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Der Schlaganfall ist nach wie vor eine gefürchtete Krankheit. Jährlich erleiden fast 500.000 Menschen diese Durchblutungsstörung im Gehirn. Und fast 100.000 überleben den Anfall nicht. Andere tragen lebenslange Folgen davon. Dabei könnte mit einfachen Vorbeugungsmaßnahmen der Schlaganfall meist verhindert werden. Übermäßiger Alkoholkonsum und starkes Rauchen gelten als die häufigsten Risikofaktoren. Auch ausreichend Bewegung und eine gesunde, fettreduzierte Ernährung können die Erkrankung verhindern. So hat beispielsweise eine jüngste amerikanische Studie ergeben, dass Menschen, die mindestens einmal in der Woche Fisch essen, weniger gefährdet sind.

Medizinisches Wörterbuch: Schlaganfall (Apoplexie, Insult)

Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung (Ischämie) des Gehirns. Ursache für einen Schlaganfall kann eine Verstopfung eines zum Gehirn führenden Blutgefäßes sein. Aber auch eine Blutung durch den Riss eines Blutgefäßes kann zu einem Schlaganfall führen. Durch diese Störungen erhalten die Nervenzellen im Gehirn zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe, so dass sie zugrunde gehen. Das kann zu bleibenden Schäden führen: Je nachdem, welche Teile des Gehirns betroffen sind, kommt es zu Behinderungen z. B. beim Sprechen, Gehen, Verstehen...
Ungefähr 40% aller Schlaganfälle entstehen durch eine Thrombose. Dabei verschließt sich eine Arterie durch einen Blutpfropf (Thrombus), der sich in einem Blutgefäß des Gehirns gebildet hat. Diese Gefäßverschlüsse entstehen vor allem durch Arteriosklerose-Ablagerungen, die zunächst die Gefäße verengen.
Weiter kann ein Schlaganfall durch eine Embolie hervorgerufen werden. Ausgangspunkt sind hier Blutgerinnsel, die sich im Herzen oder in den großen zum Gehirn führenden Gefäßen (z.B. Halsschlagader) bilden. Von diesen Blutgerinnseln können sich Teile lösen, die durch den Blutstrom in das Gehirn gelangen. Dort werden dann wichtige Blutgefäße verschlossen.
15 % der Schlaganfälle haben eine Blutung als Ursache. Dabei ergießt sich das Blut in das Hirngewebe. Meist geht einer Hirnblutung schon viele Jahre lang ein erhöhter Blutdruck voraus, der kleinere Hirngefäße geschädigt und brüchig gemacht hat.
Durch Gefäßfehlbildungen entstehen etwa fünf Prozent der Schlaganfälle. Am häufigsten ist die sogenannte Subarachnoidalblutung, bei der eine angeborene Aussackung eines Gefäßes platzt. Dadurch gerät ein großer Teil des Blutes unter die Hirnhaut. Sehr heftige, vorher ungekannte Kopfschmerzen sind ein typisches Anzeichen für diese Blutung.

Risiken
Einer besonderen Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, unterliegen vor allem Menschen, die eine Reihe von Risikofaktoren aufweisen: Bluthochdruck, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes, Fettstoffwechsel- und Herzrhythmusstörungen. Personen, in deren Familie bereits ein Schlaganfall aufgetreten ist, sind ebenfalls gefährdet, denn die Veranlagung zu einem Schlaganfall ist erblich.

Alarmzeichen:
Etwa jeder dritte Schlaganfall kündigt sich durch eine flüchtige Durchblutungsstörung des Gehirns an. Eine sogenannte Transitorisch Ischämische Attacke (TIA) tritt in dem Moment auf, wenn ein kleines Blutgerinnsel (Mikroembolie) ein Blutgefäß blockiert. Sie endet, wenn das Gerinnsel plötzlich zerbricht und sich wieder im Blut auflöst. Diese Attacken dauern nur wenige Minuten, höchstens aber 24 Stunden. In ihren Symptomen gleichen sie einem Schlaganfall. Beim sogenannten prolongierten reversiblen ischämischen neurologischen Defizit (PRIND) halten die Symptome länger als 24 Stunden an, bilden sich aber auch innerhalb einiger Tage vollständig zurück.
Sie sollten deshalb sofort einen Arzt aufsuchen, wenn eines der folgenden typischen Warnzeichen auftritt:
- Plötzliche Schwäche oder Gefühlsstörungen einer Körperseite, besonders des Gesichtes oder des Armes.
- Ein plötzlicher Verlust der Sprechfähigkeit oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen.
- Eine plötzliche Sehstörung, vor allem, wenn sie nur auf einem Auge auftritt.
- Erstmalig und plötzlich auftretende sehr heftige Kopfschmerzen. Vorübergehende Doppelbilder.
- Plötzlich einsetzender Schwindel mit Gangunsicherheit.

Folgen eines Schlaganfalls
Nach einem Schlaganfall bleiben oftmals neurologische Schäden, die sich nicht mehr oder nur teilweise zurückbilden.
Die auftretenden Schäden sind nach dem Ort des Gefäßverschlusses sehr verschieden. So kommt es meist plötzlich zum Ausfall von Gehirnfunktionen die z. b. folgende Symptome zur Folge haben:
- einseitige Sehstörungen (Amaurosis fugax)
- Sprach- oder Bewusstseinsstörungen
- Taubheitsgefühlen in einem Arm oder Bein oder im Gesicht
- Schwäche oder Lähmungserscheinungen in einem Arm oder Bein
- Schwindel und Verwirrtheit
- depressive Grundstimmung
Wichtig ist es, auf jeden Fall, sofort einen Arzt zu konsultieren!! Je früher die Behandlung beginnt, um so wirksamer ist sie.


Vor Ort: Heinrich Mann Klinik Bad Liebenstein

Je früher und intensiver nach einem Schlaganfall die Rehabilitation einsetzt, umso wahrscheinlicher ist es, dass die Betroffenen wieder ein selbständiges Leben führen können.
Deshalb beginnt das entsprechende Training in der Heinrich Mann Klinik Bad-Liebenstein zu einem möglichst frühen Zeitpunkt. Selbst bewusstlose bzw. schwer bewusstseinsgestörte Patienten, die selber noch keine Aktivitäten entfalten können, werden in die Behandlung mit eingeschlossen.
Eine Vielzahl von Reizen soll dabei das Nervensystem des Patienten anregen. So werden mit speziellen Bettfahrrädern die Beine bewegt. Oder es werden die Betten aufrecht gestellt um auf diese Weise den Gleichgewichtssinn anzusprechen. Die Therapeuten versuchen, durch Berührungen und Bewegungen an das anzuknüpfen, was der Patient vor der Krankheit kannte und beherrschte.
Die Frührehabilitation spielt sich in Bad-Liebenstein auf einer offenen Station ab. Auch wenn die Patienten selbst noch nicht aktiv sind, können sie so die Therapie der anderen, wie zum Beispiel das Esstraining, miterleben. Man hofft, auf diese Weise das Erinnerungsvermögen der Patienten zu aktivieren und den entscheidenden Zugang zum Gehirn erreichen zu können. Durch diese vielfältig dargebotenen Reize sollen Signale an das Gehirn gesendet werden, um so zerstörte Verbindungen zwischen den Nerven neu knüpfen zu können.
Nach sechs bis acht Wochen Früh-Rehabilitation sind viele Patienten so weit, in einer speziellen Übungswohnung die Rückkehr zum Alltag zu proben. Die Therapeuten demonstrieren hier, welche Hilfsmittel beispielsweise in der Küche eine Behinderung ausgleichen können. So erleichtern zum Beispiel mit speziellen Haltedornen versehene Küchenbretter das einhändige Schmieren einer Scheibe Brot.
Wie schell sich ein Therapieerfolg einstellt und wie deutlich er ist, das hängt allerdings von vielen Faktoren ab. So vom Alter des Patienten, vom Gesundheitszustand vor dem Schlaganfall oder von der Schwere der Erkrankung.

Neue Impulse:

Langschläfer leben gefährlicher

New Yorker Wissenschaftler haben bei 1400 Erwachsenen untersucht, welche Rolle der Schlaf beim Schlaganfall spielt. Erstaunliches Ergebnis: Regelmäßiger Schlaf über acht Stunden erhöht das Risiko einen Schlaganfall zu bekommen; ebenso starkes Schnarchen und Tagesmüdigkeit
(Quelle: Netdoktor.de)

Schlaganfallgefahr durch Zahnfleischentzündung

Entzündungen der Zahnwurzelhaut und des Zahnfleisches können das Risiko einen Herzinfarkt und Schlaganfall zu bekommen, verdoppeln. Das ist das Ergebnis einer Studie aus den USA, die mit 9000 Erwachsenen durchgeführt wurde.
Neue Hoffnung für Schlaganfallpatienten
(Quelle: Ärztezeitung)

Der Erfolg der Bewegungstherapie nach einem Hirnschlag kann durch eine zusätzliche Therapie mit einem Parkinsonmedikament um 50Prozent gesteigert werden. Das haben deutsche Wissenschaftler an 47 Schlaganfallbetroffenen untersucht. Nach drei Wochen konnten sich diese Patienten besser bewegen, als die Vergleichsgruppe, die Scheinmedikamente bekam.
(Quelle: Focus)

Hilfe verspricht: Taubsches Bewegungstraining

An der Universität Jena wird ein neues Bewegungstraining klinisch getestet, dass für viele Schlaganfall-Patienten Hilfe verspricht. Nach dem sogenannten Taubschen Bewegungstraining können sich Betroffene, die mitunter schon jahrelang gelähmt waren, wieder bewegen.
Die Taubsche Bewegungstherapie setzt auf einen Effekt, den Gehirnforscher bei Affen beobachteten: können diese einen gesunden Arm nicht mehr bewegen, erhöht sich plötzlich die Beweglichkeit des anderen, gelähmten Armes. Nach der Taubschen Methode wird der gesunde Arm in eine spezielle Schiene gesperrt und so an der Bewegung gehindert. Der Gelähmte wird zur Bewegung angeregt. dadurch die Steuerfunktion im Gehirn neu organisiert.
Dieses besondere Üben setzt darauf, dass andere Zellen des Gehirn die Aufgaben der durch den Schlaganfall abgestorbenen Hirnregionen teilweise übernehmen können. Das Gehirn schafft also wieder Wege für die Steuersignale. Das ist möglich, da sich unser Gehirn während des gesamten Lebens in einem Lernprozesse befindet.
An der Universität Jena wurden bereits über 50 Patienten, die als austherapiert galten, erfolgreich behandelt. Die Experten gehen davon aus, dass etwa der Hälfte aller Schlaganfall-Patienten auf diese Weise geholfen werden könnte.
Die Behandlung eignet sich vor allem für Patienten mit chronischen Lähmungen, deren Schlaganfall länger als ein halbes Jahr zurückliegt. In einer bundesweiten Studie soll nun weiter geprüft werden, zu welchem Zeitpunkt nach dem Schlaganfall welchen Patienten am besten geholfen werden kann.

Anders Heilen : Tai Chi

Tai Chi, das "Schattenboxen", ist zwar aus einem Kampfsport entstanden, findet aber heute in der chinesischen Medizin vorrangig zur Förderung der Gesundheit Anwendung.
Die sanften, harmonischen Bewegungen, die fast zeitlupenartig ausgeübt werden, gestatten die Ausübung der Techniken auch älteren Menschen und Kranken. Es gibt mehr als 100 verschiedene Stellungen. Der Ablauf der fest vorgeschriebenen Übungseinheiten folgt dem Prinzip von Yin und Yan: jede Bewegung hat ihre Gegenbewegung. Immer gibt es ein Gleichgewicht zwischen Auf und Ab, Hin und Her. So soll Energie aus Himmel oder Erde geschöpft, durch den Körper geführt und wieder ausgeleitet werden.
In China wird Tai Chi teils alleine, meist jedoch als Begleittherapie auch bei der Behandlung chronischer und schwerster Krankheiten eingesetzt.
Die Mischung aus schonender, nicht anstrengender Gymnastik, besserer Atmung, Entspannung und Körperbewusstsein sind ein möglicher Weg zu mehr Ausgeglichenheit. So wird der Umgang mit derKrankheit erleichtert und durch die positiven körperlichen und seelischen Wirkungen auch die Heilung gefördert. Nach einem Schlaganfall kann Tai Chi die Feinmotorik verbessern. Ein regelmäßiges Training kann zudem die Muskeln, vor allem die Rückenmuskeln, trainieren und stärken.

Unser Hausrezept: Gebeizter Lachs

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben nachgewiesen, dass falsche Ernährungsgewohnheiten für Schlaganfallrisiken wie Bluthochdruck, Diabetes und zu hohen Blutfettspiegel verantwortlich sind.
Vor allem die Balance zwischen gesättigten Fettsäuren tierischen Ursprungs und den ungesättigten Fettsäuren aus Pflanzen und Fischen gewinnen bei der Vorbeugung eines Schlaganfalls zunehmend an Bedeutung. Von besonderem Interesse sind hier die mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Sie sind wesentliche Bestandteile aller Körperzellen und bewirken, dass die Zellen elastisch bleiben. Erst bei einem ausreichenden Anteil dieser ungesättigten Fettsäuren können diese Zellen optimal funktionieren.
Außerdem enthalten sie Botenstoffe (Eicosanoide), die verschiedene lebensnotwendige Vorgänge im Körper regulieren. Dazu gehören der Blutdruck, die Blutgerinnung und der Blutfettspiegel. Aus Omega-3-Fettsäuren werden vorwiegend solche Botenstoffe gebildet, die vor einer Arterienverkalkung schützen können. Sie bewirken eine Erweiterung der Blutgefäße und eine Verbesserung der Fließfähigkeit des Blutes. Außerdem wird ein Zusammenklumpen der Blutplättchen verhindert. Dadurch vermindert sich das Risiko einer plötzlichen Gefäßverstopfung und damit eines Schlaganfalls. Omega-3-Fettsäuren begünstigen zudem die Senkung des Blutfettspiegels und eines zu hohen Blutdrucks.
Neben fetten Seefischen wie Makrele, Hering, Thunfisch, Sardine, Lachs und Heilbutt stellt das heimische Rapsöl eine der günstigsten Quellen für Omega-3-Fettsäuren dar.

Gebeizter Lachs auf Salat von Fenchel, Paprika und Zitrusfrüchten
Zutaten:
400 g Lachsfilet
100 g Dill
35 g Blattpetersilie
10 Korianderkörner
10 Pfefferkörner
10 Wacholderbeeren
2 EL Essig
2 El Weizenkeimöl
30g Salz
10 g Zucker
Orangenschale

Etwas Feldsalat
1 Fenchel
1 Paprika rot und gelb
4 Orangen
2 Grapefruit

50 g Weizenkeimöl
2 EL mittelscharfer Senf
Orangen/ Grapefruitsaft
10 g Leinsamen
30g Haselnüsse

Zubereitung:
Dill und Blattpetersilie waschen und zerkleinern. Danach die Korianderkörner, Pfefferkörner und Wacholderbeeren zerstoßen. Nun alles mit Essig und Weizenkeimöl, Salz, Zucker und geriebener Orangenschale mischen. Das Lachsfilet mit der Mischung gut einreiben und mit Folie abdecken und anschließend für ca. 48 Stunden im Kühlschrank stehen lassen.
Danach das Lachsfilet herausnehmen und kurz mit kalten Wasser abspülen. Den Fisch nun in dünne Scheiben schneiden.

Den Feldsalat, den hauchdünn geschnittenen Fenchel, die enthäuteten Paprika, das Orangen- und Grapefruitfilet auf einem Teller anrichten und den Geschnittenen Lachs dazu geben.
Abschließend den Salat und Lachs mit einer Marinade aus Weizenkeimöl, Senf, Orangen und Grapefruitsaft beträufeln. Leinsamen und zerdrückte Haselnüsse im Ofen kurz rösten und über den Salat streuen.

Unser Hausmittel: Physiotherapie nach einem Schlaganfall

Nach einem Schlaganfall werden die Dauerschäden am Gehirn mit speziellen individuellen Physiotherapien, z. B. der Vojtatherapie behandelt.
Die Vojtatherapie beeinflusst das zentrale Nervensystem. Durch genau definierte Ausgangsstellungen und Reizpunkte werden die angeborenen Haltungs- und Bewegungsmuster
abgerufen. Dies geschieht mittels bestimmter Druckpunkte, an denen Reflexbewegungen ausgelöst werden können. (Reflexkriechen, Reflexumdrehen). In diesen Bewegungen sind alle Muskelaktivitäten enthalten, die für eine normale Bewegung notwendig sind. Während die Reaktion bei Kindern vor allem Bewegungen sind, spüren Erwachsene vor allen Muskelspannungen. Auf diese Weise wird die Muskulatur des ganzen Körpers gestärkt und eine bessere Haltung und Bewegung erreicht.
Eine wichtige Zielsetzung ist dabei das Wiedererlernen der Stützfunktionen. Das Stützen mit Armen und Beinen ist eine grundlegende Voraussetzung zum Laufen und Bewegen im Alltag. So muss nach einem Schlaganfall zum Beispiel das Stützen des Fußes mit der Ferse wieder erlernt werden. In der Physiotherapie werden für jeden Patienten spezielle Trainingsprogramme erarbeitet die dann zu Hause weitergeübt werden müssen.

Zuletzt aktualisiert: 08. April 2004, 12:05 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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