Hauptsache gesund | 06.12.2012 | 21:00 Uhr : Diagnose Bandscheibenschaden
Etwa acht Millionen Deutsche leiden unter Bandscheibenproblemen. Experten gehen allerdings davon aus, dass 85 Prozent der Bandscheibenoperationen überflüssig sind. 400.000 Eingriffe werden dennoch jedes Jahr durchgeführt
Unser aufrechter Gang wird möglich durch die Wirbelsäule - ein äußerst komplexes Gebilde, das vom Schädel bis zu den Beckenknochen führt. Mediziner unterscheiden verschiedene Abschnitte der Wirbelsäule und bezeichnen diese mit Abkürzungen. Die obersten sieben Wirbel bilden die Halswirbelsäule (HWS), darunter befindet sich die Brustwirbelsäule (BWS), die aus zwölf Wirbeln besteht. Daran schließt sich die Lendenwirbelsäule (LWS) an. Sie besteht aus fünf Wirbeln. Das Zusammenspiel aller Abschnitte ermöglicht die Beweglichkeit des Rumpfes.
Die Wirbelsäule des Menschen setzt sich aus vielen unterschiedlichen Strukturen wie Knochen, Knorpeln, Muskeln, Sehnen und Bändern zusammen. Sie alle sind von Nerven umgeben und durchzogen, die bei kleinsten Veränderungen in ihrem Umfeld Schmerzen auslösen können. Abnutzung an den Knochen, Verengungen der Nervenkanäle, Wirbelgleiten, instabile Wirbelverbindungen und natürlich Bandscheibenveränderungen gehören zu den häufigsten Störfaktoren für die Nervenbahnen. Aber auch unentdeckte Entzündungen im Körper können die Wirbelsäule angreifen und im Extremfall sogar zu dauerhaften Lähmungen führen. Nicht selten stecken zudem muskuläre Verspannungen hinter den Beschwerden.
In der Wirbelsäule des Menschen gibt es 23 Bandscheiben. Sie sind eine Art Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln. Verlassen sie ihren Platz und drücken auf Nerven, verursacht dies zum Teil unerträgliche Schmerzen oder im Extremfall Lähmungen. Dabei unterscheiden die Mediziner zwischen einer Vorwölbung und einem Vorfall der Bandscheibe. Um den Unterschied zu verstehen, muss man sich anschauen, wie eine Bandscheibe aufgebaut ist. Es handelt sich um faserknorpelige Scheiben, die einen äußeren, festeren Ring und einen gelartigen Kern besitzen. Durch den normalen Alterungsprozess nimmt die Elastizität des Faserringes ab. Er bekommt feine Risse. Der Gelkern dringt durch diese inneren Risse und "wölbt" sich Richtung Rand. Bei einem Bandscheibenvorfall ist der Faserring gerissen. Der gelartige Innenkern tritt aus.
