Hauptsache gesund | 02.08.2012 | 21:00 Uhr : Gartenpflanzen: Schön, nützlich und auch gefährlich
Ein Garten wird erst durch seine Pflanzen zur Idylle. Doch neben ihrer Pracht in Form und Farbe haben manche Arten noch viel mehr zu bieten. Aber Vorsicht: Manches schöne Exemplar kann auch gefährlich werden.
Pelargonie: Heilmittel im Balkonkasten
Die Pelargonie, umgangssprachlich auch Geranie genannt, ist die Lieblingsblume der Deutschen. Sie ist die am häufigsten gekaufte Balkonblume. Die wenigsten wissen allerdings, dass man sich mit ihr eine kleine Hausapotheke im Balkonkasten züchten kann. Die Kapland-Pelargonie beispielsweise blüht eher unscheinbar, ihre Wurzeln aber werden zu einem Arzneimittel gegen Erkältungen und Bronchitis verarbeitet.
Während die meisten Pelargonien eher unangenehm riechen, verströmen Duftpelargonien wunderbar angenehme Gerüche. Sie duften nach Apfel, Zitrone, Minze, Rosen oder Schokolade und haben eine vielfältige Verwendung. Das ätherische Öl einiger Sorten wird in der Aromatherapie eingesetzt. Da die Blätter auch getrocknet ihren Duft behalten, kann man sie in ein Duftkissen stopfen.
Selbst in der Küche finden sie Verwendung. Thomas Ackermann und Carola Wetzstein aus Schönstedt bei Bad Langensalza haben ein ganzes Kochbuch über Duftpelargonien geschrieben. Vom Brotaufstrich über Salatdressing bis hin zur Pelargonien-Bowle sind darin über 40 Rezepte beschrieben. Einziger Trick dabei: das Kraut muss sparsam verwendet werden, da der Geschmack sehr intensiv ist.
Der Snack vom Blumenbeet
Auch Rosenblüten, Gänseblümchen, Veilchen oder Ringelblumen sind vielfältig in der Küche verwendbar. Aber auch Holunderblüten oder Chrysanthemenblätter eignen sich. Weniger bekannt sind essbare Taglilien. Ihre Blüten haben einen fruchtigen, salatartigen Geschmack. Sie enthalten Vitamin C und viele wertvolle Pflanzenstoffe. Eigentlich sind sie viel zu schön zum Essen. Allerdings leben die einzelnen Blüten nur einen Tag, so dass der Verlust nicht so groß ist. Taglilien sind sehr pflegeleicht, anspruchslos und bringen im Sommer wochenlang neue Blüten. Lilien dagegen sind nicht essbar. Man kann sie jedoch gut an der unterschiedlichen Blattform unterscheiden.
Vorsicht Giftpflanzen!
Pflanzen sind intelligente Lebewesen. Sie locken mit Farben und Düften und wehren sich mit Giftstoffen gegen Fressfeinde. Eine der giftigsten Pflanzen hierzulande ist der Riesen-Bärenklau. Die Pflanze wächst vorzugsweise an sonnigen Wegesrändern und auf Lichtungen und wird bis zu vier Meter hoch. Da sie sich unheimlich schnell ausbreitet und bis zu 40.000 Samen pro Pflanze produziert, hat auch der ein oder andere Hobbygärtner damit zu kämpfen. Bei der Beseitigung ist jedoch große Vorsicht geboten, denn schon die bloße Berührung mit nackter Haut führt zu starken und langwierigen Hautverletzungen. Starke Sonneneinstrahlung verstärkt diese phototoxischen Hautreaktionen zusätzlich. So können Verbrennungen zweiten Grades entstehen und bei Augenkontakt droht die Erblindung.
Ähnliche Probleme verursachen auch einige Zierpflanzen. Wolfsmilchgewächse sondern einen weißlichen Saft ab, der den giftigen Stoff Euphorbon enthält. Dieser Milchsaft tritt schon beim Abknicken der Stiele oder Blätter aus und kann zu verbrennungsartigen Verletzungen auf der Haut führen. Darum muss der Saft bei Hautkontakt sofort gründlich abgewaschen werden.
Ebenso gefährlich ist das ätherische Öl des Diptams, auch brennender Busch genannt. Seine Fruchtstände produzieren bei hoher Sonneneinstrahlung besonders viel ätherisches Öl, das sich selbst entzünden kann. Auf der Haut verursacht das Öl schwere verbrennungsartige Wunden. Um solche Verletzungen zu vermeiden, sollte der Umgang mit diesen Pflanzen besser mit langer Bekleidung und bei wenig Sonnenlicht erfolgen.
