OP-Skandal : Geschäftsführer des Altmark-Klinikums muss gehen
Im Skandal um unnötige Operationen im Gardelegener Altmark-Klinikum muss der Geschäftführer seinen Posten räumen. Wie der Aufsichtsrat der Klinik am Dienstagabend mitteilte, ist er bereits vom Dienst freigestellt worden. Ab dem 26. Februar soll für sechs Monate eine Übergangsgeschäftsführung eingesetzt werden.
15 von 16 Verdachtsfällen bereits bestätigt
Im Wirbelsäulenzentrum der Klinik sollen mehr als 60 Patienten unnötig operiert worden sein, um die Einnahmen zu steigern. Laut Aufsichtsrat hat ein Gutachter bereits 16 der bestehenden Verdachtsfälle untersucht. Dabei hätten sich 15 Fälle bestätigt. Ein Patient sei an den Folgen der Operation gestorben. Einem Zeitungsbericht zufolge wusste der Geschäftsführer um Unregelmäßigkeiten bei Operationen im Wirbelsäulenzentrum der Klinik. Außerdem soll er Ärzte aus Profitgründen gedrängt haben, den Hippokratischen Eid zu ignorieren.
Der Vorstandsvorsitzende der Paul-Gerhard-Diakonie, Ulrich Metzmacher, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, das Klinikum habe einen schweren Imageschaden erlitten, der wirklich weh tue. Die Krankenhäuser in Gardelegen und Salzwedel seien aber gleichzeitig fest in der Bevölkerung verankert. Viele Patienten würden sagen, der Skandal sei Mist, aber sie vertrauten dem Klinikum.
Die Staatsanwaltschaft Stendal ermittelt gegen einen ehemaligen Honorararzt des Wirbelsäulenzentrums wegen fahrlässiger Körperverletzung und Abrechnungsbetrug. Der Neurochirurg hatte nach MDR-Informationen außerdem seinen Lebenslauf manipuliert. So hatte er, anders als angegeben, nicht an der Staatlichen Universität im weißrussischen Witebsk habilitiert. Der Arzt hat das Krankenhaus bereits verlassen. Sein Vertrag war Mitte Dezember 2012 ausgelaufen und sollte im Februar verlängert werden.
