Georg Friedrich Händel

Geschichte Mitteldeutschlands - Die Filme 2007 : Kurzer Exkurs: Kastratengesang

Händel - Das Geheimnis eines Genies

Im Operngesang des 17. und 18. Jahrhunderts spielten die Kastraten, die vor Eintritt in die Pubertät ihrer Männlichkeit beraubt wurden und so nie ihre Männerstimme ausbildeten, eine bedeutende Rolle. Ursprünglich ging die barbarische Prozedur darauf zurück, dass die katholische Kirche Frauen verboten hatte, in Gotteshäusern zu singen. Waren die Kastraten zunächst nur in Nebenrollen zu hören, so sangen sie bald die großen Partien, stellten sowohl Männer als auch Frauen dar. Das Schicksal von Carlo Broschi, genannt Farinelli, wurde durch den gleichnamigen Film bekannt. Für Händel allerdings sang er nie.

Die Sopran- und Altstimmen der Kastraten waren im Vergleich zu denen von Frauen kräftiger. Ein männliches Lungenvolumen in Verbindung mit der stimmlichen Ausstattung eines Kindes erzeugte einen besonderen Klang. In hoher Lage sangen sie verschiedene Charkatere, von der verzweifelten Geliebten bis zum triumphierenden Feldherren. Doch nicht nur der besondere Gesang machte die Kastraten zur Sensation. Der häufig auftretende abnorme Körperbau – eine Nebenwirkung der Kastration – lud das Publikum auch zur Belustigung ein.

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2007, 16:05 Uhr

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