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Glückwunsch! : Sigmund Jähn - Der erste Deutsche im All feierte 75.

Er war der erste Deutsche im Weltall. Der Vogtländer Sigmund Jähn ist auch knapp 34 Jahre nach seinem Flug in den Kosmos sehr populär. Am 13. Februar wurde er 75 - und feiert in aller Stille. GMD gratuliert dem Weltraumpionier.

Sigmund Jähn
Sigmund Jähn heute

Der erster deutsche Raumfahrer, Sigmund Jähn, stammt aus dem vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz. Am 26. August 1978 flog er ins Weltall und umrundete an Bord einer sowjetischen Raumstation die Erde. Nach seiner Rückkehr wurde der stets bescheidene und ruhige Mann zum Medienstar und DDR-Volkshelden - wider Willen. Diese Popularität hält bis heute an. Auch nach seinem Ausflug ins All blieb Jähn der Raumfahrt verbunden.

Sigmund Jähn an Bord von Sojus 31: Der "fliegende Vogtländer"

Sigmund Jähn an Bord der Raumstation während des Überflugs über das Gebiet der DDR am 27. August 1978. Sigmund Jähn an Bord der Raumstation während des Überflugs über das Gebiet der DDR am 27. August 1978. Den Fernsehzuschauern präsentiert Sigmund Jähn einige Gegenstände, die man ihm auf seine Reise mitgegeben hat: Goldmünzen mit den Konterfeis von Marx, Lenin, Thälmann, Wimpel mit dem Emblem der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft und – im Auftrag des DDR-Kinderfernsehens - den Sandmann in einem eigens angefertigten Raumanzug. Jähn hatte den Auftrag, Filmaufnahmen für eine Kindersendung machen.

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Vom Buchdrucker zum Kosmonauten

Sigmund Jähn wurde am 13. Februar 1937 als Sohn eines Sägewerkarbeiters geboren. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er zunächst eine Buchdruckerlehre, bevor er sich 1955 für eine Laufbahn in der Nationalen Volksarmee (NVA) der Deutschen Demokratischen Republik entschied.

Er schloss die Offiziershochschule ab und wurde einer der ersten Düsenpiloten der DDR-Luftstreitkräfte. Nachdem er sein Abitur nachgeholt hatte, folgte eine weitere Ausbildung an der Militärakademie für Luftstreitkräfte in der Sowjetunion.

Sigmund Jähn, 1978
MDR FIGARO

Essay: "Der erste Vogtländer im All - Sigmund Jähn" von Ulrich Griebel

11.02.2012, 19:05 Uhr | 24:28 min

Als im Rahmen des "Interkosmos-Programms" erstmals ein deutscher DDR-Kopilot auf einem sowjetischen Raumschiff mitfliegen sollte, kam Jähn in die engere Wahl. Zwei Jahre wurde er im sowjetischen Kosmonautenzentrum "Sternenstädtchen" bei Moskau auf seinen Weltraumflug vorbereitet.

Am 26. August 1978 war es schließlich soweit: Zusammen mit dem Sowjetoberst Waleri Bykowski startete der NVA-Offizier mit der Rakete "Sojus 31" ins All, die einen Tag später an die Orbitalstation "Saljut 6" ankoppelte. Dort führte Jähn zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch. Gefragt nach seinen stärksten Eindrücken schwärmte er vom Blick auf die in leuchtendes Blau gehüllte Erde, den Polarlichtern und der Erfahrung der Schwerelosigkeit.

Nach acht Tagen und 125 Erdumkreisungen kehrte die Sojus-31-Besatzung auf die Erde zurück. Bei der unerwartet harten Landung in der kasachischen Steppe erlitt er einen bleibenden Wirbelsäulenschaden, der allerdings auf Anweisung der DDR-Führung verschwiegen wurde.

Volksheld wider Willen

Der Konvoi in der Karl-Marx-Allee.
Die DDR nutzte ihren Kosmonauten für eine riesige Porpagandaschlacht aus.

Nach seinem Weltraumausflug wurde Sigmund Jähn über Nacht zu einem der bekanntesten Gesichter des Sozialismus. Es folgten Orden, Ehrenbürgerschaften, Jubelrundreisen und Empfänge. Zahlreiche Schulen und andere öffentliche Einrichtungen in der DDR wurden nach Jähn benannt, in seinem Heimatort wurde ihm eine heute noch existierende Raumfahrtausstellung gewidmet. Jähn selbst war der Rummel nach eigener Aussage eher peinlich. Der zweifache Familienvater blieb bescheiden und erwarb sich damit Sympathie und Respekt - bis heute. Vor einem öffentlichen Auftritt in Berlin-Köpenick im Januar standen seine Fans Schlange am ausverkauften Kino Union. Unterm Arm Jugendweihe-Geschenkbücher mit Jähns Foto und leicht vergilbte Ausgaben der Zeitung "Neues Deutschland".

Der Raumfahrt bis heute verbunden

Nach der Wiedervereinigung wurde der Armee-General zwar entlassen, aber sein Insiderwissen über die russische Raumfahrt war weiter gefragt. Der in Strausberg bei Berlin lebende Jähn arbeitete als Berater für die Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die europäische Raumfahrtagentur ESA. Noch immer reist er zu Vorträgen und Lesungen durch das Land.

Gratulanten gibt es viele zu Sigmund Jähns 75. Geburtstag, so würdigten Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und der Regierende Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, seine Lebensleistung. Offizielle Feiern wird es aber nicht geben. Jähn wolle das Jubiläum im privaten Kreis feiern, sagte die Leiterin der Deutschen Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz, Romy Mothes. Aus der Raumfahrtszene wegzudenken ist der Kosmonaut Sigmund Jähn aber auch mit 75 Jahren noch nicht.

Zuletzt aktualisiert: 17. Februar 2012, 15:22 Uhr

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