Chor des Bayerischen Rundunks 2016
Chor des Bayerischen Rundunks 2016 Bildrechte: BR/Astrid Ackermann

CD der Woche | Händel: "Messiah" Hallelujah! - "Nah an den Vorstellungen Händels"

Georg Friedrich Händels "Messias" – es gibt kaum ein Oratorium das öfter aufgeführt wurde, höchstens noch Bachs Weihnachtsoratorium. Entsprechend viele CD-Aufnahmen sind auf dem Markt – aber diese ist etwas Besonderes.

von Claus Fischer

Chor des Bayerischen Rundunks 2016
Chor des Bayerischen Rundunks 2016 Bildrechte: BR/Astrid Ackermann

Händels "Messias" ist ein Phänomen. Schon zu Lebzeiten des Komponisten war es enorm erfolgreich. Bereits in den letzten zehn Jahren von Händels Leben wurde es jährlich aufgeführt. Jetzt wurde "Messias" vom Chor des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Peter Dijkstra neu eingespielt. Der gebürtige Niederländer ist einer der gefragtesten Chordirigenten weltweit. Bei seinen Interpretationen ist es ihm besonders wichtig, den Geist der Zeit einzufangen, in der das jeweilige Werk entstanden ist. Der enorme Erfolg von Händels "Messias" lässt sich, meint er, dadurch erklären: "England war damals in einer Aufruhr-Phase, in vielen Kriegen, es gab Religions- und Meinungsunterschiede und in dem Sinne war "Messias" ein verbindendes Element."

"Abwechslungsreich gestaltet"

Der künstlerische Leiter von Chor und Münchner Rundfunkorchester Peter Dijkstra.
Dirigent Peter Dijkstra Bildrechte: dpa

Trotz allen patriotischen Anklängen ist Händels Oratorium vordergründig die Schilderung von Geburt, Tod und Auferstehung Jesu Christi nach der Bibel. Alles, so Peter Dijkstra, läuft auf eine zentrale Aussage hinaus: "Dass wir uns wirklich nur an die höhere Macht wenden sollten, an die göttliche Macht, die uns helfen wird und uns am Schluss erlösen wird. Aber es werden trotzdem auch unterschiedliche Aspekte aus dem Leben Christi herausgehoben in den ersten beiden Teilen. Es gibt ganz unterschiedliche Aspekte und so wird das dann auch sehr abwechslungsreich gestaltet."

"Sänger auf dem höchsten Niveau"

Diese Vielfalt arbeitet Peter Dijkstra heraus, das Ergebnis ist ein Jessias voller Lebendigkeit und Farbigkeit. Der Chor des Bayerischen Rundfunks entwickelt einen Klang, der dem eines Vokalensembles der Alte-Musik-Szene recht nahe kommt. Die Aussprache des Englischen ist dabei perfekt. Im Gegensatz zu den meisten Chormitgliedern sind die vier Solisten dieser herausragenden "Messias"-Aufnahme echte Engländer. Alle agieren auf höchstem Niveau.

"Eine enorme Klangfülle und Wärme"

Mit dem Barockorchester B'Rock aus dem belgischen Gent hat Peter Dijkstra den Sängern kongeniale Musiker an die Seite gestellt. Sie spielen auf ihren historischen Instrumenten mit einer enormen Klangfülle und Wärme. Händels "Messias" mit Solisten, dem Chor des Bayrischen Rundfunks und dem Barockorchester B'Rock kommt dem, was der Komponist wollte mit Sicherheit ziemlich nahe. Wer Schlankheit und Transparenz im Klang bevorzugt, aber doch ein gewisses Quantum an Wärme schätzt, dürfte mit dieser Doppel-CD-Box hervorragend bedient sein.

Zuletzt aktualisiert: 19. Dezember 2016, 11:22 Uhr