Glaubwürdig vom 11.02.2012 : Mandy Paatsch und ihre bunte Truppe
Um Jugendliche von der schiefen Bahn zu holen, hat Mandy Paatsch 2006 das Projekt "Sonne - bauen statt klauen" gestartet. Anfangs wurde sie belächelt, inzwischen wurde sie für ihr Engagement ausgezeichnet. Dazu gehört auch ihre Arbeit in einem Heim der Diakonie, dort organisierte sie für die geistig Behinderten eine Malgruppe. Die Bilder gefielen ihr so gut, dass sie sie ausstellen wollte. Und so trafen die Bastler aus der "Sonne" und die Künstler zusammen ...
Im Kinosaal des ehemaligen Gasthauses "Zur Sonne" im erzgebirigischen Bockau lungerten ein paar Jugendliche mit ihren Autos herum. "Das war ein einziges Chaos: Verfall, Alkohol und Randale. Aber ich habe gedacht, hier kann man etwas Sinnvolles machen." Ihre Idee: Wer "Zur Sonne" kommt, hilft, das Haus instand zu setzen, hält sich an klare Regeln und darf dafür dort an Autos schrauben. So eignen sich die Jugendlichen handwerkliche Fähigkeiten an, erleben Gemeinschaft und übernehmen Verantwortung. Mandy Paatsch schrieb die entsprechenden Förderanträge und sammelte so die nötigen Finanzmittel für den Neustart.
Autoschrauber und Künstler in einem Projekt vereint
Anfangs wurde Mandy für ihr Projekt belächelt. Aber die "Sonne" läuft gut und seit einiger Zeit basteln Mandys Jungs aus Materialien wie Mopedreifen oder Fensterresten originelle Bilderrahmen für die Kunstgruppe "Kunterbunt". Die besteht aus geistig behinderten Menschen aus dem Wohnheim der Diakonie in Bad Schlema, in dem Mandy als Heilerziehungspflegerin arbeitet.
Die Kunstgruppe rief Mandy ins Leben, um Aufmerksamkeit dafür zu wecken, dass Außenseiter wie behinderte Menschen durchaus einiges auf dem Kasten haben. Die entstandenen Arbeiten wurden schon im europäischen Parlament ausgestellt. Seit kurzem läuft in regionalen Linienbussen eine Plakataktion für die Kunstgruppe. Und eine Auszeichnung und überregionale Beachtung erfuhr das von ihr initiierte Projekt auch:
Die Hürden auf dem Weg meisterte Mandy Paatsch auch dank ihres Glaubens. 2009 ließ sie sich taufen, da war sie 22 Jahre alt. Der Glaube, sagt sie, sei einfach ein guter Wegweiser, der sie dazu bringt, ihre Bequemlichkeit zu überwinden.
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