Hauptsache gesund | 24.11.2011 | 21:00 Uhr : Geschwollene Fingergelenke
Veränderungen an den Fingergelenken entstehen zumeist durch Arthrose oder verschiedene Formen der Arthritis (Gelenkentzündung). Es gibt einen Test, mit dem man selbst erste Anhaltspunkte entdecken kann, ob das eine oder das andere infrage kommt. Dazu drücken Sie auf dem geschwollenen Gelenk herum. Ist es weich und schmerzt durch das Drücken, deutet dies eher auf eine Entzündung (Arthritis) hin. Bei Arthrose sind die Schwellungen eher hart und schmerzen nicht bei Druck.
Arthrose erkennen
Bei 95 Prozent aller Frauen über 50 stellt sich der Gelenkverschleiß an den Fingergelenken ein. Erste typische Symptome sind steife Hände am Morgen. Schmerzen treten in Ruhe und bei Bewegung auf. Im Laufe der Zeit können die Gelenke zum Teil massiv anschwellen, zeitweilig auch gerötet sein. Sind die Fingermittelgelenke betroffen, können die Patienten nur noch schlecht eine Faust machen. Auch eine ungewohnte Kälteempfindlichkeit kann ein Anzeichen für Arthrose sein.
Arthritis
Auch entzündliche Erkrankungen können die Fingergelenke stark anschwellen lassen. Ist die Gelenkinnenhaut befallen, kommt es zu Gewebewucherungen, dann zu vermehrter Gelenkwasserbildung und dadurch zu den charakteristischen Schwellungen im Bereich der Gelenkkapsel, der Führungsbänder und der Befestigung der Sehnenscheiden. Die Gelenke geraten in Fehlstellungen.
Wurstfinger
Eine besondere Form der Arthritis, die Psoriasisarthritis, erkennt man an einem sogenannten Wurstfinger (Daktylitis). Dabei schwellen nicht einzelne Gelenke, sondern ein ganzer Finger an. Die Psoriasis oder Schuppenflechte ist eine der häufigsten Hautkrankheiten. Sie äußert sich in unterschiedlichen Veränderungen an der Haut, außerdem an den sogenannten Hautanhangsgebilden wie Fingernägeln, Fußnägeln und Haaren. Bei einem Teil der Patienten geht die Psoriasis auch auf Knochen und Gelenke über (Psoriasis-Arthritis).
Bösartige Beule am Handgelenk
Ob Jens U. jemals wieder Fußböden verlegen oder Wände tapezieren würde, stand lange Zeit völlig in den Sternen. Der Malermeister war 34 Jahre alt, als er mit stark geschwollenem Handgelenk und unter Schmerzen zum Arzt ging. Es war keine Sehnenscheitentzündung, wie er vermutet hatte, sondern ein Tumor! "Das reißt einen förmlich aus dem Leben! Für mich ist da absolut eine Welt zusammengebrochen. Man kann das im ersten Moment überhaupt nicht verkraften, ist wie vor den Kopf gestoßen, du brauchst Tage um das zu verarbeiten“, sagt der Schönebecker. Die Geschwulst erwies sich als sogenannter Riesenzelltumor. Der kommt selten vor, wächst schnell und ist besonders aggressiv. Er hat nicht nur das Handgelenk, sondern auch die Knochenspeiche im Arm über eine Länge von sieben Zentimetern völlig zerstört. Der Tumor sollte samt dem umliegenden Gewebe und den befallenen Knochen radikal entfernt werden. Die Folge: ein steifes Handgelenk, weil für künstliches Handgelenk der Halt in der Speiche fehlen würde. Dass es doch nicht dazu gekommen ist, verdankt Jens U. dem Handchirurgen Hans-Georg Damert von der Uniklinik Magdeburg, der sich vom Schicksal des jungen Malermeisters als Arzt herausgefordert fühlt: "Herr U. hat uns innig gebeten, auch aufgrund seines Altes, möglichst viel Handbeweglichkeit zu erhalten. Und da wir recht gute Erfahrungen mit Handprothesen haben in den letzten Jahren, hatten wir halt die Idee, das mit einer extra für Herrn U. angefertigten Prothese zu versuchen." Der Handchirurg entschied sich dafür, das Problem mit einer verlängerten Halterung der Handgelenk-Endoprothese (Schaft) zu lösen. Er konnte eine Schweizer Firma dafür gewinnen, eigens für den Malermeister aus Schönebeck eine Endoprothese zu fertigen, mit der sich das verloren gegangene Knochenstück überbrücken lässt. Dr. Damert ist stolz: "An anderen Gelenken kannte man die Tumorprothesen schon, also Kniegelenk, Hüfte, aber für die Hand ist das relativ neuartig. Und das ist für uns und auch für den Patienten an sich eine Weiterentwicklung. Das heißt, wir haben bei ähnlich gearteten Fällen vor, solch eine Tumorprothese zu implantieren. Wie man sieht, funktioniert sie seit zweieinhalb Jahren schon recht gut." Dennoch, die Gefahr, dass der Tumor zurückkehrt, ist nicht restlos gebannt. Deshalb wird alle sechs Monate nachuntersucht. Jens U. hat die schwerste Zeit hinter sich und ist unendlich dankbar für das besondere Engagement seiner Ärzte.
