Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 25.10.2012 | 21:00 Uhr : Mythos gesunde Ernährung

Was braucht der Mensch wirklich?

Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Vitamine und Mineralien – wovon brauchen wir wie viel? Mittlerweile scheint es jedes Jahr eine neue Theorie zum Thema Ernährung zu geben. "Hauptsache gesund" klärt auf.

Eine Frau sucht im Supermarkt auf einer Lebensmittelverpackung nach Zusatzstoffen.

Vorsicht, Fruchtsäfte!

Der Ernährungswissenschaftler Professor Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährung überrascht mit einer sehr provokanten These: "Hände weg von Fruchtsäften! Fruchtsaft macht krank!" Allerdings gelte das nicht für Früchte an sich. Sie sind für Prof. Pfeiffer gesund, doch der Saft habe es in sich. Warum? Fruchtsaft bestehe vor allem Wasser und Fruchtzucker. Viele kleine Mikronährstoffe und wichtige Ballaststoffe, welche für unser Sättigungsgefühl verantwortlich sind, verblieben dagegen in den ausgepressten Resten der Frucht, so Pfeiffer.

Fruchtzucker oder Fruktose ist auch Zucker, und zu viel Fruchtzucker kann unseren Körper schädigen. Wissenschaftler der Universität Hohenheim haben an Experimenten mit Mäusen herausgefunden, dass Fruchtzucker die Leber schädigt. Für viele Menschen aber gilt ein Liter Orangen- oder Apfelsaft als eine normale Tagesdosis. Die Wenigsten ahnen, dass schon in einem Glas Orangensaft acht Stück Zucker versteckt sind. In einem Liter ist dann genau die fünffache Menge, das macht umgerechnet 40 Stück Würfelzucker.


Weniger Fruchtzucker, weniger Fettleber

Deshalb sollte man Obstsäfte nur maßvoll und möglichst mit Wasser verdünnt trinken. Besser ist es, Obst zu essen. Denn dadurch hat unser Körper eine normale Fruchtzuckerbremse. Wenn wir satt sind, haben wir auch genügend Fruchtzucker aufgenommen. Eine Studie der Universität Hohenheim weist darauf hin, dass etwa 20 bis 30 Prozent der Kinder unter einer nichtalkoholbedingten Fettleber leiden. An der Universität Hohenheim wurde auch eine Studie mit Erwachsenen gemacht, die alle eine Fettleber hatten. Diese konnten ihre Leberwerte verbessern, indem sie ihren Fruchtzuckerkonsum um 50 Prozent minimiert hatten, sich also ihre Fettleber zurückgebildet hatte.

auf einem Schneidebrett liegen verschiedene Gemüse
Besser Gemüse als Obst!

Noch wissen die Wissenschaftler nicht, wie hoch die gefährliche Dosis Fruchtzucker eigentlich ist. Das versuchen sie in weiteren Studien herauszufinden. Generell gilt, lieber Gemüse, statt Obst essen. Gemüse beinhaltet kaum Zucker. Deshalb kann man Gemüsesäfte auch in größeren Mengen trinken. Das heißt, die alte Weisheit "Obst und Gemüse sind gesund" stimmt zwar noch, doch besser wäre es die Reihenfolge zu ändern. Gemüse können wir essen, so viel wie wir wollen, bei Obst sollten wir vorsichtig sein.

Säure vertuscht den Zuckergehalt

Doch Obst ist nicht gleich Obst: Selbst Obst von derselben Art kann sich in seinem Zucker- und Kaloriengehalt deutlich unterscheiden. Die folgende Tabelle der Universität Hohenheim stellt die unterschiedlichen Nährwerte beispielhaft für Äpfel und Birnen vor.

Interessanterweise unterschieden sich beide nicht in ihrem Kaloriengehalt, obwohl doch die Birne süßer scheint. Das Kriterium ist die Säure. Ein Apfel hat mehr Säure als eine Birne, deshalb wirkt er weniger zucker- also auch kalorienreich. Aber, wie die Tabelle klar zeigt: Auch das ist ein Mythos.

Kaloriengehalt von Apfel und Birne
Obstart/-zustand Kaloriengehalt
Apfel frisch 52 Kcal/100 g
Apfel frisch gegart 51 Kcal/100 g
Apfel getrocknet 279 Kcal/100 g
Apfel Fruchtsaft 50 Kcal/100 g
Apfel Fruchtnektar 65 Kcal/100 g
Apfel geschält frisch 56 Kcal/100 g
Apfel geschält Konserve 86 Kcal/100 g
   
Birne frisch 52 Kcal/100 g
Birne frisch gegart 51 Kcal/100 g
Birne Fruchtnektar 68 Kcal/100 g
Birne Konserve 84 Kcal/100 g
   
Quelle: www.uni-hohenheim.de  

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Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2012, 13:25 Uhr

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