Hauptsache gesund | 20.12.2012 | 21:00 Uhr : Die Geschichte einer besonderen Freundschaft
Klaus Kremer und Rudolf Schütte trennen mehrere hundert Kilometer. Was beide verbindet, ist ihre Liebe zur Jagd und dieselbe Blutgruppe, obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. Oder doch? Nun ja, ein bisschen. Rudolf Schütte hat für Klaus Kremer Stammzellen gespendet und ihm damit das Leben gerettet.
Die Geschichte begann vor drei Jahren: Da glaubte Klaus Kremer aus Neustadt in Sachsen, ihn habe eine Grippe erwischt. Doch sein Zustand verschlechterte sich so radikal, dass er auf einer Feier zusammenbrach. Sein Arzt meinte, er sähe blutleer aus und ließ sein Blut untersuchen. Die Diagnose: Akute Leukämie.
Leukämie steht für eine gestörte Blutbildung. Die sogenannten "Stammzellen" reifen nicht aus, vermehren sich aber ungehemmt und verdrängen so die gesunden reifen Blutzellen.
Chemotherapie schlug nicht an
Den Ernst der Lage erkannte Klaus Kremer noch nicht einmal, als er ins Krankenhaus eingewiesen wird: "Ich hatte den Doktor gefragt: Ich würde mich eigentlich gern anziehen wollen und nach Hause gehen. Da antwortete der junge Arzt: 'Das können Sie machen, Herr Kremer - dann sind sie nach spätestens 30 Tagen tot.'" Klaus Kremer blieb. Die Ärzte am Dresdner Universitätsklinikum begannen sofort mit einer intensiven achtmonatigen Chemotherapie, die starke Nebenwirkungen mit sich brachte. Die Schleimhäute in seinem Mund lösten sich ab - Klaus Kremer musste künstlich ernährt werden. Es folgen eine Pilzinfektion, eine Lungenentzündung, hohes Fieber und immer wieder neue Komplikationen. Dr. Rainer Ordemann vom Universitätsklinikum in Dresden begleitete Kremer in dieser schweren Zeit - als Arzt und als Mensch. Und er erinnert sich noch sehr gut an seinen Patienten: "Herr Kremer war trotz aller Schwierigkeiten, trotz dieser doch erheblichen Grenzerfahrung immer guten Mutes. Er hat sich nie fallen lassen, er hat immer an sich und an die Therapie geglaubt, und er hat trotz aller Nebenwirkungen immer Stärke gezeigt."
Schließlich mussten die Ärzte aber erkennen, dass die Chemotherapie nicht anschlug. Die weißen Blutkörperchen vermehrten sich weiter. Nun konnte nur noch ein Spender helfen, der Klaus Kremer gesunde Stammzellen überträgt. Hier kam Rudolf Schütte ins Spiel. Der 40-Jährige hatte sich irgendwann während seines Studiums als Spender eintragen lassen. Aus Bürgersinn habe er es getan, in der Hoffnung, nie den Ernstfall erleben zu müssen, erklärt Schütte heute. Doch als der Ernstfall mit Klaus Kremer dann doch eintrat und er den Anruf erhielt, war er sofort bereit. Er fuhr ins nahe gelegene Krankenhaus und ließ sich an eine Maschine anschließen, welche die Stammzellen aus seinem Blut filterte. Das tut allgemein nicht weh und ist nach zwei Stunden vorbei. Zwei Jahre vergingen, bis sich Patient und Spender persönlich kennenlernten. Als Rudolf Schütte eine Dankesmail von Klaus Kremer erhielt, schrieb er zurück, er müsse ihn nicht mit "Sie" ansprechen, denn schließlich sei er doch jetzt sein Blutsbruder. Im Sommer 2012 begegneten sich die beiden das erste Mal, bis heute verbindet sie eine Freundschaft.
Wie kann man sich als Knochenmarkspender registrieren lassen?
Es gibt zwei große Institutionen, bei denen man sich als Knochenmarkspender registrieren lassen kann: Das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) und die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Wer sich eintragen lassen möchte, sollte über 18 und unter 55 Jahre alt sowie bei guter körperlicher Verfassung sein.
Das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland hat verschiedene Spenderdateien in Deutschland. Die genauen Adressen und Ansprechpartner findet man im Internet auf der Seite des ZKRD. (siehe Link unten)
Bei der DKMS können Sie sich sowohl telefonisch, als auch per Mail anmelden.
DKMS: 0221 940582-3551 oder Mail an: briefspender@dkms.de
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