Glaubwürdig | MDR FERNSEHEN | samstags | 18:45 Uhr Die Porträts in den kommenden Wochen

"Glaubwürdig" zeigt Porträts von Menschen, die sich für etwas einsetzen oder sich für andere engagieren, die etwas Besonderes erlebt oder erlitten haben und die auf Zeichen der Hoffnung und der Nächstenliebe setzen. Diese Porträts sehen Sie demnächst.


11.03.2017 | Sibylle Janca

Wenn es eine weibliche Form für den Begriff "Stehaufmännchen" geben würde, wäre dieser genau richtig für Sibylle Janca. Mit 20 Jahren heiratet sie, mit 22 hat sie zwei Kinder, mit 25 ist sie geschieden. Sie muss von vorne anfangen. Sie lernt ihre große Liebe kennen, Axel, einen Musiker. Kind drei und vier werden geboren. 2002 bekommt ihr Mann die Diagnose Lungenkrebs, fast zeitgleich muss bei der Tochter eine schwere Herzanomalie operiert werden. Kurz nach dem Tod ihres Mannes liegt Sibylle selbst mit einer Tumordiagnose auf dem OP-Tisch. Manchmal geht Sibylle Janca in den Wald und umarmt Bäume, schreit sich Schmerz und Angst von der Seele. Innerhalb weniger Monate erlebt sie mehrfach, wie zerbrechlich Leben sein kann.

Sie ist in der DDR fern der Kirche aufgewachsen, aber in dieser Zeit kommt sie Gott langsam näher. 2009 lässt sich Sibylle Janca zusammen mit der Enkelin taufen. "Ohne Glauben wäre ich kaputt gegangen." Ihr größter Halt, sagt sie, sind die vier Kinder und der Glaube.


18.03.2017 | Diana Matut

Diana Matut ist 40 Jahre alt. Nach Stationen in Oxford und New York lebt und arbeitet sie heute in Halle. Eigentlich wollte Diana Matut Musikerin werden, bis sie als junges Mädchen die jüdischen Klassiker für sich entdeckte. Sie studierte, musizierte und noch heute ist die Musik die größte Leidenschaft der promovierten Judaistin. Als Wissenschaftlerin hat sie sich der Erforschung der nahezu vergessenen Westjiddischen Kultur und Sprache verschrieben, als Künstlerin der westjiddischen Musik. Deren Lieder waren quasi die Popsongs der Frühen Neuzeit, gesungen und geliebt von Juden und Christen gleichermaßen.

Diesen nahezu vergessenen Teil jüdischen Alltags wieder lebendig werden zu lassen, dafür gründete Diana Matut ihr Ensemble "Simkhat henefesh" (Freude der Seele), bestehend aus Laute, Barockvioline, Viola da Gamba und Nyckelharpa. Fröhlich, klug und beharrlich entdeckt und präsentiert sie jüdisches Leben und Religion in all der Vielfalt und Sinnlichkeit. Auf welche Widerstände sie dabei mitunter stößt und wie sie damit umgeht, auch davon erzählt Diana Matut im "Glaubwürdig"-Porträt.

Zuletzt aktualisiert: 07. Januar 2014, 11:46 Uhr