Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 10.01.2013 | 21:00 Uhr : Schmerzen in der Hüfte und brennende Füße

Der Fall Doritt M.

Über mehrere Jahre litt Doritt M. aus Chemnitz unter starken Schmerzen in der Hüfte. Sie konnte kaum noch sitzen. Um die Schmerzen zu lindern, hatte sie sich im Laufe der Zeit eine Schonhaltung angewöhnt, die sie selbst folgendermaßen beschreibt: "Ich habe immer auf der vordersten Kante des Stuhles gesessen, das Bein ausgestreckt und habe damit versucht, den Winkel zwischen Bein und Hüftgelenk so groß wie möglich zu lassen. In Beratungen habe ich mich dann weit nach hinten gelehnt. Für Außenstehende sah das unordentlich aus, würde man sagen."

Ärzte diagnostizierten Arthrose. Ein künstliches Hüftgelenk stellten sie ihr jedoch nicht in Aussicht, weil sie dafür zu jung ist. Doch damit wollte sich Doritt M. nicht abfinden. Sie recherchierte im Internet und bekam schließlich Hilfe in der Uniklinik Mannheim. Dr. Stefan Fickert, Orthopäde und Unfallchirurg, fand heraus, dass hinter den Schmerzen von Doritt M. eine Fehlbildung ihres Hüftgelenks steckt. "Das Problem bei Frau M. war eine Störung des Übergangs zwischen Oberschenkelkopf und Schenkelhals in dem Sinne, dass es ein Zuviel an Knochen an einer bestimmten Stelle im Gelenk gab. Und dieses Zuviel an Knochen führt bei der Beugung der Hüfte zu Schmerzen. Wir haben in der Operation den überflüssigen Knochen entfernt. Damit war der Druck weg."

Durch diese Operation kann sich Doritt M. nun endlich wieder schmerzfrei bewegen und sitzt auch wieder ganz normal am Tisch.

Brennende Füße: Der Fall Ellen W.

Eine Frau reibt Ihre schmerzenden Füße
Brennen in den Füßen: die Ursache muss von mehren Ärzten abgeklärt werden.

Ellen W. aus Dresden leidet unter ständigem Brennen an den Füßen. Das Phänomen muss von vielen verschiedenen Seiten abgeklärt werden.

1. Station: Allgemeinmedizin der Uniklinik Dresden

Dr. Andrea Aschoff beginnt mit der Ursachenforschung. Im Gespräch kann sie klären, dass Rauchen oder Alkohol als mögliche Auslöser bei Frau W. nicht in Frage kommen. Liegt möglicherweise eine Gefäßerkrankung vor?

2. Station: Angiologie

In der Gefäßabteilung wird eine sogenannte Doppleruntersuchung gemacht. Dabei wird der Blutdruck nicht nur an den Armen, sondern auch an den Beinen gemessen. Gravierende Unterschiede würden den Verdacht auf eine Gefäßerkrankung nahe legen. Doch auch das trifft für Frau Walther nicht zu.

3. Station Röntgenabteilung

Da Frau Walther vor vier Jahren einen Bandscheibenvorfall hatte, kann auch eine mögliche Ursache die Schädigung der Nerven in der Wirbelsäule sein. Um das abzuklären wird  eine Magnetresonanztomographie (MRT) gemacht. Doch auch hier sind keine Auffälligkeiten zu finden.

4. Station Neurologie

Hier wird die Nervenleitfähigkeit überprüft. Dabei werden drei Dinge näher abgeklärt: das Schmerzempfinden, das Vibrations- und das Temperaturempfinden.

Selbsttest für zu Hause

Auch zu Hause kann man in einem kleinen Selbsttest herausfinden, ob die Nerven noch in Ordnung oder schon geschädigt sind.

Zahnstocher: Schmerzempfinden

Zahnstocher – Pieksen Sie sich kurz in den Unterschenkel, anschließend in den Fuß. Gibt es einen Unterschied? Normalerweise wird der Minischmerz schnell vergehen. Spüren Sie allerdings minutenlang den Schmerz noch nach oder spüren Sie den Schmerz gar nicht, ist das möglicherweise ein Zeichen für eine Nervenstörung.

Stimmgabel – der Vibrationstest

Bringen Sie eine Stimmgabel zum Vibrieren und legen Sie sie an den Knöchel und das Großzehengrundgelenk. Spüren Sie die Vibration?

Hammer oder Wasserglas – Temperaturempfinden

Halten Sie ein Stück kaltes Metall oder ein Glas kaltes Wasser an die Innenseite Ihres Unterschenkels. Danach an den Fuß. Spüren Sie einen Unterschied? Wie schnell spüren Sie die Kälte? Spüren Sie gar keine Kälte, sollten Sie auch darüber Ihren Arzt informieren.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2013, 15:55 Uhr

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