Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 06.12.2012 | 21:00 Uhr : Tipps von Atemtherapeutin Iris Schöpa

Gesunder Atemfluss - Entspannter Rücken!

Das Zwerchfell, wichtigster Atemmuskel, ist an den oberen Lendenwirbeln angewachsen. Dadurch übertragen sich Bewegungen des Zwerchfells auf alle Wirbel und das Becken. Einatmend entsteht eine kleine Streckung der Wirbelsäule, ausatmend schwingt alles zurück. Das regt den Stoffwechsel und die Ernährung der Bandscheiben an.

Moderatorin Franziska Rubin und Atemtherapeutin Iris Schöpa
Moderatorin Franziska Rubin und Atemtherapeutin Iris Schöpa

Normalerweise breitet sich die Einatembewegung dreidimensional aus - gleichzeitig nach unten, oben, seitlich und nach hinten. Ist die Atmung in eine Richtung eingeschränkt (falsche Haltung, enge Kleidung oder stressbedingt), ist auch die Wirbelsäule unbeweglicher und der Druck auf die Bandscheiben nimmt zu. Übungen der Atemtherapie entlasten die Bandscheiben. Gleichzeitig stabilisieren sie die Muskeln der Vorder- wie Rückseite des Körpers. Es entsteht eine innere, mühelose Aufrichtung von Fuß bis Kopf und eine optimale Atmung. Anders als in der Gymnastik wird in der Atemtherapie individuell erforscht, wie sich Atem und Bewegung beeinflussen. So entdeckt man das eigene Maß seines Atems wie seiner Bewegung.

Übung Schildkröte (Wirbelbeuge)

  • Sie sitzen, etwa beckenbreit, mit den Händen auf der Mitte der Oberschenkel, spüren Ihre Sitzhöcker.
  • Lassen Sie Ihren Kopf nach unten sinken. Dann dehnt der Kopf nach vorn, die ganze Wirbelsäule wird lang.
  • Anschließend wird der Kopf in den Nacken gelegt und und wieder in die Ausgangsposition gebracht.
  • Vom Becken her richten Sie sich Wirbel für Wirbel auf.
  • Sobald Ihnen der Bewegungsablauf vertraut ist, erkunden Sie, wann während der Bewegung das Einatmen einsetzt und wo Sie die Atembewegung spüren. Machen Sie sich bewusst, wie Sie jetzt sitzen.

Diese Übung fördert sowohl die Beweglichkeit als auch die Stabilität der gesamten Wirbelsäule. Die Bandscheiben erhalten mehr Raum. Dadurch fühlt man sich oft größer. Es entsteht eine Aufrichtung, die von innen kommt und nicht anstrengt. Die Übung fördert die natürliche, dreidimensionale Atembewegung.

Bewusstes Dehnen der Körperseiten

  • Sie stehen beckenbreit, der linke Arm ist nach oben gestreckt. Der Arm dehnt die ganze Seite und Wirbelsäule nach rechts, bis Sie merken, dass der Einatem folgt, dann nehmen Sie die Dehnung wieder zurück und warten einen kurzen Moment. Nach einigen bewussten Dehnungen lassen Sie den Arm sinken.
  • Wenn Sie zu stark dehnen, wird Ihr Atem stocken. Dehnen Sie zu schwach, wird er nicht reagieren.
  • Nachspüren: Vergleichen Sie beide Körperseiten. Vielleicht ist eine Schulter höher oder eine Seite breiter? Vielleicht nehmen Sie stärker wahr, wie der Atem die linke Schulter hebt und senkt?
  • Nun arbeiten Sie mit der anderen Seite genauso und spüren wieder nach.

Die Übung fördert die seitliche Beweglichkeit der Wirbelsäule und gibt den Bandscheiben seitlich mehr Raum. Auch dadurch fühlt man sich oft größer. Es regt die Flankenatmung und die Belüftung der Lungenspitzen an. Die kleine Bewegungspause zwischen den einzelnen Dehnungen fördert den natürlichen Atemrhythmus, der sich aus Ein-, Ausatmen und Atempause zusammensetzt.

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2012, 14:27 Uhr

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