Aber nur für kurze Zeit.Das junge Pärchen hatte eine Woche später die gleiche Idee. Svenja |
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#66
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Zum Leben im Plattenbau möchte ich auf einen Link verweisen aus dem Forum DDR Grenze. Dort wird die Problematik Plattenbau vor und Nachteile gut dargestellt. Viele Grüße von Angelo
Liebe Nutzer, Angelos Link können und wollen wir nicht beurteilen. Dennoch - entsprechend der Forumregeln haben wir ihn entfernt. Also, nochmals unser Hinweis und die dringende Bitte: an dieser Stelle keine Verlinkungen ins Web. Vielen Dank, Ihr Team von MDR.DE Geändert von MDR_Sophie (26.11.2011 um 15:17 Uhr). |
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#67
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Kann ich nicht verstehen, warum Themen Relevante Links nicht zugelassen werden ?? Oder zählt hier nur die Meinung der Medien ?? Es lebe die Zensur ! Sowas ist altmodisches Denken ganz ehrlich ! Der MDR möchte "seriöse" Geschichtliche Aufarbeitung betreiben, dann fangt bitte bei den Foren Regeln an ! Viele grüße vom etwas entäuschten Angelo aus dem "Forum DDR Grenze" Geändert von Angelo (03.12.2011 um 13:51 Uhr). |
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#68
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Hallo Leute.
warscheinlich passt es in dieses Forum nicht so direkt hinein, aber ich hab da mal ne Frage : Kennt einer von euch noch die Rügener Fischpaste und kann mir einer sagen ob es die noch ( wieder) in den neuen Bundesländern zu kaufen gibt ??? Bin über jede Info dankbar !!! PS: Hab bis 1998 auch noch in der Platte gewonht. und lebe heut im " bösen westen".... ![]() Geändert von Walter (09.12.2011 um 22:25 Uhr). |
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#69
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Die war LECKER, mmmmmh.... Aber unser Fischhändler, der alle zwei Wochen kommt sagte uns, trotz einer sehr grossen Nachfrage, es gibt die Fischpaste LEIDER nicht mehr. Bist also nicht der Einzige,der Nachfragt. |
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#70
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Als wir unsere erste "Plattenwohnung" bekamen, waren wir
gerade erst junge Eltern geworden. Davor wohnten wir in einer Altbau-Einraumwohnung unterm Dach. Kinderwagen vier Treppen rauf und runter, Kohlen vier Treppen rauf und runter etc. ![]() Für uns war es eine gute Zeit in der Platte, damals ![]() |
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#71
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Die Plattenwohnungen waren in Ordnung, die Hausgemeinschaften eigentlich auch. Da war im Haus noch was los, man kannte sich und feierte miteinander.
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#72
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Zitat:
![]() ![]() ![]() Ich dachte immer der Osten ist nach der regelmäßigen Beschallung durch die Medien der Böse ![]() ![]() Geändert von Tafelgeher (27.12.2011 um 13:25 Uhr). |
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#73
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Zum Thema DDR-Platte habe ich in meinen Unterlagen noch folgende alte Geschichte gefunden, die ganz anschaulich den Arbeitsalltag auf einer "Plattenbaustelle" zeigt ;-)
Bauarbeiterehre (von: mir) 1. Teil Frühling 1975. Noch ist zeitiger Morgen. Der Wecker klingelt. Manfred ist bereits wach. Ein leises Knacken des Weckers, ca. eine Minute vor dem eigentlichen Wecksignal, beendete seinen Schlaf. So war es fast jeden Tag. Eine Minute. Zeit, sich auf den neuen Tag einzustimmen. Eine Minute. Zeit, sich noch einmal zu räkeln, zu spüren, daß noch alle Körperteile da waren. Die harte Arbeit in der Tiefbaubrigade hatte seinen Körper gestählt und sehnig werden lassen. Schwielen und rauhe Haut an den Händen waren das äußere Zeichen. Bettdecke zur Seite und: "Auf!" Eine halbe Stunde später: Manfred ist auf seiner 250er MZ auf dem Weg zur Arbeit, Richtung Norden, zur Großbaustelle, zur Baracke neben der Beton-Mischanlage, dort, wo auch Huggis Zimmermannsbrigade ihre Unterkunft, ihren Umkleideraum hatten. Hier gab es, neben den LKW-Abstell- und Waschplätzen, einige Garagen, die teilweise als Lagerräume genutzt wurden. Und hier, in einer der Garagen war auch der Schmied anzutreffen, wenn er nicht gerade mit seinem Gesellen draußen war, auf der Baustelle, zu Arbeiten, die meist nichts mit dem Handwerk eines Schmiedes zu tun hatten. Hier, in unmittelbarer Nähe war auch die Bauarbeiter-Kantine, in der man für 50 Pfennige eine Tasse Kaffee oder ein belegtes Brötchen kaufen konnte, in der es mittags meist Nudeln mit Gulasch gab und in die sich hin und wieder auch mal ein Streifenpolizist verirrte. Erst gestern wurde von den Bauarbeitern in der Kantine einer, dieser grün gekleideten Menschen auf besonders freundliche und herzliche Art begrüßt: "Was will'n das Bullenschwein hier?!" und: "Bullen raus!" Dieser Unmut kam sicherlich nicht nur durch die noch frisch im Gedächtnis haftende Schilderung eines Kraftfahrers zustande. Er hatte berichtet, daß in der letzten Nacht einer Maurerbrigade das "Mittag" - eine ausgiebige Arbeitspause, die so ab 01 Uhr begann und deren Ende in der Regel ungewiß war - verdorben worden sei. Gerade, als die Kollegen in ihrem Bauwagen, bei Schnaps und Bier und bei fröhlichem Kartenspiel die letzten Nachtschichten auswerteten, wurde mit einem schweren Knüppel von außen gegen den Bauwagen gedroschen und eine tiefe Männerstimme soll laut gebrüllt haben: "Los! - Raus hier! - Ihr faulen Säcke! - An die Arbeit! - Aber ein bißchen flott ! - Das geht im Laufschritt! - Ihr sollt Klägen*), damit wir auf unser Geld kommen! " Nach einer kurzen Pause des Erschreckens und der Fassungslosigkeit, in der wohl auch einige Flaschen zu Bruch gegangen waren, hörte man nur noch das Geräusch sich schnell entfernender Schritte. Nachdem die Bauwagentür von innen aufgestoßen war, sahen die Maurerkollegen, wie in einiger Entfernung zwei "Grüne" in einen Funkstreifenwagen einstiegen und flüchteten. Manfred stellte sein Motorrad ab, neben der Unterkunftsbaracke, hier, wo der tägliche Wahnsinn seinen Ausgangspunkt hatte. Da, ein Knall! Als Manfred die Unterkunft betrat, nahm er als erstes seinen Brigadier wahr. Der rannte fluchend und brüllend herum klopfte seine Jacke und seine Hose ab und suchte den Schmied: "Schmied! - Du dreckige Sau! - Wo versteckst du dich - du elender Hund? - Komm endlich raus, damit ich dir mit meinem Spitzhammer den Schädel spalten kann!" Die Tür zum Umkleideraum war offen. Es brannte kein Licht. Im Gang standen einige Kollegen und hielten sich vor Lachen die Bäuche. Im Schein einer Taschenlampe: kleiner Glassplitter glänzten auf dem Fußboden. Im Umkleideraum hatte offensichtlich eine Glühbirnen-Explosion stattgefunden. Allen war klar, daß der Schmied wieder mal zugeschlagen hatte. Offensichtlich hatte er sich eine dieser großen Glühbirnen besorgt, die auch zur Beleuchtung des Umkleideraumes dienten, und diese dann mit einem Gemisch von Azetylen und Sauerstoff gefüllt. Es war nicht das erste mal, daß die Kollegen unter den derben Späßen des Schmiedes zu leiden hatten. Mit einem autogenen Schweißgerät ein kleines Loch in den Glaskörper einer Glühbirne zu brennen, anschließend das Loch mit einem Kaugummi zuverschlossen und die Glühbirne, kurz bevor die ersten Arbeiter ankamen, in eine Lampenfassung des Umkleideraumes einzuschrauben - auf diese Idee mußte man erst mal kommen. Der Schmied hatte sich dann wohl auch gleich aus dem Staub gemacht und war bis auf weiteres nicht mehr auffindbar. Naja, bis zum Feierabend würde die Wut des Brigadiers schon verflogen sein. Eine neue Glühbirne wurde also besorgt und eingeschraubt. Danach konnte man sich endlich umziehen. Anschließend kurze Abstimmung, was an diesem Tag für Arbeiten, die unbedingt geschafft werden mußten, anstanden. Man nahm das benötigte Werkzeug: Spitzhammer, Flechterzange, Säge usw. aus der Werkzeugkiste, griff noch einmal in die Tüte mit den 80er Nägeln und füllte damit seinen, am Gürtel hängenden Lederbeutel. Nach einem kurzen Kontrollstrich, ob auch die Geldbörse, die Zigaretten und das Taschenmesser dabei sind, konnte es losgehen. Zu Fuß zur Baustelle. Nach sieben Uhr, als der Zimmermanns-Brigadier Hugo Kolbe - von allen nur "Huggi" genannt - mit seiner Brigade am nördlichen Teil Großbaustelle ankam, war schon ziemlich klar, daß wohl auch dieser Arbeitstag nicht so sehr lange dauern würde. Ringsum Erdarbeiten. Einige Bagger und Planierraupen wühlten sich durch das Erdreich, LKWs krochen schwer beladen auf den Plattenwegen, Vorarbeiten für künftige Baumaßnahmen an den Fundamenten für die sechs- und elfgeschoßigen Wohnneubauten, die hier einmal stehen würden. Dazwischen tiefere Gräben, in denen schon fertige Betonfundamente waren. Aus U-förmigen Betonteilen würden hier die Sammelkanäle entstehen, welche die einzelnen Häuser miteinander verbinden und so Wasser und Strom in künftige Haushalte brächten. Alle hundert Meter mußte sich in diesen Kanälen ein sogenannter "Festpunkt" befinden, der die Schub- und Zugkräfte der teilweise recht dicken Wasserrohre aufnehmen und berechenbar machen sollte. Diese "Festpunkte" wurden traditionell in einem Stück und vor Ort hergestellt. Das Flechten der Bewehrungskörbe, das anschließende Herstellen der Holzverschalung, das Einfüllen mehrerer Kubikmeter Frischbeton und nach Tagen das Wiederausschalen des fertigen "Festpunktes", das waren die Arbeiten, die Huggi mit seiner siebenköpfigen Brigade tagtäglich durchzuführen hatte. Vor rund einem halben Jahr war die Baubrigade um drei weitere Mitglieder angewachsen: Lehrlinge. Manfred war einer von ihnen. Huggi hatte sich damals gleich väterlich bemüht, die drei "Neuen" schnellstmöglich in das Leben der Brigade einzugewöhnen. Nach einer Zeit der Handlanger- und Hilfsarbeiten, dem Schleppen von meterlangen 12er Kanthölzern und Baumstämmen, dem Buddeln im Erdschlamm - man brauchte ja schließlich "Baufreiheit"- war schon recht bald der Zeitpunkt erreicht, ab welchem die Lehrlinge richtige Arbeiten verrichten durften. Daß die Zeit davor eine Testphase war, inwieweit die Lehrlinge auch dichthielten, wurde Manfred erst später klar. Kein Lehrling hatte sich je über die Drecksarbeit beschwert. Das merkte Huggi sehr wohl, und er begann plötzlich den Lehrlingen Geschichten und Märchen zu erzählen: vom "Hänsel und Gretel", vom "Hans Guck-in-die-Luft" und vom "Zwerg Nase". Und immer, wenn ihm mal bei der Arbeit in einem der Sammelkanäle ein ordentlich knatternder Bierfurz entglitten war, stimmte er das frohe, Manfred bis dahin völlig unbekannte Kinderlied an, das da in etwa so ging: "Höret all', ihr lieben Knaben: Tausend Nasen möcht' ich haben Tausend Nasen, das wär' fein, und keine dürft' verstopft mir sein! Nein! Tausend Nasen sind zu wenig, denn ich bin ja der Nasenkönig..." Am sogenannten "Bauwerk 30" angekommen, begab sich die in Zwei- bis Dreimann-Gruppen aufgeteilte Brigade an ihre Arbeitsplätze und begann mit dem Schachten, Sägen, Hämmern, Rödeln, den Ein- bzw. Ausschalarbeiten an den jeweiligen zugewiesenen "Festpunkten". Auf dem Weg zur teilweise recht schlammigen Baustelle hatte Huggi bereits mehrfach festgestellt: "Verdammt trockne Luft heute...! Ich hab' 'nen Durscht, wie 'ne Tümpelkröte!..." Der lange, etwas staksige Hans nickte zustimmend. Er redete nicht sehr viel, wenn er nüchtern war. Das lag wohl an seinem Sprachfehler. Auch er hatte gestern offensichtlich nicht genug getrunken. Wie sonst wäre das jetzt so deutliche und plagende Durstgefühl erklärbar?! Und da: "Zack!" - schon flogen einige 80er Nägel in hohem Bogen in das nächste Gebüsch. Das war für die drei Lehrlinge ein sicheres Zeichen: Wenn die Nägel aufgebraucht sind, ist erst einmal Pause angesagt! Schon in ein paar Stunden würde es dann wieder heißen: "Stifte - zum Chef! Geheimauftrag!" Und so kam es dann auch. Der Vorrat an 80er Nägeln war erstaunlich schnell aufgebraucht. ... Ende 1.Teil |
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#74
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Beginn 2. Teil:
----------><8---------- Schon gegen 10 Uhr schickte der Brigadier die Lehrlinge mit zwei höchst wichtigen "Geheimaufträgen" in die nächste Kaufhalle. Geheimauftrag Nr: 1 : Sie sollten die leeren Pfandflaschen abgeben, einen Klumpen Gehacktes, Zwiebeln und Brötchen dafür einkaufen. Geheimauftrag Nr: 2 bestand darin, daß sie sich, ohne von der Bauleitung erwischen zu lassen, in der Kaufhalle 60 Flaschen Bier sowie einer großen Flasche Zitronenlikör für den Brigadier bemächtigten und diese dann, nach dem Bezahlen an der Kasse, schnellstens hier, im Brigadehauptquartier abzuliefern hätten. Als Brigadehauptquartier wurde ein etwas abseits gelegener, fast fertiger Sammelkanalabschnitt benannt, der "Festpunkt" seitig mit hölzernem Einschalmaterial versperrt wurde und dessen anderes Ende in einer mit Wasser gefüllten Baugrube - dem künftigen Standort eines Hochhausfundamentes - endete. Und so zogen die drei Lehrlinge los, mit prall gefüllten Leergut-Einkaufsnetzen, in Richtung Kaufhalle, den Willen ihres Brigadiers nach besten Wissen und Gewissen in die Tat umzusetzen. Etwa eine halbe Stunde später waren sie wieder zurück, lieferten die Kriegsbeute ab und meldeten die ordnungsgemäße Erledigung der Geheimaufträge. In der Zwischenzeit hatten die anderen Kollegen der Brigade behelfsmäßige Sitzgelegenheiten und eine Art Tisch zurechtgezimmert, damit man es beim Durststillen nicht so unbequem habe. Nach einer letzten "Peilung der Lage" zischten die ersten Kronkorken und Huggi nahm einen großen Schluck aus seiner Zitronenlikör Pulle. Die Lehrlinge nahmen wieder mal zur Kenntnis, daß wahre Meisterschaft im Biertrinken darin besteht, eine soeben geöffnete 0,33 Liter-Bierflasche in einem Zug hinterlaufen zu lassen und den Genuß derselben mit einem lautstarken Rülpsen zu vollenden. Gehacktesbrötchen wurden geschmiert und nach einem kräftigen Biß in eine Zwiebel mit einer Flasche Bier heruntergespült. Nach den ersten drei Flaschen Bier, die jeder, traditionell so hinterzukippen hatte, war der schlimmste Durst erst einmalgestillt. Zwischen Bier und Gehacktesbrötchen sang der Brigadier mehrmals sein Lied vom Nasenkönig, was ihm mehrere finstere Blicke der Kollegen einbrachte. Offen zu schimpfen, traute sich jedoch keiner. Zu groß war die Achtung vor dem Brigadier Huggi, der, seinen Erzählungen nach, während er auf Montage in LEUNA war, einem verdammten Sachsen eine Schrotsäge auf den Rücken gedroschen haben will und der danach aus mindestens zwanzig Löchern geblutet hatte. Zu frisch war noch die Erinnerung an Huggis Wutanfall, als er aus ungefähr 50 Metern Entfernung seinen Spitzhammer punktgenau in die Tür des Traktorfahrerhauses hämmerte, als dessen Fahrer versuchte mit seinem zig Meter langen Anhängerzug an einer engen Stelle zu wenden und dabei einige neue Schaltafeln, die für Huggis Brigade bestimmt waren, zermalmte. Und auf die heutige Sache mit der Umkleideraumlampe konnte man ihn auch noch nicht ansprechen, wollte man nicht einen erneuten Zornesausbruch riskieren. So schimpfte man ein bißchen auf den Staat, wo man so viel arbeiten müsse, für so wenig Geld, auf Erich, der jeden Tag kostenlos russischen Sekt säuft, der in den Westen reisen und die Westhuren bumsen kann, wenn er nur will. "Ja, im Westen müßte man lebe', sich die Nülle mit "Sanso" waschen, fette Autos fahren, den ganzen Tag nur faul rumhängen und schwer Kohle verdienen. So ein Leben, das wär das Paradies auf Erden." "A..An allem ist nur A...A...Adolf schuld!" "Ach was! Hätten die Amis eher den Finger aus dem Arsch gezogen, wäre der Russe nicht bis an die Elbe gekomme' und wir könnten heute Urlaub im Puff von Barcelona mache'!" "Aber, Thüringen war doch in der Hand der Amis ?!" "Ja, die verdammten Kapitalisten haben uns eben im Stich gelasse' und uns dem Russen ausgeliefert!" "Wir Arbeeter wollt'n doch schon immer die deutsche Einheit: Deutschland einig Vaterland!" "D...Das singt man heute n..nich' mehr!" "Sind ooch bloß die verdammten Kapitalisten dran schuld!" "N...Na, ich denke, d...du willst ma n...nach'n Westen?!" "Na klar, denen ma' das Arbeeten beibringe', ma' zeijen, wo der Hammer hängt! Die Hunne wissen überhaupt nich', wie 'n echter deutscher Arbeiter ranhaue' kann!" "Was willst'n denen schon zeig'n, wenn de vielleicht zur Beerdijung von deiner Jroßmutter ma' rüberfahre' kannst - du hast doch nischt vorzuweise', du hast doch dein ganzes Geld uf'n Kopp jehaun und den Rest hat deine Olle einkassiert, du armer Schlucker?!" "Das isses eben! Scheiß-Westen!" "Sch...Scheiß-Osten!" "Nee, Scheiß-Russen!" "Ach, Scheiß-Amis!" "Sch...Scheiß drauf!" "*******!" "Prost!" Nach dem dritten Bier und 'ner halben Flasche Zitronenlikör war auch endlich Huggis Ärger verflogen und er brachte das Gespräch selbst auf den Schmied: "Dieser Schweinehund aber auch, ausgerechnet mich hat er anjeschiss'n mit dieser Glühbirne...! Diese Explosion hätte mir den janzen Kopf abreißen können - meine Trommelfelle summen jetz' noch, wenn ich bloß dran denke! Aber mit der Knallerei hat er eben was drauf, daß muß mer sage'. Könnt ihr euch noch erinnere', letzten Herbst, als der den leeren 6-lagigen Papier-Zementsack mit seinem Schweißgas voll jemacht hatte und unten dran eine mit Benzin jetränkte Lunte aus Werg...? Das hat jekracht, als ob 'ne Bombe aus'm zweeten Weltkrieg hochjegangen wäre. Blöd war nur, das der Wind das Ding mitten auf die Straßenkreuzung geweht hatte." Da hängte sich Hans mit rein: "N...Nur gut, d...daß da gerade k...keener gestand'n hat, d...dem hätt's garantiert d...die Hosen weggefetzt u...und die Ohren gleich mit d..dazu. J...Juhuhchen! - d..das war Klasse!" "Paß bloß auf, daß dir nich' jleich eener de Ohren abfetzt, Langer! Lern' erst ma' richtich Spreche'!" "L..L..Leck m..m.. - ..!" Hans winkte ab und wandte sich nach hinten. "Ach, komm Langer - du weißt doch, daß ich's nich' so gemeint haawe, zieh' nich' jleich wieder so'ne Fresse! Trink lieber noch een. Komm wieder her. Horch ma' ich sing dir auch ein schönes Lied...!" Doch schon beim ersten Ton hielten sich alle die Nasen zu und waren bestrebt, in dem Gang des Sammelkanals, das Weite zu suchen. Ja ja, so war er: Huggi, 1,90 Meter groß, gespannt wie eine Stahlfeder - furchtbar in seiner Wut, aber nett und freundlich wie ein Kind, wenn alles nach seinem Willen lief - von hinten die Gestalt eines Superathleten mit riesenbreiten Schultern und schmalen Hüften, von der Seite aber war sein überdimensionaler harter und fester Bauch zu sehen, groß wie ein Waschkessel. Und, obwohl er es oft versuchte, eine richtige Melodie brachte er mit seinem "Blasinstrument" nie zustande. * MfG OpaHo |
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#75
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Was bist Du denn für einer?
Bolivar P.S. Schäm Dich! |
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Wie geht denn die Geschichte nun aus? Haben sie den Plan erfüllt?
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Mit so einer Arbeitsweise konnte kein Plan erfüllt werden
Aber rumgeschrien weil es an allem Mangelte ![]() Geändert von Tafelgeher (10.01.2012 um 18:41 Uhr). |
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#78
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Ich wette diese Brigade war 89 am lautesten auf der Straße und einige davon sicherlich Opfer des "Regimes".
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#79
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![]() ![]() |
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#80
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So'ne Sch......, da arbeitet (säuft) schon auf den Bau und muss trotzdem so lange auf eine Wohnung warten. ![]() |
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#81
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Meine Erinnerungen sind wie folgt:
Diverse Pressspanplattenmöbel bei einem Umzug eines damaligen Kollegen ins 3. Wohngebiet Berlin-Marzahn schleppen. Nach vollbrachter Trageleistung Anstossen mit "Goldie" und "Berliner Pilsener", Schulterklopfen und "ach was sind wir jetzt stolz, was für eine tolle Wohnung"-Sprüchen. Kind war auch schon unterwegs. WBS 70-Einheitsbeton: Durchgang zur Küche wurde mit bunten Plastikbänder-Raumtrenner verschönert, ZEULENRODA-Schrankwand passte perfekt ins linke Wohnzimmereck, der COLORTRON-Fernseher mit "Besenstielfernbedienung" war der Blickfang, in der Schrankwand standen Bücher der Weltliteratur wie "Weltall, Erde, Mensch", oder ein Fotobildband schwarz/weiß "Der Palast der Republik" mit Widmung von Ede Honnecker auf S.1 (Originalunterschrift fotokopiert)! Die Ornamenttapete aus Klopapier war Wochen zuvor mühselig mit "abgestaubter" Rauhfaser überklebt worden. Sehr wetterbeständige Latexfarbe in aschgrau verschönerte dann den "Rauhfaserschatz". In der Nasszelle waren alle Sanitärmöbel durch Keramik in Ockerbraun aus der Baustoffversorgung ersetzt worden. Was für eine Wohlfühloase! Am Ende des Flures/Eingangsbereiches befand sich die Hobbywerkstatt des handwerklich begabten Hausherrn. Hier war die wenig benutzte MULTIMAX der Blickfang! Beim Anbringen/Anbohren der Bilder in den diversen Wohnbereichen wurde zuvor die Hausgemeinschaft darüber in Kenntnis gesetzt, dass es am Samstag zu einer gewissen Lärmbelästigung kommen könnte, aber "Willi Sitte" und der "Hase von Albrecht Dürer" mussten dringend ihren Platz an der Wohnzimmerwand finden. Vor der Haustüre auf der frisch betonierten Straße (hatte lange gedauert bis die fertig war) stand der weiße LADA 1200 mit Abziehbildern in der Heckscheibe, die von grandiosen Weltreisen Zeugniss abgaben: Wernigerode 1981, Zwinger in Dresden 1982, Rostock-Überseehhafen und als Krönung: Prag -Wenzelsplatz- 1984 (und zwar 2x). Spiesserglück was willst du mehr Soweit meine "Erinnerungen" zur Platte. Nach Vollbringung des Umzuges bin ich wieder in meine ofenbeheizte Prenzelberger Hinterhauswohnung mit Außenklo zurück, habe mir einen "Norddeutschen Doppler" aufgekorkt und war kein bißchen neidisch. |
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#82
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Zitat:
![]() ![]() immerhin waren die Neubauwohnungen(Platte)immer noch gefragter als die alten Hinterhofmietwohnungen ohne BAD und Spülclo ![]() |
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Zitat:
Oh doch, hab auch wie Lupo gewohnt. Prenzlberg, Rykestrasse, Vorderhaus MIT Bad, SPÜLKLO aber halbe Treppe Flur runter. ![]() |
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Tja Herr Lupo, einen Lada konnte man sich auch nur leisten, wenn man fleißig gearbeitet hat. Zitat:
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Mir ist generell aufgefallen, dass NEU für viele Deutsche noch heute ein Synonym für SCHÖN ist. Also lieber eine neue Billigeinrichtung als alte Holzmöbel, die schon Zeiten überstanden haben. Auch das scheint mir eine Auswirkung der in DDR angestrebten Einheitsgesellschaft: Bloß nicht aus der Rolle fallen ... Kopfschüttelnd M. |
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#86
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Ich zitiere mich selbst und verstehe das als einen Beitrag zur Förderung des verstehenden Lesens: "Mir ist generell aufgefallen, dass NEU für viele Deutsche noch heute ein Synonym für SCHÖN ist." M. |
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#88
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1. ist alles Geschmacksache 2. muss sich jeder, heute wie anno dazumal nach seinen Geldbeutel strecken. Mir scheint Sie haben nur als wohlbehütetes Kind in der Ex-DDR gelebt. Hätten Sie sich mal gestern auf ARD die Sendung unserer ehemaligen Ex-Wirtschaft angesehen, fast alles wurde an die Kataloge West(1a-Ware) billig verscherbelt. Und bei uns wurde das meiste überteuert angeboten, bzw. lange Wartezeiten, wenn überhaupt etwas in den Handel kam. Die Sendung hieß Ostprodukte im Westregal-Geschäfte mit der DDR Manno, hatte ich hinterher eine Wut. Und heute werden wir mitunter erniedrigt, indem die Brüder uns Faulheit und "wir hätten noch nie richtig gearbeitet" So sieht es aus. Ja *Kopfschüttel |
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#89
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Hätten Sie sich mal gestern auf ARD die Sendung unserer ehemaligen Ex-Wirtschaft angesehen, fast alles wurde an die Kataloge West(1a-Ware) billig verscherbelt. Und bei uns wurde das meiste überteuert angeboten, bzw. lange Wartezeiten, wenn überhaupt etwas in den Handel kam. Die Sendung hieß Ostprodukte im Westregal-Geschäfte mit der DDR Manno, hatte ich hinterher eine Wut. Und heute werden wir mitunter erniedrigt, indem die Brüder uns Faulheit und "wir hätten noch nie richtig gearbeitet" So sieht es aus. Ja *Kopfschüttel[/QUOTE] Geändert von Martina (31.01.2012 um 17:07 Uhr). |
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Das war der Reichtum unserer Brüder und Schwestern im Westen: Mit Westkohle gute billige Ostprodukte kaufen und schon war deren Einkaufswagen voll. |
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Bist also nicht der Einzige,der Nachfragt.


Aber rumgeschrien weil es an allem Mangelte
Linear-Darstellung
