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#1
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Viele Ostdeutsche atmen erleichtert Anfang der 1990er-Jahre auf, als mehr als eine halbe Million Soldaten der Roten Armee mit ihren Familienangehörigen Ostdeutschland verlassen. Viele andere müssen fortan bis nach Moskau, Irkutsk oder Riga reisen, um ihre Freunde zu besuchen. Wie ging es Ihnen? Welche Erfahrungen haben Sie im Zusammenleben mit der "Roten Armee" gemacht?
Programmtipp: Fremde Freunde - Die Sowjetarmee in der DDR | GMD - Das Magazin | MDR FERNSEHEN | 13.11.2012 | 21:15 Uhr siehe http://www.mdr.de/geschichte-mitteldeutschlands/magazin/gmd-themen-magazin100.html |
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#2
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Wie heißt es so schön Freunde sucht man sich selber raus.Im Falle der DDR wurde uns durch die Nachkriegszeit die sogn.DSF(Deutsch Sowjetische Freunnschaft )aufs Auge gedrückt.Ehrliche Freundschaften konnten auf dieser Art nicht oder selten entstehen,obwohl es den sowj.kl.Soldaten schlechter in der Behandlung durch und von Ihren Vorgesetzten erging,wie uns in der NVA.Im Grunde genommen waren auch es auch nur arme Schweine.
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#3
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Mein Vater, der sich jahrelang erfolgreich gegen irgendwelche "ehrenamtlichen Funktionen" gewehrt hatte, bekam um 1985 dann doch das Amt eines Kreisvorsitzenden der DSF aufgedrückt. Viel zu tun hatte er dabei nicht, denn - wie Sie schon sagten - die Zahl zugelassener persönlicher Kontakte zu Sowjetbürgern in der DDR hielt sich in Grenzen und offizielle Gedenktage waren nicht allzu viele abzuarbeiten. ![]() Zum 8. Mai / 7. November jeden Jahres erhielt er regelmäßig Einladungen vom Kommandeur einer sowjetischen Garnison. Dann bat er mich jedesmal, ihn als Dolmetscher zu begleiten. Was blieb mir von diesen Treffen in Erinnerung? Tische, die sich unter Speisen (und vor allem Getränken!) bogen, russische Witze, die ich oft auch nicht verstand, zunehmend lautere und wehmütigere Gesänge und am Schluss hin und wieder ein "Filmriss". Na ja. Wirklich gestört hat mich dabei aber, dass die einfachen "Muschkoten" (Wehrpflichtige, also Soldaten) von diesem Feiern stets ausgeschlossen waren. Ob das heute beim amerikanischen Oberkommando oder bei der Bundeswehrführung anders ist, weiß ich freilich nicht... ![]() |
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#4
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Ich musste Mitte der Achziger jeden Morgen um 05.09 Uhr mit der S-Bahn auf Arbeit fahren. Sehr oft musste ich auf die Nächste warten, weil die ganze Bahn voller Russen war. Über all lag Marschgepäck und Knarren herum und ein Duft.......mmmhh ! Dann fällt mir noch der 19. Januar 1988 ein. Als ein russische Panzer bei Forst Zinna auf den Gleisen stand und ein D-Zug reindonnerte.
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#5
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#6
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Ich VERMISSE die achsoleckeren PELMENIS... Bringt heute KEINER mehr zustande! ![]() |
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#7
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Z u h ü l f . |
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#8
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Das wird nicht zuhülfen. Geschmack ist nun mal rein subjektive Geschmacksache. Der eine mag es eben deftig deutsch, der andere wiederum inhaltlich sparsam zu einem Preis, bei dem fast glaubt, das Restaurant miterwerben zu müssen.
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#9
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Und dann sind da noch die Geschmackspapillen im Spiel. Nicht immer gelingt es, sie erfolgreich abzutöten. |
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#10
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Nahe der Grenze kann ich mich an etliche Polizei-Großeinsätze erinnern. Die waren immer dann, wenn ein russischer Soldat aus der Kaserne geflüchtet war, in dem Irrglauben, dass er über die nahe Grenze in die BRD flüchten kann. Einige von denen sind dann erschossen worden. Nicht von der VP, sondern vom russischen Militär. Wegen Fahnenflucht. Unsere VP durfte nur Suchen helfen und wurde so zum Mittäter an diesen Morden. Weitere Erinnerungen sind um Geld bettelnde russische Wehrpflichtige, die kaum das 18. Lebensjahr überschritten hatten. Erwischt werden durften sie dabei allerdings nicht, sonst gab es mindestens keinen Freigang mehr. Und ich erinnere mich an sowjetische Kasernen, die noch stärker abgeriegelt waren als die der NVA. Und ich erinnere mich an die Offiziere der Roten Armee, die mit ihrer ganzen Familie in Deutschland stationiert waren. Ihre Frauen hat man auf 100 Meter erkannt. Denen ging es in der DDR richtig gut. Es waren für Offiziere auch begehrte Stellen. Besser, als irgendwo in der SU oder gar in Afghanistan stationiert zu sein. |
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#11
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Klingt irgendwie nach selbergemachten Nudeln! Blasweiß, in Wasser gekocht, glitschig... Die Zubereitung und vieleicht die Fähigkeit des lesens eines Rezeptes sind das entscheidende. Auch Pelmenis kann man ver...!
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#12
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#13
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Wie schon mehrfach hier geschrieben wurde kann auch ich nur von Treffen mit Offizieren der roten Armee berichten die auf staatlicher Seite zu diversen Feiertagen stattfanden. Selbst in der kleinen gartenkneipe die meine Eltern in den siebzigern betrieben waren fast nur Offiziere mit ihren familien als Gäste. Direkt neben der Gartenkneipe war eine große wiese mit ein paar alten Fußballtoren. Dort spielten die einfachen Soldaten manchmal Fußball. Auf jedenfall Ohne Schuhe meistens Oberkörper frei und das auch im Winter! Wenn wir als Kinder da vorbei gekommen sind war jedoch entgegen der vielverbreiteten angeblichen Feindschaft nichts zu spüren. Mir und meinen Freunden ist nie etwas passiert oder das wir in irgeneinerweise bedroht wurden, gab es nicht. Alle mit denen ich zu tun hatte waren immer freundlich und froh einmal mit anderen Leuten als denen aus der Kaserne zusammenzukommen.
Einmal im Winter stand ein regulierer tagelang an der Kreuzung F95-F93 und wartete auf einen durchfahrenden Armeekonvoi. Diesen Soldaten hatte wohl der Versorgungsoffizier "vergessen" Dem haben wir als Schüler der 9. Klasse dann Essen und Milch aus der Schulspeisung was übrig war vorbeigebracht. der hat vor freude darüber geweint. Das sind Bilder die ich nie vergessen werde. Stehe ich an dieser Kreuzung an der Ampel sehe ich manchmal noch immer diesen Soldaten eingewickelt in seine Feldplane am Fahrbahnrand sitzen, im Schnee bei nebeligem Herbst/Winterwetter mit "seiner" von uns gebrachten Tütenmilch. |
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#14
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Gleiches gilt für gefüllte Teigtaschen aus Hartweizengrieß. Geändert von Martha (14.11.2012 um 17:57 Uhr). |
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#15
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#16
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Meiner Meinung nach macht der Koch das essen! Es schmeckt nach dem was der Koch kann und daraus macht! Freundschaft! |
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#17
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Ein Wiener Schnitzel zum Beispiel wird aus Kalbfleisch geschnitten und in Butter gebraten. Alles andere ist kein Wiener Schnitzel. Ganz wichtig ist die hervorragende Qualität der Semmelbrösel. Und was die Pelmeni anbetrifft, lesen Sie bitte das Originalrezept! |
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#18
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Echt? In beinahe jeder Stadt gibt's doch mittlerweile einen Russenladen und russische Restaurants. Heute haben Sie größere Chancen mit russischer Kultur in Kontakt zu kommen als in 40 Jahren DDR... ironischerweise.
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#19
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1. Russen-Kaserne in Plauen als Schüler 1976: Kein Kontakt mit Soldaten - nur mit Uffz. oder Offz. zwecks Unterredung wegen des 2.WK . 2.Manöver in Nochten mit den "Freunden"- die Soldaten--ganz arme Schweine.Unsere Gulaschkanone muß für sie das Paradies gewesen sein. ![]() ![]() Total überrascht war ich von der Munitionsverteilung: Bei uns wurde jeder Schuss gezählt und protokolliert,bei denen gabs Handvoll Mumpeln in die Mütze.Es war allerdings Übungsmunition. 3.Kaserne der Russen in Jena: Erinnern kann ich mich an die Prawda als Gardinenersatz,an total betrunkenen Offiziere in angrenzenden Kneipen und an Schreie ,die nach außen drangen (Prügelstrafe???). ![]() ![]() ![]() |
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#20
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wenn man das verinnerlicht hat, darf getrost über das leben ihrer soldaten und das zusammenleben mir der ddr bevölkerung philosophiert werden. ganz sicher waren und blieben sie für viele besatzer und für andere befreier. je nach anschauung war die brille der betrachtung eingefärbt. ich habe diese phase über 45 jahre von kindesbeinen bis ins reife mannesalter miterlebt. ich erinnere mich noch gut an dei jahre 45-50, als frauen angst vor und kinder spass an den soldaten der roten armee hatten. beides nicht unbegründet, denn die männer waren einerseits lebenshungrig und deren frauen unerreichbar weit, sie waren aber auch unbestritten kinderfreundlich. vorkommnisse der übergriffe gab es solange, bis den soldaten der zivile ausgang untersagt wurde, denn es mangelte ihnen an materiellen argumenten, sich die zuneigung deutscher frauen zu erweben, anders als damals amerikanische soldaten mit schokolade und luki strikes. mit den strengen ausgangsregeln trat ruhe gelassenheit und gelassenheit ein und das war auch gut so. ich lebte einige jahre in einer sogenannten garnisonsstadt und kenne das leben in diesen gebieten. unmittelbar vor dem haus in dem ich wohnte, befand sich ein kiosk mit dem standartangebot solcher einrichtungen. regelmäßig am abend und oft nacht klingeklte es an meiner wohnungstür und vor mir standen die schon beschriebenen blutjungen soldaten mit ihren kahlen köpfen und großen augen und baten, für mich am kiosk wodka für sie zu kaufen. ich tat es immer wieder, selbst wenn oft das dargeboten geld nicht reichte. mir tut dieses bis heute nicht leid,obwohl die türglocke nicht selten spät nach mitternacht leutete. manche dachten eben, ich bin selbst der kioskbesitzer. ich der nähe meiner wohnung befand sich ein einkaufsladen für offiziersfamilien, ein sogenanntes "russenmagazin". davon andererseit profitierten die heimeischen bewohner, gab es dort doch sachen, die in den schewren anfangsjahren der ddr nicht oder nicht ausreichend zu haben waren. in diesem lichte gabes schon freundschaftlich zu bezeichnende interessengemeinschaften. diese aber sind auch im rückblick wichtiger, als andere hier dargelegten erfahrungen, die ich inhaltlich nicht einmal infrage stellen möchte. zusammenfassend will ich bekennen, als freund der sowjetunion auch gern meinen monatlichen obolus für die mitgliedschft in gleichnahmiger organisation gewesen zu sein. immerhin konnte ich und später meine kinder in friedensjahren leben. das und nur das ist für mein leben relevant und wird es bleiben. rotdorn |
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#21
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#22
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#23
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Dem kann ich mich anschließen.
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#24
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hi , ihr zweibeide.
jetzt komme ich aber ins grübeln? was habe ich falsch dargestellt?bin ich etwa in eine argumentationsfalle geraten? nur soviel, so ticke ich wirklich, obwohl nur hobbyhistoriker. wer kann mich aufklären ![]() gruß rotdorn |
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#25
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Das zeugt von menschlicher Größe. |
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#26
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na so groß war das nun auch nicht, aber ich hatte stets ein gutes gewissen, was diese lebenssituation betraf.
ich wusste, wie hart und entbehrungsreich das leben dieser jungen männer war z.b. 3 jahre ohne heimaturlaub)aber auch warum sie da waren. so war ein schluck aus der wodkapulle ein stückchen verdrängen und trost in deren sonst so bescheidenen soldatenjahren. gruß rotdorn p.s. ich war damals noch reliös geprägt, aber mit den inneren vorsätzen ein kommunist zu werden. beides hat sich scheinbar nicht widersprochen. allerdings war der materalistische mensch in mir da wohl wichtiger als alle idealismen. |
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#27
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#28
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da kann ich nicht mitreden. ich selbst war damals auf dem weg von... nach....dann aber hatte ich für religiöse weltsichten nichts mehr übrig, bis heute. was die politik der ddr gegenüber religion und christlichem alltagsleben von gläubigen betrifft, meine ich, wird heute sehr viel verfälscht und übertrieben dargestellt.. in der ddr galt eben eine praktizierte trennung von staat und religion und das wünschte ich mir auch für heutige verhältnisse. schön, wenn das gg hierzulandediesbezüglich beachte würde.wird es aber nicht. das es dennoch im ddr alltag zu übertreibungen und überbewertungen von religiösen haltungen beim ottonormalverbraucher-christen gegeben hat, will ich nicht bestreiten und habe es auch damal nicht verstanden und in meinem wirkungsbereich auch nicht praktiziert. gruß rotdorn p.s. an die bewegung kirche und sozialismus möchte ich allerdings doch erinnert wissen.leider haben zuviele pfaffen ein doppeltes spiel getrieben, sicher auch mit hilfe ihrer christlichen verbündeten westwärts der elbe. |
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#29
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Viele heutige Verfechter dieser Idee weigerten sich seinerzeit nicht, als sich der sozialistische? Staat "mit göttlicher Allmacht" in alle Lebensbereiche der Landeskinder einmischte und diese sogar vorgeschrieben bekamen, was sie wie zu denken hatten. Wollen wir das als Staatsreligion zugeschnitten auf die Gottheiten Marx, Engels, Lenin und deren temporäre Messdiener bezeichnen?! Geändert von Martha (17.11.2012 um 10:58 Uhr). |
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#30
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reichlich abwägig, wie ich finde. ich sehe einen entscheidenden unterschied zwischen der metaphysischen einerseit und der dialektischen weltsicht anderseits. sie offensichtlich nicht. na dann soll es auch so sein. rotdorn Geändert von rotdorn (18.11.2012 um 17:45 Uhr). |
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