Glaubwürdig

Glaubwürdig vom 21.01.2012 : Renate Frühauf kennt die Schattenseiten

Auf dem Gut Dohna vor den Toren Dresdens schuf Renate Frühauf einen Ort, an dem psychisch kranke Menschen ein Zuhause finden können. Ein Projekt, das ihr viele Schulden einbrachte - und das Bundesverdienstkreuz. Dass sie sich bei all den Herausforderungen nie entmutigen ließ, liegt auch an ihrem Glauben, sagt sie.

Die Psychiaterin Renate Frühauf
Mit ganzem Herzen Psychiaterin

Als Psychiaterin kennt Renate Frühauf die Schattenseiten des Lebens. Ihren Beruf versteht sie als Berufung. Sie wollte immer wissen, wie es kommt, dass sich die Seele eines Menschen verirrt. So sorgte sie sich um Menschen, die in der Normalität keinen Platz fanden, für einige wurde sie zu einer Brücke in die Welt. Vor rund 20 Jahren begann Renate Frühauf, beflügelt von der Aufbruchsstimmung der Wendezeit, auf Gut Gamig im sächsischen Dohna ein Zuhause für psychisch Kranke zu schaffen.

"Wie eine Gemeinde umgeht mit den psychisch Kranken, daran kann man die Kultur erkennen."

Renate Frühauf

Zuflucht für 120 Menschen

1990 war das alte Rittergut vor den Toren Dresdens eine Ruine. Das schreckte Renate Frühauf wenig - unermüdlich bekniete sie Geldgeber und Förderer. So "ganz nebenbei" war sie Mutter von vier Kindern und kümmerte sich um die eigene Praxis. Schließlich gelang es ihr, zusammen mit vielen freiwilligen Helfern das alte Rittergut in ein Rehabilitationszentrum zu verwandeln.

Heute werden hier 120 Patienten fürsorglich und kompetent betreut. Einmal in der Woche lädt die evangelische Christin Renate Frühauf zur Andacht. Die restaurierte Kapelle aus dem 15. Jahrhundert ist heute ihr ganzer Stolz und jetzt ein architektonisches Kleinod in Sachsen. Ihr Projekt hat Renate Frühauf einen großen Berg Schulden eingebracht - und das Bundesverdienstkreuz.

Ein Lebensprojekt beflügelt vom Glauben

Beides hält die 67-Jährige nicht davon ab, weiter energisch an ihrem Lebensprojekt zu arbeiten. Dass sie die finanziellen Verpflichtungen nicht entmutigen und sie sich von Kritikern nicht beirren lässt dabei, so meint sie, hat auch mit ihrem Glauben zu tun.

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2011, 12:14 Uhr

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