Frauenkirche

Wiederaufbau : Die Frauenkirche in Zahlen

91 Meter hoch, 59.000 Tonnen schwer. Fast alles lässt sich in Zahlen ausdrücken. Der Wiederaufbau der Frauenkirche auch.

Dresden Frauenkirche
Besuchermagnet in Dresden: die Frauenkirche

Mehr als 100.000 Besucher waren bei der feierlichen Einweihung der Frauenkirche am 30. Oktober 2005 in Dresden dabei. An den drei Festtagen öffnete die Frauenkirche für insgesamt 20 Stunden zur freien Besichtigung. Alle 20 Minuten konnten dann jeweils 380 Menschen an einem sieben Minuten langen musikalischen Andachtsprogramm teilnehmen. Die Weihe der Frauenkirche erfolgte mehr als 60 Jahre nach ihrer Zerstörung. Knapp drei Jahre nach dem "Ruf aus Dresden" wurde 1993 mit der archäologischen Enttrümmerung begonnen. Nach nur zwölf Jahren Bauzeit wurde das Gotteshaus im Herbst 2005 vollendet.

Knapp die Hälfte ist ursprüngliche Bausubstanz

Der Bau besteht aus 28.000 Kubikmetern Sandstein. Aus der Ruine wurden bereits unmittelbar nach dem Krieg 856 der alten Quader geborgen, 3.634 weitere kamen bei den Enttrümmerungsarbeiten dazu. Das schwerste Bauteil, der so genannte "Schmetterling", wiegt 95 Tonnen und schließt einen der vier Treppentürme ab. Insgesamt besteht die Kirche zu 44 Prozent aus ursprünglicher Bausubstanz. Auch mehr als 2.000 Bruchstücke des Barockaltars wurden aus den Trümmern geborgen und wieder zusammengesetzt.

Der kreuzförmige Grundriss der Frauenkirche erstreckt sich über eine Fläche von 41 mal 41 Metern. Ihre 12.000 Tonnen wiegende Kuppel ruht auf acht Pfeilern. Sie beginnt in 40 Metern Höhe mit einem Durchmesser von 26 Metern. Bei 62 Metern setzt die so genannte Turmlaterne auf die rund zehn Meter große Kuppelöffnung auf. Das acht Meter messende Kreuz schließt den insgesamt 59.000 Tonnen schweren Bau bei stolzen 91 Metern ab.

Glocke aus dem 16. Jahrhundert

Rund 2.000 Sitzplätze bietet die Kirche Gläubigen und Besuchern, die von allen Seiten durch einen der sieben Eingänge ins Innere gelangen können. Zu Gottesdiensten und Konzerten erklingt dort die neue Kern-Orgel, die auf vier Manualen von verschiedenen Stellen der Kirche gespielt werden kann. Sie verfügt über 67 Register, die rund 4.000 Orgelpfeifen zum Klingen bringen. Auch außen ist die Kirche deutlich zu hören. Aus ihren vier Glockentürmen erklingt ein mehrstimmiges Geläut. Die acht Glocken wiegen zwischen 291 und 1.750 Kilogramm. Nur eine von ihnen ist aus dem 16. Jahrhundert erhalten, die sieben anderen mussten neu gegossen werden.

Unterstützung von Bund und Freistaat

179,7 Millionen Euro hat der Wiederaufbau der Frauenkirche insgesamt gekostet. Die reinen Baukosten belaufen sich auf 132 Millionen Euro. Mehr als 100 Millionen Euro kamen durch Spenden aus aller Welt zusammen, der Bund und das Land Sachsen haben 57,5 Millionen Euro dazugegeben.

Zuletzt aktualisiert: 05. Mai 2011, 09:26 Uhr

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK