Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 06.12.2012 | 21:00 Uhr : Wann muss operiert werden?

Blick in einen Operationssaal. Mehrere Ärzte stehen dort, vorne liegen Instrumente
Eine Bandscheibenoperation ist der letzte Schritt, die Leiden zu lindern.

Eine Bandscheiben-Operation ist notwendig, wenn Funktionsstörungen bzw. Lähmung von Blase und Mastdarm, Taubheitsgefühle in den Beinen oder bei kompletter Unterbrechung der Nervenleitung einer Nervenwurzel (Lähmung) auftreten, sagen Experten. Ziel der Bandscheibenchirurgie ist es dann, die eingeengte Nervenwurzel zu befreien und einem erneuten Vorfall vorzubeugen. Der Eingriff kann am offenen Rücken oder mit der sogenannten Schlüssellochchirurgie durchgeführt werden. In beiden Fällen ist meist eine Vollnarkose nötig. Risiken und Komplikationen bestehen wie bei jedem operativen Eingriff. Blutergussbildung, Wundheilungsstörung, Wundinfekt, tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie, Gefäßverletzung und Nervenverletzung können vorkommen. In sehr seltenen Fällen kommt es zu Verletzungen der harten Rückenmarkshaut, einer Schädigung von Nervenwurzeln oder Entzündungen von Knochen- oder Bandscheibengewebe. 

Vielen Patienten kann auch die Operation nicht helfen. Die Rückenschmerzen bleiben. Im schlimmsten Fall sind die Beschwerden sogar stärker als vorher. Narben und Verwachsungen im Operationsgebiet können zusätzliche Beschwerden verursachen. Der Schmerz kann durch die Gewebswucherungen sogar chronisch werden. Experten warnen daher davor, die Risiken operativer Eingriffe zu unterschätzen und raten den Betroffenen, vor der endgültigen Entscheidung für einen operativen Eingriff eine zweite Expertenmeinung einzuholen.

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2012, 09:01 Uhr

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