MDR.DE

Gebietsreform : Neue Details aus Expertengutachten

Zur geplanten Gebietsreform in Thüringen sind weitere Einzelheiten bekannt geworden. Nach Informationen der südthüringer Zeitung "Freies Wort" soll es in jeder der vier Thüringer Planungsregionen künftig zwei Großkreise geben. Damit würden die bisher 17 Landkreise zu acht Großkreisen verschmelzen. Nur noch die Städte Erfurt und Jena sollen laut Expertenempfehlung ihre Kreisfreiheit behalten.

Die größten Kreise sind im Osten des Landes geplant. So sollen die Stadt Gera sowie die Kreise Greiz Altenburger Land ebenso einen Kreis bilden, wie Saalfeld-Rudolstadt, und die bisherigen Kreise Saale-Orla und Saale-Holzland. In Südthüringen soll der Kreis Schmalkalden-Meiningen zerschlagen werden. Schmalkalden, soll mit dem Wartburgkreis und der Stadt Eisenach fusionieren. Meiningen mit Suhl, Hildburghausen und Sonneberg einen Kreis bilden. Im Norden sind die Fusionen von Eichsfeld und Nordhausen, sowie Kyffhäuser und Unstrut-Hainich geplant. Außerdem sollen Gotha und der Ilmkreis sowie das Weimarer Land und Sömmerda verschmolzen werden.

Experten schlagen acht Thüringer Landkreise vor - Gebietsreform
8 Großkreise schlägt die Expertenkommission vor

CDU-Innenexperte bleibt bei Nein zur Kreisgebietsreform

Der innenpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Wolfgang Fiedler, sagte, mit seiner Partei werde es keine Kreisgebietsreform geben. Darauf könne auch ein Gutachten keinen Einfluss haben. Die Spekulationen über Empfehlungen der Expertenkommission bezeichnete der Innenpolitiker als vorweihnachtliche Kaffeesatzleserei. Die Linke-Fraktion sieht Fiedler mit seiner ablehnenden Haltung auf "Konfrontationskurs zur eigenen Ministerpräsidentin" Christine Lieberknecht. Die Regierungschefin müsse nun dem Eindruck entgegentreten, dass sie die Kommission nur eingesetzt habe, um Zeit zu gewinnen. Das wichtigste Ziel einer Reform müsse eine höhere Leistungsfähigkeit der Verwaltung sein. Dafür sei der Einstieg in eine Verwaltungs- und Gebietsreform schon 2013 nötig. Geras Oberbürgermeisterin Viola Hahn zeigte sich offen für eine mögliche Gebietsreform. In Südthüringen wird die Strukturreform hingegen abgelehnt.

Staatskanzlei schweigt weiter

Zu Wochenbeginn hatte MDR THÜRINGEN erstmals über Details aus dem Gutachten der Expertenkommission berichtet. Die Staatskanzlei wollte sich dazu nicht äußeren, da ihr das Gutachten noch nicht vorliege.

Seit Jahren wird in Thüringen über die Schaffung größerer Verwaltungseinheiten diskutiert. In ihrem Koalitionsvertrag hatten sich CDU und SPD im Jahr 2009 verständigt, Sinn und Nutzen einer Gebietsreform von externen Gutachtern klären zu lassen.

Zuletzt aktualisiert: 21. Dezember 2012, 18:43 Uhr

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK