Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 10.01.2013 | 21:00 Uhr : Die Schaufensterkrankheit und das Bernhard-Roth-Syndrom

Treten Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen besonders bei Belastung auf, vermuten Ärzte oft eine Gefäßschädigung. Die häufigste hierbei ist die Periphere Arterielle Verschlusskrankheit - kurz PAVK oder auch Schaufensterkrankheit genannt. Dabei haben die Betroffenen beim Gehen extreme Schmerzen. Linderung verspüren sie erst, wenn sie eine Ruhepause einlegen. Die Krankheit entsteht durch die Einengung oder den kompletten Verschluss der unteren Beinarterien. In Deutschland sind schätzungsweise 4,5 Millionen Menschen von der Krankheit betroffen.

Die Beine einer Frau.
Wer unter der sogenannten Schaufensterkrankheit leidet, bewegt sich wie jemand, der geht und bei jeder Auslage stehenbleibt.

In den meisten Fällen ist eine Arteriosklerose, also eine Verhärtung und Verdickung der Arterien, die sich meist schleichend und über viele Jahre hin entwickelt, die Ursache für eine schlechtere Durchblutung. Wesentlich seltener ist eine Entzündung der Arterien die Ursache. Ist die Arterie zu 90 Prozent geschlossen, treten starke Schmerzen im Bein auf. Um die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr zu sichern, sucht sich das Blut parallele Umgehungskreisläufe. Hauptursachen für die Verengung der Gefäße sind Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck. Um die PAVK erfolgreich zu behandeln, müssen zunächst die auslösenden Risikofaktoren beseitigt werden: Rauchen stoppen, Blutdruck einstellen, Diabetes behandeln. Anschließend sorgt ein gezieltes Gehtraining für die verbesserte Durchblutung der Beine. Dabei werden die Umgehungskreisläufe aktiviert.

In einigen Fällen wird die Krankheit durch Medikamente oder das Einsetzen eines Stents behandelt. In manchen Fällen ist eine Amputation des betroffenen Beines erforderlich.

Gequetschter Nerv

Meralgia parästhetica oder Bernhard-Roth-Syndrom nennt sich eine Krankheit, die brennende Schmerzen im Oberschenkel verursacht. Ursache ist die Einengung eines Nervs, der aus dem Becken kommt und dann durch die Fasern des Leistenbandes weiter führt. Dort kann er leicht eingeengt werden. Männer sind von dieser Störung dreimal so häufig betroffen wie Frauen.

In Vordergrund halten zwei Frauenhände eine mit einem Präparat gefüllte Spritze. Im Hintergrund ist unscharf ein männlicher Patient in einem Krankenhausbett zu erkennen
Gegen das Bernhard-Roth-Syndrom können Spritzen helfen.

Gegen das Bernhard-Roth-Syndrom helfen lokale Injektionen, Schmerzmittel oder eine Operation, in der der Nerv entweder freigelegt oder, wenn es gar nicht anders geht, durchtrennt wird. Die Nervendurchtrennung ist allerdings mit einem hohen Risiko verbunden: Bei jedem fünften Patienten führt der Eingriff zu schlecht behandelbaren Dauerschmerzen.

Vorbeugen ist auch beim Bernhard-Roth-Syndrom das Mittel der Wahl. Und das ist ziemlich einfach, denn die Beschwerden werden u. a. durch Übergewicht, einen zu engen Autositz, zu fest und falsch anliegende Gurte im Auto oder eine zu enge Hose ausgelöst.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2013, 15:13 Uhr

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