Hauptsache Gesund | 12.11.2009 | 21:00 Uhr
Schlafstörungen
Mehr als 20 Jahre seines Lebens verbringt der Mensch mit Schlafen. Schon dieser breite Raum, dem die Natur dieser Phase der Erholung und Regeneration einräumt, zeigt wie wichtig ungestörte Nachtruhe ist. Denn wenn es mit dem Schlafen nicht richtig klappt, sind auch die anderen zwei Drittel unserer Tage nur mühsame Last.

Ständig müde - ein Warnsignal?
Nur auf eine erholsame Nacht kann ein kraftvoller Tag folgen. Doch wer tagsüber müde ist, sich erschöpft fühlt oder öfter einnickt, leidet nicht immer unter den Folgen von Schlafstörungen. Auch andere Erkrankungen können dahinter stecken.
Der häufigste Grund für Tagesmüdigkeit ist die Schlafapnoe. So bezeichnen Mediziner krankhaftes Schnarchen, bei dem Atemaussetzer ein ungestörtes Durchschlafen verhindern. Ebenso können aber auch Erkrankungen der Atmungsorgane die Luftversorgung behindern, zum Beispiel die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die Rauchern oft zu schaffen macht. Auch solche Krankheiten können sich in Form von Tagesmüdigkeit bemerkbar machen. "Das liegt daran, wenn nicht genügend Sauerstoff durch die Lunge aufgenommen wird, im Gehirn ein Sauerstoffmangel entsteht und der eine Ursache für Müdigkeit ist," erläutert der Hallenser Lungenarzt Dr. Wolfgang Schütte. "Das Zweite ist, dass, wenn Lungenkrankheiten vorliegen, Patienten mehr Kraft zum Atmen brauchen. Das strengt an. Und ein dritter Faktor ist, wenn nicht genug CO2 abgeatmet wird, kann CO2 im Blut ansteigen - und CO2 macht direkt müde."
Tagesmüdigkeit kann zahlreiche weitere, sehr unterschiedliche Ursachen haben, darunter Diabetes, Depressionen, Herzschwäche oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Alzheimer.
Trick: Besser schräg schlafen
Die meisten Menschen schlafen in einem Bett, das genau waagerecht ausgerichtet ist. Bei einigen Schlafproblemen ist es jedoch von Vorteil, auf einer Schräge zu liegen, so dass also die der Kopf höher als die Hüfte und diese höher als die Füße liegen.
Bereits zwischen 3:00 und 4:00 Uhr beginnt der Körper, sich wieder auf den Tag vorzubreiten. Die Körpertemperatur steigt, die Atmung wird intensiver, das Herz arbeitet stärker. Liegt man flach, werden dadurch Kopf und Zwerchfell stärker durchblutet. Dem durch Schräglage entgegen zu wirken, kann einige günstige Effekte haben:
- die Nasenschleimhäute schwellen weniger an, was die Atmung erleichtert
- das Schnarchen nimmt ab
- der Blutdruck im Kopf nimmt ab, was morgendliche Kopfschmerzen lindert
- man kommt mit dünneren Kissen aus, was die Halswirbelsäule entlastet
- Probleme mit Schlafapnoe werden abgeschwächt
Um den gewünschten Effekt zu erzielen, reicht es aus, das Bettgestell am Kopfende sechs bis acht Zentimeter höher zu stellen. Sofern der Lattenrost bruchfest ist, kann alternativ auch dieser durch Unterlagen in die schräge gebracht werden. Patienten, die Probleme mit den Beinen (Krampfadern, Wassereinlagerungen, Thrombosegefahr) haben, sollten die nächtliche Schräglage nicht anwenden.
Test: Müde oder krank?
Mit einem Selbsttest können Sie einen Anhalt dafür finden, ob Ihre Tagesmüdigkeit sich im normalen Rahmen hält oder ärztlich abgeklärt werden sollte. Bei dem sogenannten Epworth-Test bestimmt man zunächst subjektiv, wie hoch die Einschlaf-Wahrscheinlichkeit in bestimmten Situation oder Tätigkeiten ist. Entsprechende Tests finden Sie über eine einfache Internetsuche.
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Zuletzt aktualisiert: 12. November 2009, 22:55 Uhr
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Experte im Studio:
Dr. Andrea Bosse-Henck , Schlaflabor der Universitätsklinik Leipzig
Adressen:
Stiftung Deutsche Depressionshilfe
Semmelweisstraße 10
04103 Leipzig
Tel.: 0341/97-24493
Deutsche Sarkoidose-Vereinigung
Uerdinger Str. 43
40668 Meerbusch
Telefon: 02150 705960
Buchtipps
Riccardo A. Stoohs: Wenn die Nacht zum Tag wird: Schlafstörungen in der zweiten Lebenshälfte und was Sie dagegen tun können. MVG 2007.
Jürgen Zulley: So schlafen Sie gut! Zabert Sandmann GmbH 2008.
