Personen

Franz Krüger

(1797-1857)

Am 10. September 1797 in Großbadegast bei Köthen geboren, zeigte Franz Krüger bereits in der frühen Schulzeit künstlerisches Interesse und begann bald alles zu zeichnen, was er in der freien Natur beobachtete. Auch während der Gymnasialzeit in Dessau zog er das Zeichnen von Lehrern und Mitschülern dem Unterricht vor.

1812 nahm ihn daher sein Vater, der anhaltische Amtsverwalter Friedrich Krüger, von der Schule und schickte ihn mit nur 15 Jahren nach Berlin an die Akademie der Bildenden Künste. Anfänglich war Krüger auf Tierdarstellungen spezialisiert, was ihm wegen der naturalistischen Vorliebe für Pferdekörper den Beinamen „Pferde-Krüger" einbrachte. Später entwickelte er sich zum Meister des Porträts.

Seine bekannten „Preußischen Paradebilder", wie die „Parade am Opernplatz“ zeigen in der Volksmenge Darstellungen prominenter Berliner Bürger. Krüger entwickelte sich zu einem der beliebtesten Maler Berlins in der Zeit des Biedermeier.

Durch einige „Militär- und Jagdszenen", die auf einer Akademieausstellung 1818 zu sehen waren, wurde auch der preußische Hof auf das junge Talent aufmerksam. Man wollte König Friedrich Wilhelm III. zum Geburtstag eine Anzahl von Porträts der nächsten Verwandten und Angehörigen des königlichen Hauses schenken. Krüger zeichnete damals die achtzehn Porträts in schwarzer Kreide. Heute werden sie größtenteils im Hohenzollern-Museum aufbewahrt. Diese Arbeit machte Franz Krüger noch bekannter.

Sein Ruf drang bis zum Großfürsten Nikolaus von Russland, dem späteren russischen Zaren. Dieser bestellte 1824 bei Krüger ein großes Paradebild, an dem der junge Krüger fünf Jahre lang arbeitete, was seine nähere Zukunft materiell und finanziell sicherte. Er konnte sich in Berlin ein Haus kaufen. Die „Parade" wurde im Winterpalais in St. Petersburg ausgestellt. Dort war man so begeistert, dass eine Reihe weiterer Aufträge folgte.

Zeitlebens ein fleißiger Besucher von Theater, Oper und Ballett, lernte Franz Krüger die an der Berliner Oper tätige Sopranistin und spätere Schauspielerin Johanna Eunike kennen und lieben. 1825 heiratete das Paar. Durch diese Verbindung wurde Krüger enger mit der Berliner Theaterwelt vertraut.

Seit 1825 gehörte Franz Krüger zu den bedeutendsten preußischen Hofmalern, stets präsent durch die Teilnahme an den vielen Ausstellungen in der preußischen Hauptstadt. Im Jahre 1826 wurde Krüger Akademiemitglied und von Friedrich Wilhelm III. zum Professor ernannt.

Welchen Ruf Krüger im Alter von dreißig Jahren genoss, belegt ein Briefwechsel zwischen dem Berliner Musikprofessor Carl Friedrich Zelter und Johann Wolfgang von Goethe. Zelter schrieb im Dezember 1828: „Herr Krüger hatte sich versprochen, Dein Bild mitzubringen; Hast Du ihm denn hergehalten? ... Er gilt hier für den sichersten Porträtierer und würde es schwer verschweigen, wenn Du ihm gesessen hättest." Goethe schrieb in seiner Antwort: „Herrn Krüger habe ohnmöglich einige Stunden schenken können, ob er es gleich gar wohl verdient hätte; denn durch ein Bild des Prinzen Wilhelm hat er sich bei mir sehr in Kredit gesetzt." Weiterhin schrieb Zelter im November 1830 an Goethe hinsichtlich eines Unfalls von Franz Krüger auf der Schweinsjagd: „Dieses melde bloß deswegen, weil es hieß, daß die rechte Hand schwer verwundet sei, was nicht der Fall ist ... da es ein unersetzlicher Verlust für die Kunst wäre, wenn dieser junge stracke Mann seine rechte Hand nicht mehr brauchen könnte."

Nach 1832 begab sich Krüger oft auf Reisen. Zu Auftragsarbeiten reiste er unter anderem an die Höfe von Hannover und Schwerin. Die einzige Studienreise, die Krüger je unternahm, führte ihn 1846 nach Paris, wo er die dort blühende Militärmalerei kennen lernen wollte.

Auch zusammen mit seiner Frau unternahm Krüger im Laufe der Jahre einige Reisen. Diese führten sie vornehmlich in Heil- und Seebäder, wo Krüger sich vom Berliner Großstadtleben und von 1848 erstmals aufgetretenen Depressionen zu erholen suchte.

Der Tod seiner Frau 1856 war für Krüger ein schmerzlicher Verlust. Das nunmehr zerstörte häusliche Glück wie auch der Geist der neuen Zeit nach 1848 lähmten die Lebensenergie des bald 60jährigen Malers. Am 21. Januar 1857 starb Franz Krüger in Berlin.

Zuletzt aktualisiert: 23. September 2010, 11:47 Uhr

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