Hauptsache gesund

Hauptsache gesund | 15.03.2012 | 21:00 Uhr : Krankheiten an der Handschrift erkennen

Unsere Handschrift ist unverwechselbar. Hat sie sich einmal ausgeprägt, bleibt sie bis ins hohe Alter gleich. Doch nicht selten kommt es zu Veränderungen, die ein Warnsignal für Erkrankungen oder die Überdosierung von Medikamenten sein können. Auch Vergiftungen machen sich am Schriftbild bemerkbar.

Ein Füllfederhalter über einer Handschrift

Das Schreiben wird durch das Gehirn gesteuert. Veränderungen in dieser "Steuerzentrale" können sich deshalb an mehr oder weniger auffälligen Veränderungen von Handgeschriebenem zeigen. Am bekanntesten ist die wackelige Schrift bei Morbus Parkinson. Neben einer zittrigen Linienführung wird das Schriftbild mit dem Fortschreiten der Erkrankung immer kleiner. Normalisiert sich die Handschrift unter Medikamentengabe, ist das ein Anzeichen für einen Behandlungserfolg. Andere Schädigungen des Nervensystems zeigen sich in ungewohnt vielen Verschreibungen, Buchstaben- bzw. Wortauslassungen oder -wiederholungen bis hin zum Schriftzerfall wie das bei Alzheimer-Patienten zu beobachten ist.

Es kann aber auch ganz harmlose Ursachen fürs Verschreiben oder fehlende Wörter geben: große Eile, Aufregung oder ein hohes Lebensalter. Wenn man großen seelischen Belastungen ausgesetzt ist, spiegelt sich eine gewisse Unkonzentriertheit auch in Fehlern und in der Handschrift wider. Ein drittes großes Feld, wo eine veränderte Handschrift als Leitsymptom fungiert, sind Vergiftungen z.B. mit organischen Lösungsmitteln, Kohlenmonoxid, Quecksilber, Blei oder Rauschmitteln. Die Veränderung der Schrift ist also ein ähnlich wichtiges Warnsignal wie Fieber oder Schwindel.

Wie Arzneien auf die Handschrift wirken

Sogenannte "zentralwirksame" Medikamente entfalten ihre Wirkung im Gehirn. Genau dort werden aber auch die Feinmotorik und die Koordination der Schreibbewegung gesteuert. Verändert sich die Schrift, kann dies deshalb auch ein Anzeichen für eine Fehl- oder Überdosierung zentral wirksamer Arzneien sein. Am auffälligsten sind Schriftveränderungen bei Überdosierung von speziellen Beruhigungsmitteln (Neuroleptika). Aber auch ein Übermaß an bestimmten Medikamenten gegen Lungenleiden, Blutdruckprobleme, Kopfschmerzen, Depressionen oder gegen epileptische Anfälle können zur Verschlechterung des Schriftbildes führen. Auch wirken sich spezielle Schlafmittel, Appetitzügler sowie Amphetamine auf das Schriftbild aus.

Spezialfall Morbus Wilson

Der Morbus Wilson ist eine seltene angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der es fälschlicherweise zur Speicherung von Kupfer in den Zellen kommt. Die Betroffenen sind meist Jugendliche oder junge Erwachsene. Diese Ansammlung von Kupfer führt zu einer Leberzirrhose und ruft neurologische Störungen hervor, die mitunter Störungen der Handschrift auslösen. Hilfreich beim Erkennen der Krankheit kann deshalb das aufmerksame Wahrnehmen von Schreibstörungen und Schriftveränderungen sein. Veränderungen der Größe der Buchstaben, über ungewohntes "Krickelkrakel" bis hin zur Unleserlichkeit können in dem Zusammenhang auftreten. Aber nicht nur im Gehirn, auch in anderen Organen wie Auge, Niere, Herz, Blut und Gelenken kann sich das Kupfer ablagern. Schwerwiegende Gesundheitsschäden entstehen vor allem dadurch, dass die Krankheit zu spät entdeckt wird. Denn mit speziellen Medikamenten kann man dem Körper helfen, das überschüssige Kupfer auszuscheiden.

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Zuletzt aktualisiert: 15. März 2012, 19:22 Uhr

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