Hauptsache gesund | 17.11.2011 | 21:00 Uhr : Bandscheiben – die großen Irrtümer
Rückenschmerzen sind weit verbreitet - und werden nicht selten auf die Bandscheiben geschoben. Probleme damit können in der Tat große Beschwerden verursachen. Trotzdem sind sie entgegen der landläufigen Meinung für die meisten Rückenleiden gar nicht verantwortlich. "Hauptsache gesund" klärt über die größten Bandscheiben-Irrtümer auf.
Eine Bandscheibe sieht aus wie ein Harzer Roller. Der weiße Kern des Sauermilchkäses ähnelt dem Gallertkern einer Bandscheibe. Das ist der innere Puffer. Der feste gelbe Käse außen herum ist dem Faserring der Bandscheibe ähnlich. Geht dieser stabilisierende Ring kaputt, hat das unangenehme Folgen.
Wenn es bei einem Riss des Faserrings zum Austritt - zum sogenannten Vorfall - des gallertartigen Kerns kommt, spricht man von einem Bandscheibenvorfall. Am häufigsten passiert das zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule und der Halswirbelsäule. Im Prinzip kann aber jeder Teil der Wirbelsäule betroffen sein. Die in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Rückenmarksnerven, die Spinalnerven, werden dadurch gereizt oder eingeengt. Dadurch kommt es zu den klassischen ausstrahlenden Schmerzen. Wird der Druck stärker, kann es zu Taubheitsgefühlen und Lähmungen der Bein- oder Armmuskulatur kommen.
Doch nicht jedes Rückenproblem, lässt sich auf die Bandscheiben zurückführen. "Hauptsache gesund" klärt über die häufigsten Irrtümer auf.
Experte im Studio
PD Dr. med. Jörg Franke, Orthopädische Universitätsklinik Magdeburg
