2010

MDR FERNSEHEN |17.10.2010 | 20:15 Uhr : Karl Liebknecht - Der Märtyrer der Revolution

Als Anwalt der Schwachen machte er sich einen Namen, als erklärter Feind Preußens, der Militärs und Großindustriellen unerbittliche Feinde. Sie ließen den umjubelten Märtyrer der Revolution von 1918/1919 ermorden. Die Nachwelt sah ihn als "unbeugsamen Kämpfer" oder gefährlichen "Putschisten". Die "Geschichte Mitteldeutschlands" fragt, wer er wirklich war.

Karl Liebknecht gehört, neben Rosa Luxemburg, zu den herausragenden Akteuren der Revolution von 1918/1919. Tausende hatten ihm am 9. November zugejubelt, als er vom Balkon des Berliner Hohenzollern-Schlosses die "freie sozialistische Republik" ausrief.

Da war der gebürtige Leipziger der große Held, der das Schicksal der Deutschen in seinen Händen hielt – wenigstens für einen Moment. Die Menschen liebten ihn, den einzigen deutschen Politiker, der den Krieg von Beginn an verurteilt hatte und dafür sogar im Zuchthaus saß. Er war das strahlende Symbol der Revolution, die den verhassten Kaiser hinweggefegte.

Kämpfer für eine bessere Welt oder Extremist?

Keine zwei Monate später starb er, allein, ermordet von seinen Feinden. Bis heute herrscht Uneinigkeit darüber, wie er und sein Wirken zu bewerten sind. Für die einen ist Liebknecht der aufrichtige Kämpfer für eine bessere Welt, der aus Hass von seinen Feinden gemeuchelt wurde. Für andere ist er ein gefährlicher Linksradikaler, der Deutschland in einen Bürgerkrieg stürzen wollte und seinen Extremismus am Ende mit dem Leben bezahlte.

"Die Bande hasst mich in den Tod; und das ist's, was mich immer wieder tröstet und sicher macht."

Karl Liebknecht

Liebknecht begegnet Rosa Luxemburg auf dem Weg aus dem Hotel Eden in Berlin - Spielszene für den Film in der MDR-Reihe zur "Geschichte Mitteldeutschlands".
Letzte Begegnung: Liebknecht trifft Luxemburg kurz vor seinem Tod. Spielszene.

Wie kommt es, dass aus dem scheinbaren Superstar der Revolution in so kurzer Zeit ein von allen Verlassener, ein gnadenlos Gejagter ... und schließlich ein Mordopfer wurde?

Der Film geht der Frage nach, wie man Liebknechts Lebensleistung und Versagen begreifen kann, denn weder als "ungebrochenem Kämpfer" noch als "radikalem Putschisten" wird man ihm gerecht.

Autor: Steffen Jindra
Regie: Michael Erler
Kamera: Till Ludwig
Länge: 45 Min.
Erstsendung: 17.10.2010 | 20:15 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2011, 15:04 Uhr

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