Glaubwürdig | MDR FERNSEHEN | samstags | 18:45 Uhr Die Porträts in den kommenden Wochen

"Glaubwürdig" zeigt Porträts von Menschen, die sich für etwas einsetzen oder sich für andere engagieren, die etwas Besonderes erlebt oder erlitten haben und die auf Zeichen der Hoffnung und der Nächstenliebe setzen. Diese Porträts sehen Sie demnächst.


10.09.2016 | Conrad Herold

Taufe im Autoskooter, Einweihung und Segnung eines Karussells, Seelsorge unterm Riesenrad - ein Pfarrer, wie man ihn sich vorstellt, das ist Conrad Herold gewiss nicht. Er ist Seelsorger der Schausteller und Zirkusleute in Thüringen, Sachsen-Anhalt und - je nach Bedarf - auch in Sachsen.

Der 59-Jährige lebt in Erfurt, doch in einer Kirche predigt er nur aushilfsweise, wenn ein Kollege ausfällt. 35.000 Kilometer legt er im Jahr zurück, um Gottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Geschäftseinweihungen oder Beerdigungen abzuhalten. Meist direkt auf den Festplätzen der Schausteller oder zwischen den Wohnwagen der Zirkusleute. Mit vielen Familien verbindet Conrad Herold ein fast schon freundschaftliches Band. Seine Lockerheit darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Conrad Herold mit seinen 1,93 Meter Größe eine Autoritätsperson ist, eben der Gemeindepfarrer, der einen sehr festen, aber "Schäfchen-nah" formulierten Glauben verkörpert. Und er ist da, wenn seine "Familie" ihn braucht. Auch wenn es manchmal mehrere Stunden Anfahrt kostet.


17.09.2016 | Alex Jacobowitz

Ein orthodoxer Jude mit Schläfenlocken, Bart und Kippa steht auf der Straße und macht Musik - auf dem Marimbaphon. Es ist eine Art Xylophon, das Alex Jacobowitz mit vier Schlägeln so traktiert, dass er damit Bach, Beethoven und Klezmer spielen kann. Zu all dem hat er immer einen flotten Spruch auf den Lippen und geleitet die Zuhörer von einem Stück zum nächsten.

Der studierte Orchester-Perkussionist hat die Sicherheit des Jerusalemer Sinfonieorchesters mit der Straße eingetauscht. Er hatte keine Lust, im Konzertsaal stundenlang auf seinen Triangeleinsatz in einer Sinfonie zu warten. Konzertsäle sieht Alex Jacobowitz heute trotzdem noch von innen - allerdings als Solist. Gern wird er von jüdischen Gemeinden und zu thematischen Events eingeladen. In Erfurt tritt er am Europäischen Tag der Jüdischen Kultur sogar mehrfach auf.

Alex Jacobowitz will durch seine Musik zeigen, dass das Judentum überlebt hat - und er musiziert, um den Ewigen zu loben, wie er sagt.


24.09.2016 | Manuela Heise

Manuela Heise lernt Hindi. Seit einigen Jahren schon. Gemeinsam mit ihrem Mann Matthias kümmert sich die 36-Jährige um Menschen aus Indien und Pakistan, die als Migranten, Studenten oder Asylsuchende nach Mitteldeutschland kommen. In erster Linie will sie ihnen die Bibel nahe bringen. Aus Asylfragen hält sie sich raus, aber bei praktischen Problemen des Alltags versucht sie, zu helfen.

Manuela Heise und ihr Mann sind Zeugen Jehovas in Leipzig. In den Texten der Bibel finden sie Rat für jede Lebenslage und das wollen sie vermitteln. „Glaube ist Herzenssache“, sagt Manuela Heise – und deshalb müsse man den Menschen in ihrer Muttersprache begegnen können. Sie und ihr Mann arbeiten nur halbtags, um für ihr Engagement genug Zeit zu haben. Auch wenn der Hintergrund missionarisch ist, sie sind offen und tolerant gegenüber Menschen anderer Kulturen - und das spüren die, die mit ihnen ins Gespräch kommen.

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2014, 11:46 Uhr