Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 10.01.2013 | 21:00 Uhr : Und ewig zucken die Beine

Seit 2009 ist das Restless Legs Syndrom (RLS) in den Internationalen Katalog der Krankheiten aufgenommen worden. Rund acht Millionen Menschen leiden in Deutschland unter dieser Krankheit, die in unterschiedlichen Schweregraden auftreten kann. Die Betroffenen klagen über quälende Unruhe und ein Kribbeln in den Beinen. Die Beschwerden treten vor allem abends und nachts auf. Noch sind die genauen Ursachen nicht geklärt. Experten vermuten eine Störung des Nervenstoffwechsels im Gehirn. In manchen Fällen wird diese Störung vererbt. Ruhelose Beine können aber auch während der Schwangerschaft, bei einer Nierenfunktionsstörung oder durch Medikamente verursacht werden.

Krämpfe in den Waden

Nächtliche Wadenkrämpfe sind meist ein Zeichen für überforderte Muskeln. Treten die Krämpfe allerdings sehr oft auf, sollten sie von einem Arzt abgeklärt werden. Manchen Betroffenen hilft die Einnahme von Magnesium, obwohl es keine Studie gibt, welche diese positive Wirkung stichhaltig beweist. Manchmal werden wiederkehrende Krämpfe auch mit Chinin – einem Stoff aus der Chinarinde behandelt. Aufgrund möglicher Nebenwirkungen ist hier unbedingt ein Arzt zu konsultieren.

Eine Studie der Universität Groningen hat gezeigt, dass abendliche Stretchingübungen Wadenkrämpfe verhindern und unruhige Beine beruhigen. "Hauptsache gesund"-Fitnessexperte Jürgen Reif empfiehlt sie Betroffenen deshalb jeden Abend: "Dehnungsübungen wirken auf den Muskel, aber auch auf den ganzen Körper. Man wird in sich ruhiger, weil man sehr konzentriert mit seinem Körper umgeht. Und das wirkt sich auch insgesamt sehr positiv auf die unruhigen Beine aus."

Tipp vom Sporttherapeuten Jürgen Reif

Portrait von Sporttherapeut Jürgen Reif
Sporttherapeut Jürgen Reif

Stellen Sie sich neben das Bett. Machen Sie einen Ausfallschritt nach vorn und drücken Sie nun das hintere Bein so gut wie möglich durch. Halten Sie diese Position für mehrere Sekunden.

Nun drücken Sie das vordere Bein durch und ziehen die Zehen hoch. Halten Sie auch diese Position mehrere Sekunden. Anschließend wechseln sie die Beine.

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2013, 15:10 Uhr

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