Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 06.12.2012 | 21:00 Uhr : Mit der Franklin-Methode gegen Rückenschmerzen

Der Tänzer Eric Franklin aus der Schweiz, hatte auf langen Überseeflügen immer wieder Probleme mit der Bewegungsarmut. Eingepfercht in der Sitzreihe begann er, sich in seinen verspannten Körper hineinzudenken – und sich vorzustellen, dass es seinen Muskeln, Wirbeln und Bandscheiben doch eigentlich gut geht. Das war die Geburtsstunde einer neuen Form der Physio-Therapie: der Franklin-Methode. Christiane Maneke aus Abbenrode im Harz arbeitet nach diesem Therapiekonzept. Helfen soll es auch Sven Paschke., der über Bandscheibenbeschwerden klagt.

Mit den Bandscheiben "sprechen"

Ausgangspunkt der Übungsstunde ist, sich in die Anatomie der betroffenen Körperregionen hineinzuversetzen. Christiane Maneke redet deshalb viel mit dem Patienten: "Hier sehen Sie wieder, dass die Bandscheiben einfach Scheiben sind. Stellen Sie sich mal vor, ihre Bandscheiben sind luftig, beweglich, glücklich und in alle Richtungen verschiebbar. Versuchen Sie, das mal in ihre Wirbelsäule hineinzuprojizieren und sich vorzustellen, was das mit ihnen macht. Und dann versuchen sie, das bis in ihre Halswirbelsäule hineinzuprojizieren." Der Effekt ist verblüffend. Gymnastik- und Rückenschullehrerin Christine Maneke erläutert: "Durch dieses Denken alleine wird die Aufmerksamkeit schon in diese Körperteile – in die Bandscheibe, in die Wirbelkörper oder in den Beckenboden – hineinprojiziert. Und dadurch gibt es dann Vernetzungen, die in den Hirnregionen anfangen zu arbeiten." Nun werden kleine Bälle unter den Füßen bewegt. Bei dieser Übung müssen viele Bänder, Muskeln und Sehnen zusammenarbeiten. Die Durchblutung wird angeregt.

Ein Mann bei Psychologin
Im Gespräch mit einem Therapeuten können positive Gedanken verankert werden, die Schmerzen lindern helfen.

Und dann kommt - auf den Bällen stehend und sanft wippend - wieder die Vorstellungskraft ins Spiel. Und wieder ist das Reden ein wichtiger Teil der Therapie: "Ihre Bandscheiben sind glücklich. Sie hüpfen. Die sind nicht fest. Und ihre Wirbelkörper bewegen sich auf den Bandscheiben hoch und runter. Und die Schulterblätter bewegen sich hoch und runter. Für mich ist es eine Methode für alt für jung,  für kranke Leute aber auch für Spitzensportler für Tänzer. Und sie gefällt den Leuten zudem einfach." Auch Sven Paschke empfindet die Übungen mit den erlernten Bildern im Kopf als hilfreich: "Es bringt in der Hinsicht schon was, dass ich mir halt eine bestimmte Situation vorstelle und mir selber ein Bild im Kopf male, sodass ich dann an meiner Haltung und an meiner Problematik arbeiten kann."

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2012, 09:00 Uhr

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