Zwei Schwäne auf einem See
Bildrechte: IMAGO

Hauptsache Gesund | exklusiv Giftstoffe aus Fassaden belasten Gewässer in Mitteldeutschland

In zahlreichen Gewässern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind Spuren sogenannter Biozide nachgewiesen worden. Diese wurden zum Schutz gegen die Verwitterung von Hausfassaden eingesetzt. Das ergaben Anfragen von „Hauptsache Gesund“ bei den zuständigen Behörden der Länder.

Zwei Schwäne auf einem See
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Demnach wurden in Bächen und Flüssen unter anderem das Unkrautbekämpfungsmittel Diuron und das Nervengift Terbutryn gefunden. Beide Mittel sind in der Landwirtschaft in Deutschland seit Jahren verboten, weil sie als gesundheits- und gewässergefährdend gelten. Diuron steht im Verdacht, krebserregend zu sein, Terbutryn kann Schädigungen im Nervensystem hervorrufen.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erwartet an mindestens 28 der insgesamt 646 untersuchten Gewässer Überschreitungen der Normen mit Terbutryn. Der Grenzwert liegt dafür bei 0,065 µ/l. In Thüringen und Sachsen-Anhalt waren bislang nach Angaben der Umweltministerien für Terbutryn keine Überschreitung der Umweltqualitätsnorm nachweisbar. Laut Magdeburger Umweltministeriums sind jedoch Spuren von Terbutryn in der Mehrheit der Gewässer gefunden worden: Von 80 untersuchten Messstellen wurden sie in 64 Gewässern festgestellt.

Ein ähnliches Bild ergibt sich für Chemikalie Diuron. Die sächsische Behörde erwartet an mindestens 3 Entnahmestellen Überschreitungen der Umweltnorm. In Sachsen-Anhalt und Thüringen wird aktuell mit keiner Überschreitung gerechnet. Dennoch sind Spuren von Diuron auch in der Mehrzahl der untersuchten sachsen-anhaltischen Gewässer gefunden worden, nämlich in 44 von 58.

Als Grund der Belastung werden Fassadenfarben, -putze und -grundierungen angesehen. Die Stoffe waschen sich aus und werden in die Gewässer getragen.

Über dieses Thema berichtet "Hauptsache Gesund" MDR FERNSEHEN | 08.06.2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juni 2017, 22:37 Uhr