Erich Honecker

MDR FERNSEHEN | 19.08.2012 | 20:15 Uhr : Erich Honecker - Der Weg zur Macht

Der zweitmächtigste Mann der DDR plant den großen Coup. Am 26. April 1971 ist es soweit: Honecker putscht seinen politischen Ziehvater Ulbricht aus dem Amt und setzt sich selbst an die Spitze von Partei und Staat. Was für ein Aufstieg für den Mann mit der abgebrochenen Dachdeckerlehre, der unter den Nazis zehn Jahre im Zuchthaus saß und nach 1945 seine Laufbahn im Arbeiter- und Bauernstaat als Jugendpolitiker startet - dank Ulbricht, den er erst unterstützen und später skrupellos stürzen wird.

Eines der letzten Fotos zeigt Walter Ulbricht krank im Hausmantel in einem Sessel sitzend, während ihm Erich Honecker am 30.6.1971 zum 78. Geburtstag gratuliert.
ines der letzten Fotos zeigt Walter Ulbricht krank im Hausmantel in einem Sessel sitzend, während ihm Erich Honecker am 30.6.1971 zum 78. Geburtstag gratuliert.

26. April 1971 - Der Coup am Döllnsee

26. April 1971. Ein ganz normaler Frühlingstag. Die Menschen in der DDR gehen ihren alltäglichen Beschäftigungen nach. Nichts deutet darauf hin, dass dies einer der bedeutendsten Tage in der Geschichte der DDR werden wird. Doch am frühen Morgen macht sich Erich Honecker mit einem bewaffneten Begleitschutz auf den Weg zu Walter Ulbrichts Ferienhaus am Döllnsee in der Schorfheide bei Berlin ...

Filmszenen aus dem Film: "Erich Honecker - Der Weg zur Macht" in der MDR-Reihe zur Geschichte Mitteldeutschlands
MDR FERNSEHEN

Unerwarteter Besuch vom Kronprinzen

Honecker war Ende 50 und schon lange Kronprinz, er wollte an die Spitze der Macht, sagt der Journalist Klaus Taubert. Markus Wolf schildert die Umstände des Coups vom April 1971.

09.08.2012, 20:15 Uhr | 01:38 min

Geschichte Mitteldeutschlands | 19.08.2012 | Zum Nachlesen: Chatprotokoll: Erich Honecker - Der Weg zur Macht

Auf Ihre Fragen zum Film "Erich Honecker - Der Weg zur Macht" antworteten Producerin Gabriela Reichelt und Klaus Taubert, lange Jahre stellvertretender Chefredakteur der Nachrichtenagentur ADN und Zeitzeuge im Film. [mehr]


Vom Vertrauten zum Rivalen

Der zweitmächtigste Mann der DDR plant Ungeheuerliches: Er will Walter Ulbricht absetzen, um sich selbst an die Spitze von Partei und Staat zu bringen. Ausgerechnet er, der dem "Alten" seinen politischen Aufstieg zu verdanken hat!

Galerie: Making of: Erich Honecker

Making of - In bewaffneter Begleitung soll es zu Ulbrichts Sitz am Döllnsee gehen - Spielszene für den MDR-Film zur Geschichte Mitteldeutschlands  Peter Gröger als Walter Ulbricht bei Dreharbeiten für den MDR-Film zur Geschichte Mitteldeutschlands Dreharbeiten mit Peter Mundus und David Jährig als Wachmänner.

Ulbricht köpft gerade sein Frühstücksei, als plötzlich Honecker auf der Terrasse seiner Sommerresidenz in Groß Dölln erscheint. Das GMD-Team dreht die Szene am authentischen historischen Schauplatz in der Schorfheide. [Bilder]



Wie schaffte es der häufig unterschätzte und unauffällige Honecker zum mächtigsten Mann der DDR zu werden und dabei seinen Ziehvater Ulbricht mit Gewalt aus dem Amt zu drängen? Was waren seine politischen Ziele? Nach außen demonstrierten sie lange Sympathie, Vertrauen, Loyalität. Doch hinter den Kulissen sieht es anders aus.

Dreharbeiten vor einer Villa
GMD - Das Magazin

Die neue Staffel

Schauen Sie hinter die Kulissen zu den Dreharbeiten der Filme über Erich Honecker und Ilse Koch!

05.06.2012, 21:15 Uhr | 04:04 min

Chronik der Ereignisse und Panorama der Epoche

Der Film zeichnet die Ereignisse jenes Tages detailliert nach, erzählt in Rückblenden von der wechselvollen Beziehung zwischen den beiden wichtigsten Männern der DDR und von spannenden Umbrüche in der DDR-Geschichte der 50er- bis hin zu den 70er-Jahren.

"Beide waren Zyniker der Macht, dass muss man ganz klar so sehen. Sie haben Kampfgefährten aus ihrer Erlebniszeit sehr leicht über die Klinge springen lassen, wenn es passte."

Joachim Jauer, ZDF-Korrespondent in der DDR
Geschichte Mitteldeutschlands

In diese Zeit fällt der Aufstieg Honeckers vom hoffnungsvollen FDJ-Chef hin zu dem Mann, der an entscheidender Stelle in den Mauerbau involviert ist und damit Weltgeschichte schreibt. Als Sekretär im Zentralkomitee der SED für Sicherheitsfragen zuständig, war er verantwortlich für die "Operation Rose, die totale Abriegelung West-Berlins am 13. August 1961. Die perfekte Durchführung der Aktion wird sein "Gesellenstück", bringt ihm die Anerkennung Ulbrichts ein. Am Ende wird Honecker im Frühjahr 1971 die Macht ganz an sich reißen.

Ein Walther-Ulbricht-Darsteller mit einer Zeitung
MDR FERNSEHEN

"Der Alte muss weg"

Es hätte ein ruhiger Tag werden können, doch eine Treibjagd, die im Geheimen schon begonnen hat, steuert zu auf ihren Höhepunkt. Am 26. April 1971 kommt Honecker nach Großdölln.

09.08.2012, 17:04 Uhr | 01:36 min

Was für ein Aufstieg

Honeckers Aufstieg hätte damals wohl kaum einer für möglich gehalten: Denn immer wieder gibt es Rückschläge für den Mann mit der abgebrochenen Dachdeckerlehrer, der 1929 in die KPD eintritt, 1935 als Untergrundkurier von den Nazis verhaftet wird und die nächsten zehn Jahre bis zum Kriegsende im Zuchthaus sitzt.

Sein früher Mentor Ulbricht dagegen kommt 1945 aus dem Moskauer Exil zurück. Dank seiner Hilfe startet Honecker als Jugendpolitiker durch. Frauengeschichten, Misserfolge oder Intrigen seiner Gegner kosten ihn fast die Karriere. Doch Honecker geht unbeirrt seinen Weg.

Zunächst als getreuer Vollstrecker der Politik Ulbrichts, den er auch nach dem Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 unterstützt, später immer mehr als dessen heimlicher Gegner - zum Beispiel in der Jugend- und Kulturpolitik, als er eine liberale Phase mit dem "Kahlschlagsplenum" von 1965 beendet. Honecker treibt ein gefährliches Spiel, das ihn nicht nur einmal gefährlich nah an den Abgrund bringt ...

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2012, 12:26 Uhr

Biografische Daten im Überblick

Erich Honecker wurde am 25. August 1912 im saarländischen Neunkirchen geboren. Als Funktionär der KPD wurde er 1935 von der Gestapo verhaftet und im Zuchthaus Brandenburg eingesperrt. Nach dem Krieg gehörte Honecker zu den Mitbegründern der FDJ und wurde ihr Vorsitzender. 1971 löste er Walter Ulbricht an der Spitze der SED ab. Fünf Jahre später wurde er auch Staatsratsvorsitzender der DDR.

Nach den ersten großen Montagsdemonstrationen zwang die SED-Führung Honecker zum Rücktritt. 1991 floh Honecker vor der Verhaftung wegen der Todesschüsse an der Mauer nach Moskau. 1992 wurde er nach Berlin ausgeliefert. Nach Einstellung des Justizverfahrens reiste Honecker im März 1993 nach Santiago de Chile zu seiner Familie, wo er im Mai 1994 starb.

Angaben zum Film:

Buch: Christian Schulz
Regie: Christian Schulz / Pepe Pippig
Kamera: Jürgen Rehberg / Michael Baum
Schnitt: Martin Schröder / Andreas Ogrzewalla
Musik: Philipp E. Kümpel / Andreas Moisa

Länge: 45 min.
Erstsendung: 19.08.2012 | 20:15 Uhr

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