Hauptsache gesund

Moderator:
Guten Abend und ein herzliches Willkomen im "Hauptsache gesund"- Chat. Heute gehts um neue Therapien für Hüfte und Knie. Leider ist unsere Expertin, Frau Dr. Anke Görgner, noch nicht im Chat. Der Chat verzögert sich deshalb etwas. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Moderator:
Sooo, wir haben kurzfristig kompetenten Ersatz im Chat bekommen. Frau Dr. Jowan ist so nett und springt für Frau Görgner ein.

Moderator:
Ihre Fragen kommen erst bei mir an und ich leite sie dann an Frau Wojan weiter. Bitte haben Sie etwas Geduld.

Moderator:
Bitte Stellen Sie keine Fragen doppelt. Das erschwert meine Arbeit nur, verbessert Ihre Chancen aber nicht. Vielen Dank!

SILVI:
Ich leide im rechten Knie unter so starken Schmerzen, dass ich nur noch hinkend laufen kann. Im Fernsehen lief ein Beitrag, dass man in der Charite aus dem Knie Knorpel entnommen hat und im Labor aufgezüchtet hat und wieder eingesetzt hat. Leider komme ich in der Charite nicht weiter, keiner kann eine Auskunft geben. Haben Sie auch schon davon gehört und mir eine Telefonnummer nennen? Mein Orthopäde hat im rechten Bein ein Enchantrom festgestellt, können die Schmerzen damit zusammen hängen?

Dr.Wojan:
Für diese Knorpeltransplantation kommen nur ausgewählte Krankheitsbildfer in Frage, z. B., wenn nur ein sehr kleiner teil des gelenkknorpels von starker Abnutzung betroffen ist.

socke:
Vor 14 Tagen hatte ich eien Arthroskopie (Innnen- und Außenminiskusgeglättet; Kniescheibe ausgerichtet und kaputte Knorpel entfernt). Der Eingriff war bis jetzt erfolgreich. Ich wurde aber schon gefragt, ob ich eine Spritzenkur mit Hyaluronsäure möchte. Ist dies sinnvoll?

Dr.Wojan:
ich würde zunächst noch keine Spritzenkur durchführen und zunächst abwarten, ob die Op nicht bereits eine deutliche beschwerdelinderung erbracht hat. jede Injektion birgt auch die gefahr der entzündung und Infektion des gelenkes, zudem ist die Wirkung von Hyaluronsäure nicht wissenschaftlich gesichert.

Sabine:
Ich hätte folgende Frage:Was tun bei einer Zyste in der Kniekehle?

Dr.Wojan:
Die Zyste ist eine Folge der Überproduktion von Gelenkflüssigkeit , welche durch eine Gelenkreizung entstanden sein muß. Es sollte zunächst nach der Ursache der Funktionsstörung im Kniegelenk gesucht werden.

Moderator:
Bitte Stellen Sie keine Fragen doppelt. Das erschwert meine Arbeit nur, verbessert Ihre Chancen aber nicht. Vielen Dank!

Moderator:
Ihre Fragen kommen erst bei mir an und ich leite sie dann an Frau Wojan weiter. Bitte haben Sie etwas Geduld.

Ingrid:
diagnose gonartrose, knorpelschaden IV. Grades bleibt da nun nur noch die endoprothese übrig

Dr.Wojan:
Erfahrungsgemäß ist bei einem Knorpelschaden 4. Grades die Endoprothesenimplantation die Therapie der Wahl, allerdings kommt es natürlich auch auf die beschwerdesymptomatik an, mitunter kann man mit Krankengymnastik und Entlastung sowie Medikamenten die OP noch lange hinauszögern.

Ella:
Wie groß ist die Gefahr von MRSA bei Hüft-OPs?

Dr.Wojan:
Die Gefahr einer Infektion bei einer Hüft- Totalendoprothese liegt international etwa bei 1-3%, leider ist in den letzten Jahren die Resistenz der Bakterien deutlich angestiegen und MRSA - Keime sind keine Seltenheit mehr.

Katrin:
Ich bin erst 44 Jahre und habe Arthrose im Knie, mal abgesehen, dass es schmerzt belastet mich am meißten die sehr lauten "Knarcksgeräuche". Ich mache seit 5 Jahren 1x die Woche Wassergymnastik. Was kann ich noch machen?? PS: Habe Untergewicht, Osteopenie, eine völlig verschleißte Wirbelsäule, Kaputte Wirbel auf Höhe L3 L4, Bandscheibenvorfall im HWS ... Helfen eventuell die besagten "Knorpel" Spritzen. Danke für eine Antwort im Voraus.

Dr.Wojan:
Injektionen mit Knorpelregenerierenden Substanzen sind umstritten und nicht wissenschaftlich bewiesen. Sie werden aus diesem Grund auch nicht von der Krankenkasse übernommen, wegen der Infektionsgefahr bei jeder Injektion würde ich von den Spritzen eher abraten.

Moderator:
Bitte haben Sie etwas Geduld. Frau Dr. Wojan gibt sich die größte Mühe, sie ist kurzfristig für Frau Görgner eingesprungen.

Manu:
Guten Abend, ich habe seit Juni 2o11 eine Schleimbeutelentzündung in der rechten Schulter. Medikamente haben bisher nur leichte Linderung gebracht. Ich habe die Auskunft erhalten, wenn die Tabletten und das Spray nicht helfen sollten, wäre dies nur durch Spritzen möglich. Ich habe im Juni eine Thrombose gehabt, nehme das Macumar (täglich 1,5 Tabletten) Quick zur Zeit bei 25. Um die Spritzen zu bekommen, müsste aber das Macumar abgesetzt werden und ich müsste mich dann während der Therapie selbst spritzen. Ist das tatsächlich so? Bei mir lässt sich der Quick immer sehr schwer einstellen, deshalb möchte ich die Tabletten nicht absetzen. Außerdem war es bereits meine 3. Thrombose wegen protein C-Mangel im Blut- erblich bedingt) Was kann ich noch gegen die Schmerzen tun? Vielen Dank für eine Empfehlung

Dr.Wojan:
Eine Injektionsbehandlung kann bei Falithrom /Markumar- Patienten in der Tat nur nach einer Umstellung des medikamentes erfolgen. Ich würde zunächst eine Krankengymnastik durchführen mit Ultraschall und Kräftigung der Muskulatur. Die Beschwerden an der Schulter können erfahrungsgemäß Monate anhalten und sich dann bessern.

Moderator:
Ich empfehle Ihnen auch einen Blick auf unsere Internet-Seite. Da sind viele Infos der Sendung noch einmal aufbereitet.

birgit:
ich hatte vor 3 jahren einen arbeitsunfall, bin gestürzt,dabei wurde das knie und die Schulter verletzt,wurde bei beiden gelenken auch operiert,der unfall wurde nicht anerkannt, weil arthrose vorhanden war.

Dr.Wojan:
Möglicherweise könnte das Unfallereignis als Teilursache der Gesundheitsstörung an den gelenken anerkannt werden, ein Vorschaden wird aber immer mit berücksichtigt.

Nico92:
Guten Tag, ich habe eine Frage. Meine Großmutter leidet seit unzähligen Jahren an Athrose und hat diese jetzt auch im Knie. Das Problem sind die ständigen Schmerzen. Eine Knieoperation fürchtet sie, aber auch Hyaloronsäure-Injektionen möchte sie meiden. Gibt es weitere Alternativen?

Dr.Wojan:
In jedem Fall würde ich nach einer Untersuchung beim Arzt prüfen lassen, ob eine Krankengymnastik sinnvoll ist, um die Muskulatur zu stabilisieren oder ggf. eine Orthese, z.B. Schiene oder Unterarmstütze notwendig sind.

chris:
nach 3 Wochen Krankengymnastik und Ultraschallbehandlung weiterhin schlimme Schmerzen im Knie (kann nicht richtig durchtreten und beim geraden Bein wahnsinnige Schmerzen) Chrirug hat Röntgenbild einen deg. Meniskusschaden und mediale Gelenkspaltschmälerung festgestellt. Komme ich hier um eine OP herum?

Dr.Wojan:
Einen Meniskusschaden sollte man möglichst mit einem MRT diagnostizieren, wenn er sich bestätigt, wäre eine Kniegelenksspieglung ggf. zu empfehlen.

Anne:
Ich bin 67 Jahre alt und habe eine Arthrose in der linken Hüfte und eine Hüftdysplasie. Ich kann stundenlang laufen, kann aber das Bein nicht mehr anwinkeln: Strümpfe an- oder ausziehen ist unmöglich. Das ist die größte Einschränkung: das Nichtanwinkeln können. Ich gehe schwimmen und zu trimedic. Soll ich mich operieren lassen?

Dr.Wojan:
Eine Kniebeugung bis zum rechten Winkel bringt in der Regel keine wesentliche Beeinträchtigung für die normalen Alltagsbewegungen mit sich, wesentlich weniger Beugung ist zwar problematisch, sollte jedoch für sich allein noch nicht zur OP zwingen. Erst, wenn Sie mit den Beschwerden insgesamt unzufrieden sind, sollten Sie eine Knie-Endoprothese in Erwägung ziehen.

Moderator:
Bitte Stellen Sie keine Fragen doppelt. Das erschwert meine Arbeit nur, verbessert Ihre Chancen aber nicht. Vielen Dank! Ihre Fragen kommen erst bei mir an und ich leite sie dann an Frau Wojan weiter. Bitte haben Sie etwas Geduld.

Berndes:
Guten abend hab esehr starke schmerzen mit artrose i hüftgelenk beidseitig, es gibt zystoelle aufhellungen am Becknenknochen.

Dr.Wojan:
Zysten im Bereich des beckenknochens können abnutzungsbedingt asein oder Ausdruck einer Entzündung, es sollten die Laborwerte kontrolliert werden und ggf. ein MRT gefertigt werden. Eine fortgeschrittene Arthrose sollte mit einer Endoprothese versorgt werden, da die Vergrößerung der Zysten eine problematischere Versorgung mit dem Implantat darstellen kann.

Irmchen:
Meine Knie-Endoprothese musste vorzeitig ausgetauscht werden durch eine achsgeführte Prothese mit extrem langen Ankern. Habe weiterhin große Schmerzen, vermutlich weil kein Kniescheibenrückflächenersatz gemacht wurde. Der Operateur hat Bedenken, dass die Niescheibe brechen könnte. Gibt es hierzu Erfahrungen?

Dr.Wojan:
Der Kniescheibenrückflächenersatz ist nicht obligat bei der Implantation eines künstl. Kniegelenkes. Zumeist werden keine mehr verwendet. Sollten Ihre Beschwerden jedoch in diesem Bereich entstehen, könnte ein Rückflächenersatz implantiert werden, Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende Dicke des Knochens.

biene:
Nach 3kniespiegelungen wo der Meniskus und die Kniescheibe wieder in Ordnung gebracht wurden,habe ich jetzt wieder Schmerzen und auch schwellung des Knies .bei jeden Schritt knackt es.ist vielleicht ein neues Knie am besten,wenn nichts anderes mehr hilft?

Dr.Wojan:
Eine Endoprothese soolte möglichst erst in allerletzter Instanz implantiert werden, wenn der überwiegende Teil der Gelenkfläche völlig aufgebraucht ist.

petri:
Guten Abend! ich habe mich die letzten 4 Jahre phasenweise mit nächtlichen ziehenden Schmerzen im linken Oberschenkel herumgequält. Diese Schmerzen sind aber seit ca. 8 Monaten chronisch geworden. Jetzt war ich bei einem Orthopäden, welcher nach gründlicher Untersuchung eine Schleimbeutelentzündung der Hüfte (Bursitis trochanterica) festgestellt hat. Leider hat die verabreichte Spritze (eine große Spritze, sowie unmittelbar danach viele kleine "Stiche") bis jetzt noch keine Linderung gebracht. Ab heute werde ich mit der Einnahme von schmerzstillenden Tabletten beginnen. Was kann ich geziehlt tun, damit diese Entzündung wieder abheilt?

Dr.Wojan:
Es könnte eine Ultraschallbehandlung versucht werden, auch eine spezielle Krankengymnastik zur Muskelstabilisierung.

john:
hallo, ihc habe von meiner Ärztin bei Diagnose fortgeschrittener Hüftgelenksarthrose 2 Medikamente verschrieben bekommen. Diclophenac 100 =1x am Morgen und Omeprazol 20 mg am Abend. Und das 10 Tage lang. Danach nur noch 1x Diclophenac 100mg pro Tag weitere 10 Tage lang. Von einer OP wurde nicht gesprochen? Ich bin 52 Jahre alt. Ist die Medikation OK?

Dr.Wojan:
Diclofenac ist ein Schmerzmittel, welches hilfreich ist bei Gelenkbeschwerden, Omeprazol ist ein Magenschutz dazu. Bei ausbleibender Beschwerdeminderung wäre zunächst Krankengymnastik die Therapie der Wahl oder eine zeitweise Entlastung des Gelenkes. Eine Op würde ich erst in letzter Instanz durchführen lassen.

Moderator:
Es sind mittlerweile sehr viele Fragen aufgelaufen. Bitte stellen Sie keine weiteren mehr. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Gabi:
ich habe einen Riss im knorpel der Kniescheibe das knie wird öfters dick und ich kann kaum noch laufen. angeblich kann man da garnichts machen. Stimmt das oder gibt es irgendetwas das hilft?

Dr.Wojan:
Ein Knorpelschaden an der Kniescheibenrückfläche könnte ggf durch eine Kniegelenksspiegelung geglättet werden, es existieren aber auch künstliche Kniegelenksrückflächen- Implantate, die für sich eingebracht werden könnten, ohne die eigentlichen Kniegelenkflächen zu versorgen.

astrid301:
Hallo in der Sendung war auch die rede von Schupenflechte, das diese auch von Knie beschwerden kommen kann, wie kan ich mir das vorstellen und was hat das mit einander zu tun? Meine Mutter leidert seit einiger Zeit an Athrose, und auch an Schupenflechte. Danke

Dr.Wojan:
Die Psoriasis-Arthritis ist vermutlich über einen Autoimmun- Prozess zu erklären, Ihre Mutter sollte sich bei einem Rheumatologen vorstellen.

wassernixe26:
Hallo ich bin 2008 an meinem rechten Knie wegen Osteochondrosis dissecans operiert worden. Jetzt seit ein paar wochen habe ich wieder Schmerzen... Ich bin 26 und war auch vorgestern wieder zum MRT und befürchte schon die Tage beim Doktor wieder eine schlechte Nachricht zu hören... Gibt es sonst keine Alternativen bei Osteo???

Dr.Wojan:
Bei der OD gibt es mehrere Behandlungsverfahren, wenn bei Ihnen das Fragment wieder refixiert worden war, könnte es ggf. nicht angewachsen sein, so daß es entfernt werden sollte, wenn es aber entfernt worden war, könnte es eine beginnende Verschleißzeichnung im Gelenk sein.

Miezekatzetommy:
Bei mir wurde Hüftarthrose und Arthrose im ILS-Gelenk festgestellt. Der Gelenkspalt wäre fast zu, wurde mir gesagt. Was soll ich machen. Der Orthopäde zuckte nur mit den Schultern und sagt, da kann man nichts machen. Ist das so? Oder gibt es da noch eine Rettung für mich. Bin erst 53 aber habe viele Schmerzen, gehe kaum noch raus.

Dr.Wojan:
Bei einem Verlust des Gelenkspaltes am Hüftgelenk wäre eine Endoprothesenimplantation möglich, bei einem ILS (Iliosacralgelenk gemeint??) ist keine OP möglich.

TomTom:
Ich habe eine Frage an Herrn Prof. Dr. Salis Soglio, was hält er bei Arthrose von einem Implantat eines Abstandshalters entweder Titan oder Kunststoffersatz ?

Dr.Wojan:
Ein Kunstgelenk besteht je nach gelenk aus mehreren Komponenten, zumeist aus einer "Chirurgenstahl- Legierung (Chrom, Nickel, Cobalt) und Polyethylen als Inlay. bei Metallallergie wird Titan verwendet, dies ist aber etwas weniger elastisch als Stahl.

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